Abends, halb zwölf in Deutschland

Normalerweise schreibe ich ja nicht, wie das mit den Anfragen und Zu-/Absagen für Interviews läuft. Ist ja auch nichts Besonderes. Du schreibst die Person an, schilderst ihr was du vor hast und bekommst dann entweder eine Zusage und einigst dich auf einen Termin, oder du musst dich vorerst mit einer Absage zufrieden geben.

Gestern war das alles in bisschen anders:
Mit Freunden sitze ich abends zusammen und wir feiern ein bisschen meinen Geburtstag. Es wurde gegrillt und danach geht man dann zum feuchteren und gemütlicheren Teil der Veranstaltung über. Der Bier-Nachschub war gesichert und der gute Enzian stand auch schon auf dem Tisch. Für einen kleinen Enzian bin ich immer zu haben und gerne werden da auch mal drei, vier, fünf…draus. Gestern wollte mein Motor aber nicht warm werden und so blieb es bei Radler. Erzwingen kann man es nicht und ein spontaner Rausch ist immer noch der Beste.
Gegen halb zwölf geschah es dann. Mein Handy einer kalifornischen Firma, diente mit seiner Musikfunktion als kleine Unterhaltungsanlage. Auf einmal gab es diese Knacken in den Boxen, wie man es kennt wenn auf einmal ein Anruf oder eine SMS reinkommt. Jeder schaute auf sein Handy, sofern er nach dazu in der Lage war, bis die Musik verstummte und meins anfing zu klingeln. Dass am Geburtstag das Telefon so spät noch klingelt ist nichts Ungewöhnlich, aber die Nummer war es. +39 … damit konnte ich nichts anfangen. Schnell kam von einem versierten Urlauber: „Das ist die Vorwahl von Italien“. Hmm, aus Italien kenne ich spontan niemanden, aber vielleicht ist ja jemand im Urlaub dort und ruft mich jetzt an.

„Hallo Herr Auch, hier ist Kurt Diemberger…“
Schlucken, Freude, Faszination, verdutzt, aufgeregt…was mir genau durch den Kopf ging weiß ich nicht mehr.

Seit ein paar Wochen stand ich mit Kurt Diemberger zwecks eines Interviewtermins im Briefkontakt. In meinem letzten Brief vom Wochenende hatte ich ihm einen Termin vorgeschlagen und hoffte nun, dass er mir eine Zusage per Post zukommen lassen würde.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Kurt Diemberger macht mir ein grandioses Geburtstagsgeschenk (ohne zu wissen, dass ich Geburtstag habe) und bestätigt den Termin. Nach einem kurzen Smalltalk war alles im Kasten.
Im Juli geht es zum Interview nach Bologna zur Bergsteigerlegende Kurt Diemberger.

Ich kann es kaum erwarten.
Vielen Dank für dieses Geschenk

3 Gedanken zu „Abends, halb zwölf in Deutschland“

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