Nikwax: Pflege für Outdoorbekleidung

Outdoorbekleidung ist teuer. Nicht selten zahlt man für eine Jacke (Hose, etc.) eines bekannten Herstellers 300 Euro und mehr.
Je höher der Preis, desto höher sind auch oft die Erwartungen, die an die Jacke gestellt werden. Leider wird dabei oft vergessen, dass ein gewisses Maß an Pflege notwendig ist um die Funktion der Jacke, z.B. der wasserdichten und atmungsaktiven Membran, aufrecht zu erhalten.
„Meine Jacke ist undicht“, „Die Membran ist kaputt“, „400 Euro und immer noch nass“…Die Liste an Aussagen verärgerter Kunden ließe sich unendlich fortführen. Fakt ist: Nur in den seltensten Fällen weißt die Membran einen Fehler auf oder wurde durch unsachgemäßen Gebrauch beschädigt.
Oft genügt schon die richtige Pflege und die Jacke „arbeitet“ wieder zuverlässig.

Das elementarste dabei ist die Imprägnierung. Ist sie nicht mehr vorhanden, dann saugt sich das Außenmaterial mit Wasser voll. Bei einer Hardshell (wasserdicht) hat dies zur Folge, dass die Atmungsaktivität beeinträchtigt wird, der Schweiß nicht mehr richtig nach außen transportiert wird, man langsam auskühlt und das Gefühl hat, der Regen dringt von außen in die Jacke. Bei einer Softshell (wasserabweisend) wird man schneller nass und auch ein kurzer Regenschauer geht durch bis auf die Knochen.
Ein Durchgang im Wäschetrockner reaktiviert die Original-Imprägnierung des Herstellers vielleicht wieder ein bisschen, aber irgendwann kommt man an den Punkt, an dem die Imprägnierung aufgefrischt werden sollte. Bevor man jetzt wild drauf los sprüht sollte man unbedingt die Pflegehinweise des Herstellers (Etikett, Homepage, Händler) beachten. Jeder Hersteller gibt für die Pflege seiner Produkte andere Anweisungen und auch auf dem Markt der Pflegemittel gibt es immer mehr Auswahlmöglichkeiten.
Im Normalfall schadet es der Jacke nicht, wenn sie sich die Waschmaschine einmal von innen anschaut. Nach jeder Tour muss sie allerdings nicht in die Wäsche, aber wenn die Atmungsaktivität spürbar nachlässt, die Imprägnierung nicht mehr vorhanden ist oder sämtliche Wanderer die Flucht ergreifen wenn du auf den Gipfel zusteigst, dann sollte man einen Waschgang ins Auge fassen.

Nikwax deckt mit seinen Produkten eine breite Palette an „Mittelchen“ ab, die dafür sorgen, dass die Ausrüstung wieder aufgefrischt wird.
Seit der Unternehmensgründung im Jahre 1977 stellt Nikwax sämtliche Produkte ohne Fluorcarbone und Treibgase her und ist auch heute die einzige Marke in diesem Segment, deren gesamte Produktpalette zu 100% auf Wasser basiert und lösungsmittelfrei arbeitet.

Zuerst empfiehlt es sich, die Bekleidung zu waschen. Hierfür gibt es Tech Wash (für alle imprägnierten Textilien). Tech Wash ist ein schonendes Waschmittel auf Seifenlaugenbasis, das – entgegen herkömmlicher Haushaltswaschmittel – tensidfrei ist und dementsprechend keine die Membran beeinträchtigenden Waschmittelrückstände hinterlässt.
Zusätzlich ergänzt sich Tech Wash mit TX.Direct und schont die aufgetragene Imprägnierung, die somit seltener erneuert werden muss.

Nach dem Waschen erfolgt die Imprägnierung. Hier bietet Nikwax zwei Produkte an.
TX.Direct Spray-On wird nach dem Waschen auf die Kleidung von außen aufgesprüht. Es eignet sich vorzugsweise für alle Produkte mit PU-Beschichtung und/oder feuchtigkeitstransportierendem Innenfutter.
TX.Direct Wash-In eignet sich für alle anderen wasserdichte Jacken mit atmungsaktiver Membran und wird in einem separaten Waschgang in die Kleidung eingewaschen.

Genug Theorie, jetzt kommt die Praxis:
Ich habe mir mal ein paar meiner Jacken geschnappt und ihnen einen kleinen Waschgang gegönnt. Maschine auf, Jacken rein, Maschine zu, Tech Wash ins Waschmittelfach und Action. Als Dosierung gibt Nikwax 100 bzw. 150 ml (je nach Wasserhärte) pro Kleidungsstück an. Maximal sollen zwei Teile pro Waschgang gereinigt werden.
Kleiner Tipp: Reißverschlüsse und Klettverschlüsse vor dem Wachen verschließen.
Ich hatte drei Teile in der Maschine und habe dementsprechend die Dosierung etwas verringert.
Nach dem Waschgang folgte die Imprägnierung. Die Wahl fiel auf TX.Direct Spray-On, da ich persönlich kein Fan von der einwaschbaren Imprägnierung bin, obwohl sich diese wesentlich gleichmäßiger verteilt und keine Stelle auslässt.
Also, Jacke auf einen Kleiderbügel gehängt und auf der Terrasse eingesprüht.

Vorne, hinten, unterm Ärmel, hintern Ärmel…das ganze im noch feuchten Zustand, denn so trocknet alles schön mit ein.
Nach zwei Minuten die Rückstände mit einem feuchten Tuch abwaschen und fertig.

Danach wandert die Jacke zum trocknen und ist einen Tag später wieder einsatzbereit.
TX.Direct muss nicht im Trockner aktiviert werden um seine „Imprägnier-Fähigkeit“ zu entfalten. Ein einfaches Trocknen an der Luft reicht völlig aus.
Nach dem Trocknen dann der erste Test. Die Imprägnierung hat keinerlei sichtbare Flecken hinterlassen. Trotz der auffallend hellen Farben des Außenstoffs sind keine Rückstände zu erkennen und ganz wichtig: Die Imprägnierung ist wieder hergestellt. Das Wasser perlt wieder schön ab und der nächste Regen kann kommen.
Die Imprägnierung funktioniert, aber was ist mit dem Waschmittel.
Zugegeben, die Wirkungsweise und Funktion von Tech Wash gegenüber herkömmlichen Waschmitteln lässt sich nicht so einfach vergleichen.
Ich habe mir hierzu eine Regenjacke (Gore-Tex Paclite) genommen und diese zunächst mit TX.Direct Spray-On imprägniert. Somit wurde sichergestellt, dass eine Imprägnierung vorhanden ist. Danach wurde ein Ärmel mit Tech Wash und ein Ärmel mit einem herkömmlichen Flüssigwaschmittel gewaschen: Handwäsche, 30 Grad, 3 Minuten durchwaschen, 60 Minuten einwirken, einige Minuten auswaschen.
Beim Auswaschen habe ich schon festgestellt, dass das herkömmliche Waschmittel wesentlich hartnäckiger ist und sich länger in der Jacke hält als Tech Wash. Auch hat sich der mit Tech Wash behandelte Ärmel „härter“ angefühlt und das Wasser schien deutlich besser abzuperlen.
Nach dem Auswaschen wurde die Jacke an der Luft getrocknet und anschließend wurde die Imprägnierung getestet.
Hier fiel auf, dass das Wasser an dem mit Tech Wash gewaschenen Ärmel wesentlich besser abperlte, während sich an dem mit herkömmlichen Waschmittel gewaschenen Ärmel der Oberstoff nach einer Zeit schon merklich mit Wasser vollsaugte und das Wasser nicht mehr richtig abperlen ließ.

Somit scheint Tech Wash in der Tat schonender mit der Imprägnierung umzugehen und pflegt die Membran wesentlich besser als ein herkömmliches Waschmittel.

Es macht also Sinn, bei der Pflege seiner Outdoorbekleidung auf die richtigen „Mittelchen“ zu setzen. Man schont das Material und verleiht seiner Ausrüstung neuen Glanz. Sicherlich kostet die richtige Pflege Geld und sicherlich sind „Outdoor-Waschmittel“ teurer als herkömmliche Waschmittel, aber sollte einem die Pflege einer 300 Euro teuren Jacke nicht etwas mehr Wert sein, als 0,20 Cent für einen herkömmlichen Waschgang?

Mehr Informationen unter http://www.nikwax.de/de-de/

In Kooperation mit via-ferrata.de – dem Portal für Klettersteige und Skitouren

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