Schönfeldspitze und Großes Teufelshorn (Berchtesgadener Alpen)

Vorweg eine kurze Auflistung der Tourenziele:
St. Bartholomä – Saugasse – Kärlingerhaus (Übernachtung) – Riemannhaus – Schönfeldspitze – Buchauerscharte – Lange Gasse – Wasseralm (Übernachtung) – Großes Teufelshorn – Wasseralm – Röthsteig – Salet

Der Wetterbericht für das Wochenende wurde im Laufe der Woche immer besser, doch als am Freitag dunkle Wochen den Himmel bedeckten und ein heftiger Wind wehte, dachten Martin und ich, dass die Tour ziemlich ungemütlich werden kann. Immerhin ist laut aktuellem Wetterbericht nicht mehr mit Gewitter zu rechnen.
Als wir gegen 15:30 Uhr in St. Bartholomä bei strahlend blauem, wolkenlosen Himmel und sommerlichen Temperaturen unsere Tour starten, scheint sich das Wetter auf unsere Seite geschlagen zu haben.
Für heute steht der kleinste Abschnitt der Tour auf dem Programm: Der Aufstieg durch die Saugasse zum Kärlingerhaus. Bei meinem Trailrun auf den Viehkogel bin ich schon ausführlich auf diesen Abschnitt eingegangen, weshalb ich mir eine erneute Beschreibung spare.

Ähnlich schnell wie bei meinem damaligen Trailrun kommen wir nach weniger als 2 Stunden am Kärlingerhaus an. Ein weiterer Aufstieg zum Funtenseetauern würde mit Abstieg zum Kärlingerhaus noch mal weitere drei Stunden dauern. Das könnte mit dem Abendessen etwas knapp werden und da wir morgen noch ein gutes Stück vor uns haben, entscheiden wir uns gegen einen Aufstieg zum Funtenseetauern und für das erste Weißbier.
Von den 220 Betten im Kärlingerhaus sind heute 80 belegt. Auf Nachfrage erklärt der Wirt, wenn im Vorfeld alle 220 Betten reserviert sind, kommen am eigentlichen Tag nie alle Bergsteiger vorbei und die Leute die nicht reserviert haben füllen die freien Plätze auf. Sollte die Hütte einmal überbelegt sein, wird natürlich niemand heimgeschickt, sondern muss sich eben mit einer etwas rustikaleren Schlafmöglichkeit zufrieden geben.

Auf zur Schönfeldspitze

Die Nacht im Matratzenlager endet schon relativ früh gegen 5:30 Uhr und da es schon ab 6:00 Uhr Frühstück gibt, sind wir ab 6:40 Uhr wieder unterwegs. Das Wetter ist perfekt, fast schon ein bisschen zu warm. Nach den ersten Höhenmetern taucht der markante Gipfel der 2653m hohen Schönfeldspitze auf.

Spätestens nach Verlassen der Baumgrenze wird auch jedem klar, warum man diesen Gebirgsstock das Steinerne Meer nennt. Die Landschaft erinnert an ein Meer und die leichten An- und Abstiege sind die Wellen. Mal etwas kleiner und dann etwas größer.
Noch macht es Spaß durch diese Landschaft zu laufen, aber das wird sich im Laufe des Tages noch ändern.
Nach 1 Stunde und 20 Minuten kommen wir am Riemannhaus an. Auch wenn die Beine anfangs noch etwas schwer waren, kamen wir doch noch gut in Schwung und sind nun relativ schnell angekommen.

Kurze Pause und ein letztes Auffüllen der Getränke, bevor es an den Aufstieg zur Schönfeldspitze geht. Da das Steinerne Meer eine sehr trockene Gegend ist und die Sonne an schönen Tagen unaufhörlich brennt, sollte man jede Gelegenheit nutzen um seine Wasservorräte aufzufüllen.

Der Aufstieg erfolgt zunächst durch relativ einfaches Gelände, auf Schutt oder guten ausgetretenen Wegen. An manchen Stellen auf dem Grat bieten sich interessante und kontrastreiche Blicke: Links, die karge Landschaft des Steinernen Meeres und rechts, die grünen Täler im Pinzgau.


Je höher man steigt, desto schwieriger wird das Gelände. Die Hände muss man immer öfter zu Hilfe nehmen und die Stellen werden durchaus ausgesetzter und steiler (I. – II. Grad).

Stahlseile sucht man hier vergebens. Lediglich der ein oder andere Haken oder Eisenstift ragt mal aus der Wand.
Bei herrlichem Wetter erreichen wir um 9:40 Uhr, 1 Stunde und 20 Minuten nach dem Aufbruch am Riemannhaus, den Gipfel der Schönfeldspitze.

Das Gipfelkreuz ist kein gewöhnliches Kreuz, sondern stellt Maria dar die den toten Jesus trägt; sehr imposant.
Imposant ist auch der Blick hinunter zum Königssee.

Nach kurzer Zeit geht es wieder an den Abstieg über die Buchauerscharte und weiter zur Wasseralm in der Röth im Hagengebirge.
Jetzt beginnt der weite Weg durch das Steinerne Meer. Auf der Karte sah der Weg schon weit aus, aber wenn man ihn dann läuft, kommt er einem noch viel länger vor. Die morgendliche Euphorie für das Steinerne Meer und die Begeisterung für diese interessante Landschaft sind irgendwann verflogen. Anfänglich sind die Rückblicke zur Schönfeldspitze noch ganz interessant,

aber irgendwann schwindet die Motivation. Man läuft über Geröll, über Steinplatten und Felsgelände. Es geht bergab und danach wieder bergauf. Nach jeder Kuppel hoffen wir auf Abwechslung, stellen aber schnell fest, dass sich am Gelände nichts ändert. Irgendwann nimmt man die Landschaft um sich nicht mehr richtig wahr und folgt einfach nur den Markierungen auf dem Boden.

Sollte man sich hier im Nebel verlaufen und vom Weg abkommen, dann kann man nur hoffen, dass man durch Glück wieder auf einen markierten Weg stößt.
Immer wieder nehmen wir an Abzweigungen die Karte zu Hilfe, da die Wege zwar gut markiert sind, allerdings nur sehr wenige Wegweiser mit entsprechenden Zielen aufgestellt sind. Das macht die Orientierung trotz Karte (auf der nicht alle Wege verzeichnet zu sein scheinen) nicht immer einfach.
Nach 4 Stunden 30 Minuten kommen wir endlich an der Wasseralm an.

Viel länger hätte es aufgrund der schwindenden Motivation nicht mehr dauern dürfen. Der Gipfel des Großen Teufelshorn im Hintergrund scheint für heute unerreichbar zu sein.
Die Wasseralm ist eine ehemalige Selbstversorgerhütte und erst seit Sommer 2005 einfach bewirtschaftet. Die rustikale Bauweise, die geringe Anzahl an Betten und die kleine Auswahl an Essen und Getränken, schaffen ein gutes Kontrastprogramm zu den sonstigen Hütten in der Umgebung.

Zum Abschluss auf das Große Teufelshorn

Nach dem Frühstück geht es am nächsten Morgen um 7:05 Uhr weiter.

Während der Rest noch beim Frühstück ist, brechen wir zu unserem nächsten Gipfel auf.
Mit 2363m ist das Große Teufelshorn die höchste Erhebung im Hagengebirge und von der Wasseralm aus gut erreichbar. Das Wetter ist nicht mehr so gut wie die letzten Tage, allerdings sorgt die Bewölkung für etwas angenehmere Temperaturen und so lange es nicht regnet, ist alles in Ordnung.
Der Weg zum Großen Teufelshorn ist nicht sonderlich schwer. Er verläuft anfänglich durch einen schmalen Pfad im Wald und wird im oberen Teil etwas steiniger und steiler mit leichten Kletterpassagen. Mit etwas Glück bekommt man im grasigen, grünen Gipfelbereich ein paar Steinböcke zu Gesicht.

Auch wenn unsere Beine heute merklich schwerer sind als gestern, erreich wir den Gipfel schon nach 1 Stunde und 28 Minuten. Die Sicht ist leider nicht optimal, aber das trübt das Erlebnis nicht; denn schließlich geht es jetzt an den Abstieg und zwar bis ganz hinunter.

Bis zur Wasseralm zurück sind wir ungefähr so schnell wie beim Aufstieg. Von der Wasseralm geht es nun über den Röthsteig hinunter zur Fischunkelalm und danach um den Obersee herum zur Bootsanlegestelle Salet. Auch hier spare ich mir die Beschreibung des Weges, da ich bei meinem Trailrun zur Wasseralm schon darüber geschrieben habe. Für den Abstieg von der Wasseralm nach Salet benötigen wir knapp zwei Stunden.

Mit betreten des Bootes und der Rückfahrt Richtung Parkplatz endet diese herrliche Tour.
Das Wetter war einfach phantastisch und die Tour genial. Die Besteigung der Schönfeldspitze ist eine interessante und abwechslungsreiche Tour. Das Große Teufelshorn ist etwas einfacher zu besteigen, bietet aber eine interessante Abwechslung. Genauso abwechslungs- und kontrastreich ist der Hüttenwechsel vom Kärlingerhaus zur Wasseralm. Lediglich der lange „Hatscher“ durch das Steinerne Meer geht einem irgendwann auf die Nerven.

5 Gedanken zu „Schönfeldspitze und Großes Teufelshorn (Berchtesgadener Alpen)“

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