Trailrun over „The Seven Summits of Saalbach Hinterglemm“

Für seine Sommergäste hat der Wintersportort Saalbach Hinterglemm seit diesem Jahr eine neue Attraktion.
Auf einem Wanderweg von der Bergstation des Schattberg X-Press können Wanderer bis zur Lindlingalm sieben Gipfel besteigen und legen dabei auf 24 Kilometern 1413 Hm im Aufstieg und 2128 Hm im Abstieg zurück. Dabei kann man mit einer speziellen Karte auf jedem Gipfel ein Foto von sich erstellen lassen, dass mit der jeweiligen Uhrzeit auf eine Internetseite geladen wird. So hat man am Ende sieben Gipfelfotos und eine Gesamtzeit der Tour.

Ich habe die ganze Sache etwas abgewandelt. Die Karte war mir egal, denn ich habe einen eigenen Fotoapparat und lege keinen Wert auf die Online-Auswertung. Da ich kein Fan von Bergbahnen bin, bin ich von Saalbach bis zum Ostgipfel des Schattberg zu Fuß aufgestiegen. Der Saalbachkogel liegt günstig auf dem Weg zwischen zwei Gipfeln, also habe ich ihn auch noch mitgenommen. Den Talschlusszug von der Lindlingalm bis zur Bushaltestelle habe ich ausgelassen und bin das kurze Stück selbst gelaufen. Lediglich den Bus, von Lengau bis zurück zum Parkplatz der Schattberg X-Press-Talstation in Saalbach, habe ich genutzt. Der langweilige Hatscher über knappe 10 Kilometer war mir am Ende dann doch zuviel.

Insgesamt ergibt sich somit folgende Route:
Saalbach (1000m) – Schattberg Ost (2018m) – Stemmerkogel (2123m) – Saalbachkogel (2092m) – Seetörl (1964m) – Hochkogel (2249m) – Hochsaalbachkogel (2212m) – Medalscharte (2058m) – Sonnberg (2187m) – Bärensteigkopf (2225m) – Sommertor (1939m) – Rabenkopf (2074m) – Manlitzkogel (2247m) – Zehetner Stange (2114m) – Mittagskogel (2092m) – Murnauer Scharte (1959m) – Leitenscharte (2015m) – Geißstein (2363m) – Schlaberstatt (2048m) – Schusterscharte (1985m) – Lindlingalm (1301m) – Lengau (1063m)
Gesamtlänge 33,5 Kilometer, Aufstieg 2576m, Abstieg 2472m

Los geht es am Parkplatz des Schattberg X-Press in Saalbach. Zunächst gehe ich gemütlich durch Saalbach bis ich kurz vor dem Ortausgang, links auf die Forststraße treffe, die hinauf auf den Schattberg führt.

Am Anfang fehlt mir noch etwas die Motivation. Das Wetter ist sehr wechselhaft, im Moment aber trocken, und so toll lässt sich die Forststraße nicht laufen. Ab der Mittelstation (1450m) wird der Weg dann aber endlich interessanter und aus der Forststraße wird erst ein Stück Skipiste und danach geht es auf einem schmalen, stufigen Trail durch den Wald.

Nachdem ich ein paar Höhenmeter hinter mich gebracht habe und wieder aus dem Wald raus komme, ist die Bergstation schon deutlich näher gerückt.

Ein kurzer Sprint, denn es hat mittlerweile angefangen stark zu regnen, und ich stehe unter einem Baum der mir genügend Regenschutz bietet. Zum Glück dauert der Schauer nicht lange und so geht es gleich wieder weiter, immer Richtung Bergstation. Die letzten Höhenmeter geht es über die Skipiste. Skipisten sind bekanntlich sehr steil, führen aber dafür schnell zum Ziel. Man könnte jetzt Serpentinen laufen um die Steilheit zu reduzieren, aber dafür wird die Strecke länger. Viele Wege führen nach Rom, aber nur einer ist der Kürzeste; also entscheide ich mich für die kurze, steile Variante.
An der Bergstation angekommen, gönne ich mir eine kurze Pause mit zwei Tassen Kaffee um mich etwas aufzuwärmen. 1 Stunde und 15 Minuten hat der Aufstieg vom Beginn der Forststraße gedauert.
Hier oben ist es ganz schön windig also wird das Bekleidungskonzept kurz angepasst, bevor ich um Punkt 8:00 Uhr weiter laufe.

Ab jetzt heißt es Gipfel sammeln. Es geht im ständigen auf und ab über Gipfel, vorbei an Scharten und anderen markanten Punkten.

Diese Online-Foto-Stationen auf den Gipfeln sind zum Glück so konstruiert, dass man bequem seine Kamera darauf abstellen kann und mit dem Selbstauslöser ganz passable Bilder macht.

Das Wetter ist äußerst wechselhaft. Während am Beginn der Gipfeltour blaue Lücken am Himmel immer mal wieder die Sonne zum Vorschein gebracht haben, wird es nun immer nebliger. Die Hohen Tauern, die stellenweise kurz zu sehen waren, sind nun ganz verschwunden und auch der Blick auf den weiteren Weg beschränkt sich zunehmend auf die nächste Kuppe.

Der aufziehende Nebel macht den grasigen Untergrund stellenweise sehr rutschig, was gerade bergab oder in steilen bergauf Passagen zu einer sehr interessanten Angelegenheit werden kann.
So ganz kann ich mich nicht entscheiden ob es gut ist, dass der Nebel das Ziel, den 2363m hohen Geißstein, verdeckt oder ob mir Sonne und freie Sicht lieber wären. Fakt ist, der letzte Anstieg zwischen Leitenscharte und Geißstein kostet noch mal enorm viel Kraft; zudem hat es angefangen stärker zu regnen und es weht ein eisiger Wind. Während der Tour bin ich immer wieder etwas gegangen, aber jetzt am letzten Anstieg ist es mit dem Laufen endgültig vorbei.
Oben angekommen, Erleichterung. Das war der letzte Gipfel (zumindest bin ich an sieben dieser Fotostationen vorbei gekommen), jetzt geht es bergab.

Der extrem feuchte und aufgeweichte Boden erfordert auch beim Abstieg höchste Konzentration und kostet viel Kraft. Dass es kräfteraubend ist und dass ich auch schon ein paar Kilometer in den Beinen habe merke ich daran, dass ich stellenweise bergab gehe. Ja; ich der Downhill-Fanatiker, gehe bergab. Getreu dem Motto von Hans Kammerlander: „Der Berg gehört dir erst wenn du wieder unten bist. Vorher gehörst du dem Berg.“
Während auf dem Gipfel des Geißstein noch ein eisiger Wind blies und mir den Regen ins Gesicht wehte, kommt nun wieder die Sonne raus und ich mobilisiere die letzten Kräfte.

Als ich dann auch noch im Tal die Lindlingalm sehe, kommt der Downhiller wieder raus.
An der riesigen Erlebnis-Alm angekommen, sehe ich dann auch wieder die ersten Leute.

Auf der ganzen Tour ist mir, ausgenommen an der Bergstation auf dem Schattberg, kein einziger Wanderer/Urlauber begegnet. Über 30 Kilometer Genuss-Trailrunning in absoluter Einsamkeit und das in einem solch bekannten Gebiet. Der wechselhafte Sommer hat also doch seine positiven Seiten.
An der Alm vorbei geht es noch knappe 2,5 Kilometer auf der Straße hinunter zur Bushaltestelle, wo der heutige Trailrun endet.
Eine sehr interessante und anspruchsvolle Tour. Wer die Ruhe sucht, sollte entweder sehr früh starten oder bei wechselhaftem Wetter aufbrechen. Laut den Gipfelbüchern sind bei gutem Wetter sehr viele Wanderer in dieser Gegend unterwegs.
Für die Strecke von Schattberg Ost bis zum Geißstein habe ich 3 Stunden und 57 Minuten benötigt. Der Abstieg vom Geißstein bis zur Lindlingalm dauerte 1 Stunde und 30 Minuten.
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