Vaude Cosmique Jacket

Stabiles Wetter, angenehme Temperaturen, die Jacke kann zu Hause bleiben oder doch einpacken? Im Prinzip kann man sich das Gewicht sparen, aber wenn…
Die Vaude Cosmique Jacket ist eine Jacke für genau solche Situationen. Kleines Packmaß, fällt kaum ins Gewicht und für den Fall der Fälle, hat man einen guten Wetterschutz.

Die Comique ist eine Windjacke (oder Windbreaker), das bedeutet, sie ist winddicht, aber nicht wasserdicht. Windproof 100 ist das winddichte Material aus dem Hause Vaude, das in der Jacke verarbeitet wurde. Diese Material ist atmungsaktiv, 100% winddicht und bis zu einem gewissen Grad wasserabweisend. Es handelt sich hierbei um eine Sandwich-Konstruktion aus einem technischen und winddichten Außenstoff, kombiniert mit einem wärmenden Innenmaterial.
Die Jacke hat eine kleine Brusttasche, in der bequem ein Handy und ein kleiner Geldbeutel Platz finden. Die Tasche dient auch gleichzeitig als Packbeutel, in dem sich die Jacke klein und Platz sparend, ohne Probleme, verstauen lässt. Hier ist sogar eine kleine Schlaufe verarbeitet, mit deren Hilfe man die Jacke am Rucksack oder Klettergurt befestigen kann.

Elastische Ärmelbündchen und eingearbeitete, elastische Einsätze am Jackensaum, sollen zusätzliches Eindringen von Wind verhindern. Die Ärmel verfügen über Daumenschlaufen.
Die Kapuze liegt eng an und auch hier sorgen Gummieinsätze für die nötige Flexibilität.
Der durchgehende Front-Reißverschluss ist mit einer einfachen Sturmleiste hinterlegt, um auch hier vor dem Eindringen von Wind zu schützen.

Die Vaude Cosmique Jacket wurde aus bluesign-zertifizierten Stoffen gefertigt und wird somit den sehr hohen Ansprüchen an Umweltschutz, Arbeitsschutz und Verbraucherschutz gerecht.

Das kleine Packmaß und das geringe Gewicht machen die Cosmique zu einem idealen Begleiter. Egal ob als Reservejacke oder als Windschutz auf dem Gipfel, sie lässt sich problemlos verstauen und fällt mit ihren 104g (Größe S) fast nicht ins Gewicht. Gerade die winddichte Eigenschaft ist Gold wert, wenn man im Herbst bei angenehmen Temperaturen im Tal startet und bei starkem Wind auf dem Gipfel steht. Obwohl die Jacke sehr dünn ist, leistet die Membran dennoch gute Arbeit und hält den Wind draußen. Die elastischen Ärmelbündchen schließen gut ab und wenn es kälter wird, sorgen die Daumenschlaufen für zusätzlichen Komfort. Wird es wärmer, so kann man die Ärmel dank der Gummizüge in den Bündchen, schnell und problemlos nach oben schieben.

Im Bereich des Saums zieht aber dennoch etwas Wind hinein. Hier wurden zwar kleine, elastische Einsätze auf jeder Seite eingenäht, aber ein Rundum-Gummizug oder ein normaler Kordelzug, würden hier wesentlich bessere Ergebnisse erzielen und die Jacke im unteren Bereich noch winddichter machen.
Die Kapuze liegt eng am Kopf an und auch hier sorgen Gummizüge für einen optimalen Abschluss. Die Kapuze ist so geschnitten, dass sie das Sichtfeld nicht beeinträchtigt, auch nicht wenn man den Kopf auf die Seite dreht. Durch den Gummizug fällt es auch nicht sonderlich ins Gewicht, dass sich die Kapuze nicht mit einem Kordelzug separat verstellen lässt. Sie passt sich schon irgendwie jeder Kopfform an.

Die Jacke trägt sich angenehm, solange sie trocken ist. Wird die Jacke nass, was beim Laufen zwangsläufig passiert, denn auch hier wurde keine Wundermembran verarbeitet die mit unglaublicher Atmungsaktivität aufwartet, dann klebt sie auf der Haut. Das ist nicht unbedingt ein unangenehmes Gefühl, sorgt aber dafür, dass die isolierende Eigenschaft etwas beeinträchtigt wird, da man nun durch den direkten Kontakt schneller auskühlt. Den Wind hält die Membran auch im feuchten Zustand ab, aber man spürt von außen deutlich die kühleren Temperaturen wenn die Jacke auf der Haut klebt.
Die Jacke trocknet nach der Benutzung relativ schnell.
Auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt reichen, wenn man total nass geschwitzt ist, die Cosmique und ein einfaches Funktionsshirt aus, um den nötigen Komfort zu gewährleisten.
Da die Jacke „nur“ wasserabweisend ist, bleibt eine Hardshell bei Regen dennoch die erste Wahl. Sobald man aber davon ausgehen kann, dass es trocken bleibt, ist eine Windjacke, wie die Cosmique, die optimale Lösung.

Leider scheint der Innenstoff nicht sonderlich robust zu sein. Gerade unter den Achseln scheuert sich dieser sehr schnell ab. Auch im Bereich der Brusttasche, die wenn sie gefüllt ist immer auf dem Baselayer reibt, zeichnen sich deutliche Abnutzungsspuren ab. Sicherlich wird die Jacke beim Trailrunning, in diesen Bereichen, sehr hohen Belastungen ausgesetzt, viel mehr als dies beim Wandern der Fall wäre, aber trotzdem dürfte eine Abnutzung in diesem Maße noch nicht auftreten.
Die Abnutzung ist nur auf der Innenseite sichtbar, betrifft also nicht den Außenstoff. Das bedeutet, dass die Jacke unter den Achseln jetzt nicht mehr so gut wärmt und vielleicht minimale Werte ihrer Winddichtigkeit in diesen Bereichen eingebüßt hat. Ihre grundlegende Funktion als windabweisende Schicht sehe ich dadurch aber nicht gefährdet.

Die Vaude Cosmique Jacket ist eine Windjacke mit tollen Eigenschaften. Dank des geringen Gewichts und das überaus kleinen Packmaßes muss man sie fast immer mit auf Tour nehmen. Ein besser verarbeiteter Saum und ein robusterer Innenstoff und die Jacke wäre perfekt.

6 Gedanken zu „Vaude Cosmique Jacket“

  1. Danke für dein Review. Ich habe die Jacke auch schon länger im Blick. Leider wurde die Freude nun etwas getrübt… Wie oft hast du sie denn genutzt, bis die Abnutzungen eintraten?

    1. Gute Frage, ich habe nicht genau Buch geführt, aber es waren ungefähr 2 1/2 Monate und ca. 200 Lauf-Kilometer (ganz grob geschätzt).

      Wie gesagt, die Abnutzung tritt nur an den extrem beanspruchten Partien auf und auch hier wird die Winddichtigkeit nicht signifikant beeinflusst, aber ärgerlich ist es natürlich trotzdem.

      1. Das ist nicht wirklich viel. Bei einer 20€ Jacke würd ich sagen, billig gekauft, aber das ist für mich ein Ausschlusskriterium! Regenjacken halten wenigstens ca. 1-1,5 Jahre…

        Danke dass du mich vor dem Kauf bewahrt hast! Dann wird´s wohl doch auf die Rab Cirrus raus laufen!

  2. Schöner Review! Die Jacke bzw. das Material ist sicherlich nicht für die Dauerbelastung, wie sie beim Laufen bzw. Trailrunning durch die Armbewegung auftritt, konzipiert. Sondern eher für den Windschutz bei Pausen oder für gemäßigte Aktivitäten.

    Für´s Laufen eignen sich meiner Meinung nach, Jacken am besten, die unter den Achseln mit Stretchbereichen ausgestattet sind, wie z. B. die Viso von Berghaus oder die Marmot Ether Driclime oder reine Laufjacken wie die Craft Performance Run Featherlight. Trotzdem ist die Abnutzung nach so kurzer Zeit mehr als ärgerlich.

    @Knilch Das gleiche Problem könntest du bei der Cirrus auch bekommen. Zum drüber ziehen okay, aber beim Laufen dürfte das Pertex auch schnell Abnutzungserscheinungen an den Achseln aufweisen. Die mechanische Belastung durch die Armbewegung ist einfach zu hoch.

    1. Danke für deinen Kommentar, Jens.

      Ich werde die Jacke weiterhin dabei haben, auch wenn sie nur als Backup-Lösung dient. Wie du schreibst, gerade in den Pausen ist sie als Windschutz echt super.
      Jetzt kommt dann sowieso so langsam die Membran-Zeit. 😉

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