Trailrun auf den Gamsknogel

Fuderheuberg, Hochstaufen, Mittelstaufen, Zwiesel, da fehlt nur noch der Gamsknogel und die Reihe des Staufen ist komplett. Irgendwie habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft mal auf dem Gamsknogel vorbei zu schauen; eine Schande wie sich heute herausstellen wird.
Die Tour startet in Einsiedl bei Inzell und führt mich nach nur wenigen Metern Forststraße auf einen grandiosen Trail.

2008, während meiner Tour auf dem Maximiliansweg, bin ich dieses Stück bis zur Kohleralm schon einmal gegangen, aber so richtig kann ich mich an den Weg nicht mehr erinnern. Damals war es der letzte nennenswerte Anstieg nach 20 Tagen, kurz vor dem Ziel in Berchtesgaden.
Heute stelle ich fest: Genial…warum bin ich hier noch nie gelaufen. Ein toller, schmaler Trail der sich wurzeldurchsetzt und steinig, in schmalen Serpentinen, den Weg nach oben bahnt.
Damals war ich viel zu sehr mit mir selbst und dem Ziel beschäftigt; heute läuft es einfach herrlich, locker, leicht.

Der MP3-Player spielt: „Was wird mich erwarten“…“wenn ich wieder komm“. Heute weiß ich, was mich erwartet, nachdem ich wieder hier bin. Ein absolut geniales Trail-Erlebnis.
An der Kohleralm angekommen gönne ich mir eine kurze Pause und genieße etwas die Ruhe. Es ist sehr wenig los und das trotz des guten Wetters. Es ist zwar etwas dunstig und einzelne Hochnebelfelder ziehen durch, aber für Ende November ist es einfach der Wahnsinn.

Bis zur Kohleralm kannte ich den Weg. Von hier ging es damals direkt rüber zur Zwieselalm. Da will ich heute auch noch vorbei schauen, aber zunächst geht es hinauf auf den 1750m hohen Gamsknogel. Von der Alm ist das Gipfelkreuz schon zu erkennen und scheint zum Greifen nahe, aber der letzte Anstieg ist steil und kostet noch Mal ordentlich Kraft.

An manchen Stellen helfen Stahlseile oder Leitern über schwierige Passagen hinweg. Extrem anspruchsvoll ist der Anstieg nicht, aber trittsicher sollte man schon sein. Wer den Aufstieg bis zur Kohleralm geschafft hat, für den sind auch die letzten Höhenmeter bis zum Gipfel kein Problem.
Auf dem Gipfel angekommen offenbart sich ein herrlicher Blick in die Berchtesgadener Alpen, hinüber zum Kaisergebirge, hinunter ins Chiemgau und auf den Chiemsee und auf den Weiterweg über den Grat zum Zwiesel.

Der Grat ist, verglichen mit dem Aufstieg, etwas anspruchsvoller. An einigen Passagen sind Trittstifte und Stahlseile angebracht. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollten für den Weg hinüber zum Gipfel des Zwiesels vorhanden sein.

Immer wieder bekommt man ein paar kurze Blicke hinunter zum Frillensee, dem kältesten See Mitteleuropas. Es sieht so aus, als wenn er schon komplett zugefroren ist. Das besondere am Frillensee ist, dass er immer von der Mitte nach außen zufriert.

Auf dem Zwiesel angekommen genieße ich die Aussicht und das Privileg alleine hier oben zu sein. Obwohl 12:40 Uhr, bei diesem Wetter, hier oben eigentlich wesentlich mehr los sein müsste, bin ich ganz alleine…keine Menschenseele weit und breit.

Weiter geht es hinunter zur Zwieselalm.

Von der Zwieselalm geht es nun wieder hinüber zur Kohleralm. Ein schmaler Pfad führt durch die Nord- und Westabstürze des Hinterstaufen, hinüber zur Alm.

Ein paar kurze Anstiege und zum Schluss ein etwas längerer und steilerer und ich bin wieder an der Kohleralm. Im Vergleich zu vorher, hat sich das Wetter gebessert und die Hochnebelfelder haben sich weitestgehend verzogen.

Dafür hängen sie jetzt unten im Tal und so wird es, je tiefer ich komme, immer dunstiger und kälter. Es ist zwar ein toller Downhill auf diesem schmalen Trail, aber wenn man bedenkt was man oben am Gipfel für ein schönes Wetter zurücklässt, trübt es das Erlebnis ein bisschen…aber nur ein ganz kleines bisschen.
Vier Stunden Trail-Erlebnis liegen hinter mir. Tolle Aufstiege, ein herrlicher Grat, interessante Downhills und herrliches Wetter. Was will man mehr?

3 Gedanken zu „Trailrun auf den Gamsknogel“

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