06.08.08 – 5. Tag

Sonthofen – Unterjoch

Nach dem reichlichen Frühstück in der Gaststätte wollte ich bezahlen. Leider waren nur die Putzfrauen anwesend und die wussten von gar nichts Bescheid. Die Chefin war wohl auf dem Weg. So legte ich noch eine kurze Zwangspause ein und trank noch einen Kaffee. Gegen 08:20 wurde ich dann langsam ungeduldig und erklärte den Putzfrauen, dass ich weiter musste. Für heute war gutes Wetter gemeldet und ich wollte nicht in der prallen Mittagssonne gerade beim Aufstieg sein. Die Putzfrauen glaubten mir, dass ich für die Nacht 25 Euro zahlen musste und nahmen das Geld an, um es an ihre Chefin weiter zu leiten.

Als ich gerade meinen Rucksack aufgesetzt hatte und los wollte kam die Chefin vorbei. Sie bekam die 25 Euro übergeben und somit war alles gut. Zur Sicherheit fragte ich sie noch mal nach der groben Richtung in die ich jetzt laufen musste und siehe da: Ich hatte einen Denkfehler in meiner Planung und wäre in die völlig falsche Richtung gelaufen wenn ich sie nicht mehr getroffen hätte. Das Warten hat sich also gelohnt und mir einen großen Umweg erspart.

Der Weg führte mich durch Sonthofen und angrenzende Ortschaften, hinauf auf den 1651m hohen Spieser. Einen schönen Aussichtsberg mit Blick ins Allgäu, hinüber bis zur Zugspitze. Beim Abstieg nach Unterjoch machte ich eine Mittagspause an einer bewirtschafteten Hütte. Ich nutze die Pause um schon mal mein Nachtlager zu buchen. Laut Wanderführer war das heute das Landhotel „Rehbach“ in Rehbach. Ein kurzer Anruf machte mir schnell klar, dass das Landhotel heute nicht mein Ziel ist, denn; das Hotel hatte Ruhetag. Ein kurzer Blick auf die Karte zeigte mir zwei Möglichkeiten. Entweder die Etappe um 2 Kilometer verkürzen und in Unterjoch absteigen, oder noch 12 Kilometer dran hängen und eine Bleibe in Pfronten suchen. Ich entschied mich dann doch lieber für die kürzere Variante.

Der Abstieg nach Unterjoch war sehr rutschig. Der Regen der letzten Tage und die moosige, durch Kuhdung und Matsch geprägte, steile Almwiese machten mir ganz schön zu schaffen. Ohne meine guten Trekkingstöcke hätte ich mindestens fünf Mal auf dem Rücken gelegen. Aber auch ohne zu stürzen musste ich mir erstmal im erstbesten Bach in Unterjoch die Schuhe und die Beine waschen. Im Ort angekommen fand ich dann auch gleich eine passende, sehr schick eingerichtete Pension. Von der alten Dame bekam ich gleich die Möglichkeit meine Schuhe in der Regentonne zu waschen. Entweder hatte sie Mitleid mit meiner Ausrüstung, oder Angst um ihren Teppich im Flur. Ich tippe mal auf das Zweite.

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