Saucony Xodus 3.0 GTX

Denis hat mit dem Saucony Peregrine 2 den Schuh seines Trail-Sommer gefunden, Margitta ist seit Langem begeistert vom Kinavara und dank campz.de komme ich jetzt auch mal in den Genuss einen Saucony zu laufen; den Saucony Xodus 3.0 GTX.

Der trailtaugliche John-Deere-Rasenmäher kommt in leuchtendem grün und mit aggressiver Sohle.
Die Außensohle ist vom Spezialisten Vibram und bietet neben gutem Grip, auch die entsprechende Protektion im rauen Gelände. Das Profil, das in alle Richtungen seine Stollen ausbreitet, sticht sofort ins Auge. Eine EVA-Kombination im Bereich der Mittelsohle sorgt für zusätzliche Dämpfung und erhöht den Komfort beim Laufen. Die Einlegesohle ist atmungsaktiv, feuchtigkeitsabsorbierend, geruchshemmend und antimikrobiell behandelt. Sie fördert zudem den Tragekomfort und das Wichtigste: Auf ihr ist leicht ersichtlich die Sprengung des Schuhs angegeben; in diesem Fall sind es 4mm.

Diese 4mm ergeben sich aus einer Fersenhöhe von 23,5mm und einer Vorfußhöhe von 19,5mm. Durch diese 4mm Fersensprengung hat man eine bessere Balance und eine bessere Kontrolle des Schuhs. Der Vorgänger des Xodus 3.0 hatte noch eine Sprengung von 12mm.
Die Schnürung des Schuhs beruht auf dem PRO-LOCK-System. Hierbei handelt es sich um unterstützende Riemen, die von beiden Seiten des Mittelfußes bis zu einer Öse reichen, und dadurch den Fuß fest auf der Zwischensohle fixieren sollen. Desweiteren befindet sich im unteren Ende der Schnürung eine kleine Öse, mit deren Hilfe man im Winter die Gamaschen richtig am Schuh befestigen kann, ohne dabei die komplette Schnürung nach oben zu ziehen.

Nachdem der Xodus 3.0 GTX ordentlich geschnürt wurde, verschwinden die Schnürsenkel in der „Schnürsenkel-Garage“ (Saucony nennt die wirklich so).
Eine Gore-Tex-Membran hält den Fuß bei starkem Regen trocken. Das HydraMAX-Futter im Inneren des Schuhs soll zudem den Feuchtigkeitstransport nach außen unterstützen und für ein angenehmes Klima sorgen.
Das so genannte HRC Strobel Board, das sich über die komplette Sohle des Schuhs zieht, ist eine Technologie die nur Saucony verwendet und die sowohl die Polsterung, als auch den Tragekomfort erhöhen soll.

Als ich den Karton mit den Schuhen zum ersten Mal öffne denke ich mir nur: „Woohaa, sind das große Schuhe!“ Auf den ersten Blick wirken sie in der Tat etwas „klobig“ und ich habe Angst sie auf die Wage zu stellen, aber so viel schwerer sind sie nicht und es sind auch nicht meine schwersten Trailschuhe. Also runter von der Wage und…halt, was ist das? Eine Vibram-Sohle und noch dazu eine sehr interessante Konstruktion. Das sieht nach dem absoluten Grip aus, da bin ich mal gespannt.
Die Schnürung des Schuhs ist sehr flexibel, was es erlaubt, den Schuh perfekt an den Fuß anzupassen und optimal zu fixieren. Auf der Gegenseite erfordert es etwas Zeit, bis man an allen Ecken richtig angezogen hat und bereit ist zum loslaufen. Dafür hält die Schnürung auch während langer Läufe was sie verspricht. Die etwas langen Schnürsenkel verschwinden in der „Garage“ und los geht’s.
Da die Schnürung sehr weit nach oben reicht, kann es vorkommen, dass das obere Ende des Schuhs an den Knöchel drückt. Ein sehr unangenehmes Gefühl, das durch entsprechendes Nachziehen der Schnürung oder Umfädeln aber beseitigt werden kann.

Absolut positiv ist die zusätzliche Fixierung für Gamaschen, am unteren Ende der Schnürung. Die metallene Öse macht einen sehr stabilen Eindruck und dadurch, dass sie separat am Schuh befestig ist, kann es nicht vorkommen, dass man die Schnürung mit der Gamasche nach oben zieht oder sich die Gamasche während des Laufens löst.
Die Gore-Tex-Membran hält dicht und auch unter der Schnürung ist der Schuh wasserdicht. Auf den ersten Blick scheint es, als ob hier nur ein luftiges Meshfutter verarbeitet wurde, aber wenn man sich die Sache einmal von innen anschaut oder den Schuh ins Wasser taucht, dann merkt man, dass auch unter der Schnürung ein Gore-Tex-Futter verbaut wurde und der Schuh somit komplett wasserdicht ist.

Das HydraMAX-Futter im Inneren des Xodus 3.0 GTX, soll laut Saucony den Feuchtigkeitstransport unterstützen, was bei einem Schuh mit einer wasserdichten Membran sehr sinnvoll ist, da durch diese Membran die Atmungsaktivität, im Vergleich zu Schuhen ohne Membran, eingeschränkt ist.
Diese Funktion erfüllt das Futter auch, wobei es während langer Läufe oder bei sehr warmen Wetter vorkommen kann, dass auch dieses Futter an seine Grenzen stößt und die Temperatur im Schuh steigt. Keine Angst, der Fuß fängt nicht an zu braten, aber es wird merklich wärmer.

Der Schuh lässt sich gut laufen und macht richtig Spaß. Man steht sehr fest im Schuh, hat genügend Stabilität im Fersenbereich und der Fuß ist fixiert. Im groben und anspruchsvollen Gelände kommen ihm seine guten Dämpfungs- und Protektionseigenschaften zu Gute. Die hochgezogenen Schutzränder an der Außensohle schützen den Fuß optimal vor Geröll und verzeihen auch mal kleine Fehltritte oder Ausrutscher. Auch im Zehenbereich bietet der Schuh einen extra Schutz.
Die Sohle bietet sehr guten Grip auf trockenem Untergrund und auch wenn es nass wird, überzeugt sie. Hier kommt das sehr starke und aggressive Profil des Xodus 3.0 GTX voll auf seine Kosten. Die vielen Stollen, die alle in unterschiedliche Richtungen angeordnet sind, verleihen dem Schuh sehr gute Eigenschaften.
Jedoch hat dieses „enge“ Profil auch einen Nachteil. In den kleinen Zwischenräumen setzt sich bei nassem Untergrund, sehr schnell der Matsch fest und lässt sich auch nicht so einfach wieder rauslaufen. Das führt dazu, dass man mit der Zeit etwas an Grip verliert, da sich manche Bereiche zu stark zugesetzt haben.

Wären die Stollen weiter auseinander, würde sich der Dreck besser lösen, bzw. nicht so schnell festsetzen können. Auch mit ein paar weniger Stollen würde der Xodus immer noch eine sehr gute Figur im steilen Gelände machen.

Der Saucony Xodus 3.0 GTX ist ein toller Schuh, mit dem ich sehr gerne in John-Deere-Manier über die Trails mähe. Anfangs wirkt er etwas groß, aber das täuscht und ändert nichts an der Lauffreude; schließlich handelt es sich hier um einen gut gedämpften Schuh mit Vibram-Sohle; da kann er ruhig etwas größer aussehen.
Die Sohle bietet auch im technischen, steilen Gelände den nötigen Grip, kann sich aber bei matschigem Untergrund sehr schnell mit Dreck zusetzen und dadurch den Spaß etwas schmälern.
Der Slogan auf der Lasche „Saucony Run Anywhere“ trifft auf jeden Fall zu und man hat sogar noch Spaß dabei.

Gewicht: 852g (Paar / Größe 46)

Es gibt den Xodus 3.0 auch als Version ohne Gore-Tex-Membran.

Hier gibt es weitere Trailschuhe bei campz.de

9 Gedanken zu „Saucony Xodus 3.0 GTX“

  1. Das Problem mit der Schnürung, die zu hoch geht,kenne ich bei dem Kinvara auch, aber auch bei anderen Marken, so schnüre ich ein Loch tiefer, und das Problem ist gelöst.

    Ansonsten habe ich – wie du bereits erwähntest – nur gute, sehr gute Erfahrungen mit Saucony gemacht, Schuhe, mit denen du unterwegs bist, brauche ich auf diesem Profil nicht.

    Was wiegt der Schuh, das würde mich auch interessieren ?

    1. Das mit dem „weiter unten Schnüren“ ist eine Möglichkeit, solange man dadurch keine Einbußen in der Stabilität hat.

      Das Paar wiegt in Größe 46 852g, was natürlich wesentlich mehr ist als beim Peregrine 2, aber dafür gibt es ja auch eine gehörige Portion Dämpfung obendrauf. 😉

    1. Jupp, bin mir sicher.
      Ist wie gesagt nicht mein schwerster Trailschuh, aber schon im oberen Drittel.

      Kann wie gesagt, mit deinen Leichtgewichten nicht vergleichen.
      Gibt zwar auch Trailschuhe, die in diese Richtung gehen, aber da macht sich das leichtere Gewicht bei der fehlenden Dämpfung und Protektion bemerkbar.
      Ist nicht jedermanns Sache, aber ich finde es immer eine willkommen Abwechslung, wobei ich auch nicht in jedem Gelände die leichten Schuhe bevorzuge.
      Das ist manchmal wie in der Formel 1, wo man vor jedem Rennen die Reifentaktik genau plant. 😉

    1. Ja, ich war auch überrascht, dass er so eine geringe Sprengung hat. Hätte vom ersten Blick her auch mit wesentlich mehr gerechnet.
      Ich glaube die Sprengung verleiht ihm etwas Lauffreude und hilft etwas, über das „hohe“ Gewicht hinweg zu sehen.
      Mit einer größeren Sprengung würde er sicherlich wesentlich „schwerfälliger“ sein.

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