Trailrun auf den Müllnerberg

Der Müllnerberg bei Bad Reichenhall umfasst drei Gipfel. Rabensteinhorn, Pflasterbachhörndl und das von Bad Reichenhall markant sichtbare Müllnerhörndl. Laut meinen Karten führt allerdings kein Weg auf einen dieser drei Gipfel. Der einzig markierte Weg endet zwischen Rabensteinhorn und Pflasterbachhörndl auf ca. 1300m. Hier steht auch ein Gipfelkreuz und lauf Gipfelbuch handelt es sich hier um das Pflasterbachhörndl, auch wenn der Weg laut Karte nicht hier endet. Während des Aufstiegs folgt man auch oft den Wegweisern zum Müllnerhörndl, die aber am Schluss nur noch die Aufschrift „Gipfel“ tragen. Alles etwas kompliziert, aber fangen wir doch mal von Anfang an.
Der Trailrun startet zu Hause vor der Haustür und führt zunächst trail-untypisch auf asphaltierten Wegen durch den Bad Reichenhaller Ortsteil Kirchberg. Kurz vor der Predigtstuhlbahn stoße ich auf den ersten Trail-Abschnitt des Tages; den berühmten Baustellentrail.

Dieser ist allerdings nicht wirklich lang und auch nicht sonderlich anspruchsvoll, so dass ich schnell wieder auf den letzten asphaltierten Metern Richtung „Berggasthof Schroffen“ die ersten Höhenmeter zurücklege. Hier beginnt nun links des Gasthofes der eigentliche Trail der sich auf einen schmalen Waldweg kontinuierlich, mit moderater Steigung nach oben schraubt.

Der Weg führt zunächst zur bekannten Teufelshöhle. Der Legende nach, stürzten hier die Teufel durch als sie von Gott aus dem Paradies vertrieben wurden. Eine Teufelsfigur die von einem unbekannten Künstler an die Felswand gemalt wurde markiert den Abzweig zum Eingang der Höhle.

Links davon führt mich der Weg weiter zur Bürgermeisterhöhe. Von hier hat man einen tollen Blick auf die Kirche St. Pankraz und den Thumsee im Hintergrund.

Von hier geht es zunächst etwas bergab und dann auf einem breiteren Forstweg wieder bergauf. Der Weg verläuft immer sehr schattig im Wald. Das hat natürlich den Vorteil, dass hier auch in der Mittagszeit angenehme Temperaturen herrschen, allerdings hat man während des Aufstieges auch keine tolle Aussicht.
Nach einer Weile wird der Forstweg wieder etwas schmaler und steiniger. An einem Bildstock bleibe ich kurz stehen und trage mich in das Buch ein. Der erste Eintrag in diesem kleinen Büchlein stammt vom 01.08.2004 und es sind immer noch einige Seiten in diesem Buch frei. Das zeigt wohl, dass dieser Weg nicht so oft begangen wird. Von den wenigen Leuten nehmen sich sicherlich nicht alle die Zeit den Bildstock am Baum zu öffnen und sich im Buch einzutragen.

200 Höhenmeter vor dem Gipfel wird der Weg noch mal etwas steiniger und anspruchsvoller.

Den Markierungen folgend geht es zunächst im Wald stetig bergauf, bevor man unterhalb des Grats nach links abzweigt. Jetzt wird es ein bisschen anspruchsvoller. Stellenweise empfiehlt es sich die Hände zur Hilfe zu nehmen. Schwindelfrei sollte man auch sein, spätestens am Gipfel, den man nach wenigen Minuten erreicht. Das Plateau ist zwar groß genug um es sich gemütlich zu machen, fällt aber sehr steil ab.

Die Aussicht erstreckt sich über den Gebirgsstock des Staufen, hinunter nach Bad Reichenhall, zum Saalachsee…

und zu Watzmann und Hochkalter, die aber leider etwas im Dunst liegen.

Ich genieße die Ruhe am Gipfel, die mich schon die ganze Zeit begleitet hat. Auf der kompletten Tour sind mir, abgesehen von den Leuten im Tal, fünf Wanderer entgegen gekommen. Fünf Wanderer in knapp 3 Stunden ist nicht viel und macht noch einmal deutlich, dass diese Tour zu den eher unbekannten in der Bad Reichenhaller Gegend gehört.
Der Abstieg erfolgt über das Paul-Gruber-Haus. Vom Gipfel des Berges (wie auch immer er heißen mag) geht es zunächst wieder durch den Wald bergab, bevor man auf der süd-westlichen Seite auf einen Steig trifft. Auf diesem schmalen Steig, der an den ausgesetzten Stellen mit Stahlseilen gesichert ist, liegt viel Laub und hohes Graß. Da er nicht besonders breit ist und zudem stellenweise etwas Richtung Tal abfällt, macht es nicht sonderlich viel Spaß auf diesem Weg nach unten zu gehen.

Zwar bietet er ab und an ein paar schöne Tiefblicke, aber eine Freude ist der Abstieg, verglichen mit dem Aufstieg, nicht. Zum Glück führt dieser Steig nicht komplett bis zum Paul-Gruber-Haus, sondern verläuft nach einigen Minuten wieder als steiniger, stellenweise steiler Pfad im Wald. Ab dem Paul-Gruber-Haus wird aus dem Pfad wieder ein breiter Forstweg. Dank des starken Gefälles geht es relativ schnell und ich komme am berühmten Kugelbachbauer nahe des Klettergartens in Karlstein vorbei. 1960 wurde dieser Klettergarten entdeckt und erschlossen. 1982 kletterten die Huberbuam hier ihre ersten Routen. Im Laufe der Zeit gelangen ihnen hier Erstbesteigungen der schwierigsten Routen in Karlstein.
Die letzten Meter des heutigen Trails führen mich zur Amalienhöhe, einem Aussichtspunkt mit einem letzten Blick auf Bad Reichenhall.

So asphaltiert wie der Trailrun angefangen hat, so endet er auch; auf dem Radweg von Karlstein nach Bad Reichenhall. Sicherlich nicht das schönste Ende, aber dafür hat der Rest des Trails entschädigt.
Eine tolle Tour, die gerade durch den Aufstieg sehr viel Spaß macht. Der Weg vom Gipfel zum Paul-Gruber-Haus war nicht so toll und sollte nur von trittsicheren und schwindelfreien Personen begangen werden. Das Gipfelpanorama und die Ausblicke während der Tour sind zwar nicht so berauschend, dafür kann man aber die ungestörte Ruhe auf den einsamen Wegen genießen.
Insgesamt war ich mit Pausen 3 Stunden 30 Minuten unterwegs.

3 Gedanken zu „Trailrun auf den Müllnerberg“

  1. Schöne Beschreibung von einem unserer geliebten Reichenhaller und Berchtesgadener Trails. Am Feierabend nach der Arbeit beim Licht der Abendsonne über die Bürgermeisterhöhe zu „jumpen“ … Genuss pur!
    Schön, zu sehen, dass auch andere daran Gefallen finden (hoffentlich nicht zu viele 😉

    LG aus Reichenhall (z.Z. allerdings nicht besonder attraktiv)
    Michael & Brigitte
    (meist unterwegs mit unserer fast 15 Jahre alten Hündin Jessy)

    1. Hallo Brigitte, Hallo Michael,
      ja, der Müllnerberg hat definitiv Potential und da er nicht sonderlich hoch ist (verglichen mit seinen Nachbarn), wird er sicherlich auch ein „Geheimtipp“ bleiben.

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