Berchtesgadener und Salzburger Hochthron – Untersberg

Bei perfektem Wetter und wolkenlosem Himmel startet die Tour am Parkplatz am Hallthurmer Pass auf 690m. Erstes Ziel der Tour ist der Berchtesgadener Hochthron, mit 1972m die höchste Erhebung des Untersbergmassivs. Direkt links des Parkplatzes erhebt sich das sagenumwobene Massiv. Kaiser Karl der Große soll, einer der vielen Legenden nach, im Untersberg auf seine Auferstehung warten. Alle hundert Jahre wacht er auf und wenn er sieht, dass noch Raben um den Berg fliegen, schläft er wieder für hundert Jahre ein.
Der Weg zum Berchtesgadener Hochthron ist mit 5 1/2 Stunden angeschrieben. Somit wäre ich gegen 13:00 auf dem Gipfel. Der weitere Weg zum Salzburger Hochthron könnte also zeitlich etwas knapp werden, wenn man bedenkt, dass ich die ganze Strecke wieder zurück muss.
Der Anstieg verläuft sehr angenehm im schattigen Wald. Zuerst auf einer gut ausgebauten Forststrasse und später auf einem steinigen Waldweg. Durch die Bäume bekommt man immer wieder einen Blick auf die umliegenden Berge. Schon jetzt lässt sich erahnen, was für ein Panorama am Gipfel auf einen wartet.

Der Weg führt vorbei an der Reisenkaser und steigt immer weiter an, Richtung Stöhrhaus, welches sich in direkter Nähe zum Gipfel befindet. Je näher man der Baumgrenze kommt, desto steiniger wird der Weg. Nach einer letzten Kuppe sieht man zum ersten Mal das Stöhrhaus. Dieses lasse ich links liegen und begebe mich auf die letzten Meter zum Gipfel. Nach weiteren zehn Minuten bin ich auf dem höchsten Punkt des Untersbergs angekommen. Ein Blick auf die Uhr: 10:00 Uhr; 2 1/2 Stunden vom Parkplatz bis zum Gipfel. Drei Stunden unter dem Soll.
Bei einer ausgiebigen Pause genieße ich das einzigartige Panorama.

Bei diesem Zeitvorsprung sollte der Salzburger Hochthron kein Problem darstellen. Der 1853m hohe Gipfel liegt am anderen Ende des Untersbergs. Man kann ihn schon von Weitem erkennen.

Sieht gar nicht so weit aus.
Der Weg führt über das Hochplateau. Es geht in stetigem bergauf und bergab, über Schneefelder und Geröllberge. Schwierig ist der Weg nicht, aber er zieht sich ohne Ende. Den Gipfel des Salzburger Hochthrons immer im Blick, scheint es Stunden zu dauern und man kommt dem Ziel einfach nicht näher. Nach knapp zwei Stunden ist es dann aber endlich soweit und ich stehe auf dem Gipfel.

Unweit des Gipfels befindet sich die Bergstation der Untersbergbahn die von Gartenau in Österreich, auf den Gipfel führt.
Nach einer kurzen Pause trete ich den Rückweg an. Etwas deprimierend ist es schon, wenn man ganz genau weiß was auf einen zukommt. Kurze Zeit später spüre ich, wie meine Beine immer schwerer werden. Sicherlich macht sich jetzt die gestrige Tour bemerkbar und das schnelle Tempo von heute Morgen. Was aber wohl noch eine viel wichtigere Rolle spielt es die Ernährung. Zum Frühstück gab es lediglich eine Schale mit Müsli und während des Aufstiegs zwei Bananen. Das war alles. An der Bergstation hätte es sicherlich was zu Essen gegeben, aber ich bin nicht ohne Grund weiter gegangen. Ich will wissen, wie lange es dauert, bis der Körper an seine Leistungsgrenzen stößt und wie er sich in diesem Fall verhält. An der Grenze war ich nun, fehlt nur noch das Verhalten. Die Beine wurden schwer und die Oberschenkel fingen an sich zu verkrampfen. Keinen schlimmen Krämpfe, sondern mehr eine Art kleiner Dauerkrampf. Hinzu kommt, dass die Beine bei langer, konstanter Belastung anfangen zu zittern. Man merkt deutlich wie der Körper einiges an Leistungsfähigkeit einbüßt. Um das zu kompensieren schaltet er andere Dinge runter. So kam es zum Beispiel, dass ich mich auf dem Rückweg zweimal im Geröllfeld versteigen habe, obwohl ausreichend Markierungen vorhanden sind. Gegen Ende musste ich immer wieder kurze Pausen einlegen. Das Wasser das ich währenddessen trank gab mir zumindest wieder etwas Energie zurück. Als das Stöhrhaus in greifbare Nähe rückte mobilisierte ich die letzten Kräfte. Nach einer reichlichen Portionen Nudeln und süßen Getränken war ich bereit für die letzte Etappe bis zum Parkplatz. Das Essen bewirkte wahre Wunder und ich stieg in einem flotten Tempo ab.
Fazit:
Eine absolut lohnenswerte, aber auch anstrengende Tour. Die Aussicht auf den Gipfeln ist phantastisch. Man sollte ausreichend Getränke dabei habe, da auf dem Plateau und auch beim Abstieg kaum Schatten vorhanden ist und man fast ausschließlich in der Sonne läuft.
Zudem weiß ich jetzt wieder etwas mehr über die Leistungsfähigkeit meines Körpers.

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