12.08.08 – 11. Tag

Eschenlohe – Herzogstandhaus

Der Wetterbericht hatte sich für heute nicht grundlegend geändert. Gegen Mittag war mit Gewitter zu rechnen. Auch wenn ich mir ja von Anfang an vorgenommen hatte langsamer zu laufen, so musste ich heute notfalls etwas schneller unterwegs sein.

Von Eschenlohe führte mich der Weg zunächst auf den Gipfel des 1790m hohen Heimgarten. Im Heimgartenhaus erkundigte ich mich nach dem Wetter. Die Wirtsleute konnte leider keine konkrete Aussage treffen. Solange der Wind hält, hält auch das Wetter. Wenn der Wind allerdings aufhört die Wolken über die Gipfel zu blasen, kann alles sehr schnell gehen. Auf der Gratwanderung zum Herzogstand gab es keinen Unterstand und man wäre somit dem Gewitter ausgeliefert.

Der Aufstieg von Eschenlohe zum Heimgarten war mit 4:15 Stunden angesetzt. Da ich nur knapp 3 Stunden gebraucht hatte, wäre es also auch möglich gewesen, die für die Gratwanderung angesetzten 75 Minuten zu unterbieten. Nach kurzem Blick in den Himmel, einem Schluck aus meiner Trinkblase und einem Müsliriegel lief ich los. Teilweise wehte ein heftiger Wind der einem ins Gesicht blies, aber ich behielt mein Tempo bei und „eilte“ zum Herzogstand. Für die Landschaft und den zu meinen Füssen liegenden Walchensee und Kochelsee hatte ich leider keine Augen. Als ich nach 45 Minuten, leicht außer Atem,  auf dem Gipfel des Herzogstand ankam, nahm ich mir die Zeit die Landschaft und die Umgebung zu betrachten. Von einem Gewitter oder Regen war nichts zu sehen, jedoch zog langsam Nebel auf, der die Sicht auf den Grat und auf den gegenüberliegenden Heimgarten verbarg.

Der kurze Abstieg zum Herzogstandhaus stellte keine Probleme dar. Auf dem Weg und auch am Haus merkte man wieder deutlich, dass hier einen Bahn hoch fährt. Trotz nicht perfektem Wetter war die Hütte voll. Das 1990 neu gebaute Herzogstandhaus bietet Unterkünfte auf sehr hohem Niveau. Ausgebucht war das Haus bei Weitem nicht. Lediglich eine Jugendgruppe, drei Wanderer und ich verbrachten die Nacht auf der Hütte. Je später es wurde, desto dichter wurde auch der aufziehende Nebel.

Heute ist Halbzeit: 11 Tage – 186 Kilometer

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