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Bloggertreffen im Zillertal

Woran liegt es, dass es im Moment so besch*** Wetter hat? Sicherlich gibt es viele mögliche Erklärungen, die einen mehr, die anderen weniger plausibel.
Es könnte zum Beispiel damit zusammen hängen, dass ich noch keinen Bericht über das verregnete, lange Wochenende im Zillertal geschrieben habe und sich das Wetter aufgrund dieser Disbalance, noch nicht geändert hat.
Mal schauen, vielleicht wird es ja jetzt besser.
Die Bergfreunde haben, zusammen mit Mammut, ins Zillertal zum Bloggertreffen eingeladen. Eine super Gelegenheit um alte Bekannte zu treffen und neue Leute kennen zu lernen.

09.05.2013, das Auto ist gepackt
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und nach einem unplanmäßigen Stopp mit Reifenpanne, komme ich dann auch irgendwann im Zillertal an.
Aufgrund der verhältnismäßig kurzen Anreise, bin ich erst mal alleine, schnüre bei sonnigem Wetter meine Schuhe und mache mich drauf, die Gegend zu erkunden.
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In der Heimat von Markus Kröll gibt es sicherlich ein paar tolle Trails, die nur darauf warten erkundet zu werden.
Vorbei geht es an großen Felsblöcken, wo bunt gekleidete Menschen dicke Matten auslegen und dann versuchen an diesen Blöcken nach oben zu klettern.
Bouldern nennt man das wohl und bouldern steht auch bei vielen Leuten unserer Gruppe für die nächsten Tage im Fokus, denn das geht hier im Zillergrund sehr gut. Überall liegen diese großen Blöcke herum und aus allen Ecken kommen diese bunten Menschen mit den riesigen Matten auf dem Rücken herbeigeströmt, um diese Blöcke in allen Varianten zu erklimmen.
Verrückte Welt!…für mich geht es weiter, immer dem Weg entlang, nach oben.
Die Sonne strahlt, links und rechts ragen die steilen Felswände nach oben und unzählige, kleinere und größere Wasserfälle rauschen in die Tiefe. Verdursten wird hier so schnell niemand, bei den Wassermassen die sich hier ihren Weg ins Tal bahnen und Schnee gibt es ab 1800m auch noch genügend.
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Unterwegs ist hier noch niemand. Drei Skitourengeher sind mir auf halber Strecke entgegen gekommen, aber die werden ihre Skier heute auch mehr auf dem Rücken tragen als an den Füßen. Ansonsten trifft man hier auf keine Wanderer, denn die umliegenden Hütten haben noch geschlossen und die Wege in den höheren Lagen sind noch mit Schnee bedeckt.
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Da hinten komme ich her. Ziemlich unspektakulär, aber hier bin ich ganz alleine, genieße die Ruhe und lege mal wieder eine kleine Gesangseinlage, zu der Musik meines iPods, ein.
Ein kurzes Sonnenbad auf 2000m im Schneefeld, dass sich die nächsten zwei Tage mit einem ordentlichen Sonnenbrand rächen wird und dann geht es auch wieder auf gleicher Strecke zurück zum Startpunkt.
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Noch scheint niemand der anderen Teilnehmer am Gasthaus bzw. am Zeltplatz angekommen zu sein und so baue ich erst einmal mein mobiles Büro auf.
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Es hat durchaus seine Vorteile, wenn man mit dem rollenden Basecamp unterwegs ist. Man macht Sachen, die man sonst nicht macht und vor allem nimmt man Dinge mit, die man nie auf eine Tour mitnehmen würde. Wenn man das ganze Zeug nicht schleppen muss, wirft man am Tag der Abreise einfach alles in den Kofferraum was so in der Wohnung rum liegt.

Dann treffen auch schon die Bergfreunde und die ersten Teilnehmer ein.
Mit im Gepäck, diverse Ausrüstungsgegenstände der anderen Sponsoren (Edelrid, Black Diamond, Brunton, Optimus, Trek´n´Eat und Wechsel), die uns die nächsten Tage zur Verfügung gestellt werden.
Nach einer ersten Begrüßung und nachdem der Zeltplatz nicht mehr als Parkplatz fungiert, geht es an den Aufbau unseres Lagers.
Ich habe keine Ahnung, wann ich das letzte Mal im Zelt geschlafen habe, geschweige denn, wann ich das letzte Mal ein Zelt aufgebaut habe. Es ist auf jeden Fall so, dass diese Teile nicht gerade einfach konstruiert sind und mich die Vielzahl der Schnüre, Ösen und Verbindungsstangen, total überfordert.
Schuhe an und Rucksack auf, das kann ich…Zelt aufbauen nicht!
Dank (weiblicher) Unterstützung stehen aber die dünnen, vier Wände irgendwann und sind bereit zum Einzug. Da ich der ganzen Sache nicht traue, steht das Backup-Lager direkt nebenan.
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Nach dem Aufbau der eigenen Unterkunft, geht es an den Aufbau der Chil-Out-Zone. So ein Pavillon lässt sich wesentlich einfacher aufbauen und mit ein paar Crashpads (wer will schon bouldern), wird’s darin sogar richtig gemütlich.
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Die getane Arbeit wird mit einem leckeren Grillabend und vielen selbst kreierten Speisen belohnt, bevor sich die Versammlung nach und nach auflöst und jeder in seinem Zelt oder wohnmobil-ähnlichem Fahrzeug verschwindet.

Der nächste Morgen zeigt sich nicht von seiner schönsten Seite. Es regnet (noch) nicht, aber die ersten Wolken sind aufgezogen und der Nebel drückt sich nach unten.
Zeit für einen Kaffee!
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Beim Frühstück werden anschließend die Pläne für den Tag geschmiedet. Es hat mittlerweile angefangen zu regnen.
Das wirft die Boulderer und Kletterer etwas aus dem Konzept, denn bei Regen ist Kontakt mit Fels nicht ganz so toll.
Die Wandergruppe formiert sich für eine Tour Richtung Speichersee Zillergründl, während die Felsfraktion wohl heute auf die Halle ausweichen wird.
Als einziger Trailrunner bin ich ziemlich flexibel und lebe nach dem alten Motto: “Bei gutem Wetter kann’s jeder!”
Da der Regen immer stärker wird, kommt auch noch ein neues Motto hinzu: “Wer schneller läuft wird weniger nass!”
So starte ich also, nachdem sich die Wandergruppe schon auf den Weg gemacht hat und die Kletterer noch nach einer geeigneten Halle suchen, auf einen kleinen Lauf Richtung Speichersee, evtl. mit der Option heute noch ein paar Höhenmeter mehr zu sammeln.
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Verglichen mit gestern ist das Wetter heute echt miserabel, aber es könnte schlimmer sein.
Es könnte noch mehr regnen, hageln oder schneien. Das Gute ist, alles was heute runter kommt, kann morgen nicht mehr runter kommen.

Am Aussichtspunkt Adlerblick angekommen, stelle ich fest, dass der Adler heute nichts sieht. Hat wohl seine Brille vergessen.
Dafür hängt an einer Bushaltestelle (hier wird es bei gutem Wetter von Touristen nur so wimmeln) ein Telefon und sofort nehme ich Verbindung mit dem Wetterbeauftragten auf.
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Er faselt irgendetwas von “alles sch***, vertan, Frühling, Herbst, Mai-Winter, verschlafen, zu kalt, wird schon…” und dann legt er auch schon wieder auf. Ist wohl etwas im Stress!
Ich bahne mir meinen Weg durch den Berg,
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in der Hoffnung, dass es auf der anderen Seite besseres Wetter hat…
…und siehe da…
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…ich glaube es regnet nicht mehr so doll.
Es geht weiter um den See und auf halber Strecke versuche ich zur Plauener Hütte aufzusteigen.
Wie zu vermuten war, liegt hier einfach noch zu viel Schnee und die fehlende Sicht, macht die Sache nicht gerade einfacher. Also laufe ich bis zum Ende des Speichersees, zu einer verlassenen Alm, lege die gewohnte Gesangspause ein und mache mich danach wieder auf den Weg ins Basislager.
Dort angekommen genießen die verbliebenen Teilnehmer gerade eine leckere Portion Expeditionsnahrung. Das Zeug schmeckt richtig gut, aber irgendwie scheint es die Stimmung nicht zu heben, wenn man sich die Gesichter so anschaut.
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Der ein oder andere Wassereinbruch ins Basislager wurde mit diversen baulichen Maßnahmen schon verhindert, der Grillabend fällt ins Wasser und wird zum Expeditionsnahrungsabend. Dank diversen, alkoholhaltigen Getränken, schafft es der Dauerregen nicht, die Stimmung auf den Nullpunkt zu drücken.

Am nächsten Morgen:
In der Nacht hat es mal kurz aufgehört zu regnen, aber dabei ist auch geblieben. Es regnet munter weiter. Einzig großer Vorteil…die Zelte sind dicht!
Man mag es nicht glauben, aber auch meine Motivation kann mal etwas abfallen und so beschließe ich heute, mich der Wandergruppe anzuschließen. Wir machen uns auf nach Mayerhofen und von dort auf den Steinerkogel. Wenn ich mir die Trails hier so anschaue, dann bereue ich es doch ein wenig, heute “nur” zu wandern. Da entgeht mir echt was…aber unsere Gruppe ist lustig unterwegs, da kann man das durchaus mal verkraften.
Als wir nach einigen Stunden wieder ins Basislager kommen, es regnet natürlich immer noch, helfen wir noch beim Abbau, bevor wir für diese Nacht ins nahe gelegene Gasthaus wechseln. Ein Großteil der Teilnehmer macht sich heute schon auf den Rückweg, da die Vorhersage auch für morgen, wo man zumindest noch den halben Tag nutzen könnte, immer noch keine Besserung verspricht.
Nur die Harten kommen in den Garten oder ins Gasthaus und so verbringen die Wanderer vom Steinerkogel die Nacht im Matratzenlager des Gasthauses, bevor es auch für uns am nächsten Tag wieder nach Hause geht.

Auch wenn sich das Wetter nicht von seiner besten Seite gezeigt hat, so war es doch ein lustiges Wochenende mit vielen alten und neuen Bekannten.

Vielen Dank an die Bergfreunde und die Sponsoren für die Organisation und Ausrichtung des Bloggertreffens und vielen Dank an alle anderen Blogger fürs Kommen und Kennenlernen.

Wir sehen uns sicher bald wieder…vielleicht sogar bei besserem Wetter!

Diese Typinnen und Typen waren unter anderem mit von der Partie:
Angelica von Wandernbonn
Jens vom Hiking-Blog
Uli von auf-den-berg
Steffi von Gipfelglück
Christian von OutdoorBlogNews
Jörg von den Minimulis
Erika von ulligunde
Sebastian (Bergfreunde) von 0817
Andreas von Rad und Fuß
Dalton von Crazy Climbers
Christina von Klimbingkorns
Stefan von Klettervirus

7 Gedanken zu „Bloggertreffen im Zillertal“

    1. Das stimmt…ihr hattet an diesem Wochenende ja auch viel Spaß in Trier…leider haben sich diese zwei Termine überschnitten.
      Das war wohl das Bloggertreffen-Wochenende!

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