Operation Earthquake

Vorweg:
Ich war noch nie zweimal hintereinander auf dem gleichen Berg…heute war ich gleich vier mal auf dem gleichen Gipfel!

In der mittlerweile schon legendären, deutsch-französischen-Falkenstein-Challenge, ist es Tristan gelungen, innerhalb kürzester Zeit, einen äußerst komfortablen Vorsprung des Gripmasters fast gänzlich schmelzen zu lassen. Ganz still und heimlich wurde dieser Angriff des Franzosen geplant und durchgeführt.
Doch er blieb nicht unbeobachtet und wie sich nun herausstellt, blieb dieser Vorstoß auch nicht ohne Folgen!
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Vorbefehl:
Männer das wird ein harter Kampf. Der Feind steht mit Spitzen am Falkenstein. Sofort sämtliche Kräfte in den Bereich Inzell verlegen.
Gefechtsbefehl folgt in 5!
Gefechtsbefehl:
Feind:
Vstk FRA EinsBtl mit Spitzen bei Inzell befindet sich seit 281348Aoct13 im Angriff auf den Falkenstein. Vereinzelte Kräfte wurden bereits im Gipfelbereich aufgeklärt.
Vermutetet Absicht des Feindes ist es, durch einen gezielten Vorstoß den Gipfelbereich zu gewinnen, die Stellung auf diesem wichtigen Gipfel zu halten und somit die Führung im Kampf gegen die Kräfte des EinsVbd GG zu behaupten und einen weiteren Vorstoß dieser Kräfte zu verhindern.
Nachbarn:
entfällt
Absicht:
EinsVdb Grip-Goblin greift sofort weiter aus nördlicher Richtung, hier Schwerpunkt, auf den Falkenstein an (NLT 041300nov13) um feindliche Kräfte zu zerschlagen und die Höhe Falkenstein zu gewinnen.
Kompanien:
Grip-Kp:
– Greift an im SP aus Richtung Inzell
– verlegt mit Vorauskräften (NLT 041000nov13) in den Bereich Q -10 +10 und legt an Versorgungspunkt B
– klärt auf in Richtung Gipfel
– nimmt Goblin-Kp im Bereich „Sportplatz“ auf (041300nov13)
– greift mit Goblin-Kp auf den Falkenstein an (NLT 041300nov13)
– stellt sich darauf ein, die Operation auch bei Einbruch der Dunkelheit weiterzuführen
Goblin-Kp:
– Greift an auf Falkenstein, linksausholend über Weißbach – Inzell (NET 041230Anov13)
– koppelt mit Grip-Kp im Bereich „Sportplatz“
– führt mit Munition und Betriebsstoffe und legt an Versorgungspunk A bei Q -10 +10
– greift mit Grip-Kp auf den Falkenstein an (NLT 041300nov13)
– stellt sich darauf ein, die Operation auch bei Einbruch der Dunkelheit weiterzuführen

Der Abmarsch der Goblin-Kompanie erfolgte planmäßig und schon während des Anmarsches ins Angriffsziel erfolgten die ersten Lagemeldungen der Grip-Kompanie.
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Dank modernster Führungsmittel konnte die Verbindung gehalten werden.
Nach Ankunft am Kopplungspunkt A wurde umgehend Funkverbindung hergestellt.
Es stellte sich heraus, dass die Grip-Kompanie bereits im Angriff auf den Falkenstein stand und einen ersten Gipfelvorstoß durchführte. Nachdem der Standort des Versorgungspunktes A/B durchgegeben wurde, verlegte die Goblin-Kp umgehend zu diesen um dort Stellung zu beziehen und die im Downhill herannahende Grip-Kp aufzunehmen.
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Die Kopplung verlief planmäßig und so machten sich die Kompanien unter Führung von Colonel Grip und Lieutenant Goblin auf den Weg ins Angriffsziel.
Der Gripmaster auf seinem zweiten Summit-Push und ich bei meinem ersten (nebenbei der erste Gipfelvorstoß am Tag. Bisher kenne ich die Gegend nur Nachts).
Begleitet von den Tönen des iPod-Musikkorps machen sich die tapferen Soldaten auf den Weg zum Gipfel.
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Bestes Wetter lässt diesen steilen Aufstieg schnell vergehen und sorgt für eine gute Moral in der Truppe.
Oben angekommen, der zweite Gipfel für den Gripmaster und dank eines Gutscheins den er im ersten Lauf schon einlösen konnte, sein fünfter Punkt.
Der Franzose scheint chancenlos und eigentlich könnte man die Operation hier für heute abbrechen, aber geplant ist geplant, der Feind zeigt Schwäche, der Erfolg bahnt sich an, also führen wir die Operation Earthquake, wie geplant mit Schwerpunkt am Falkenstein, weiter durch.
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Wir weichen über die andere Seite aus und verlegen direkt zum Versorgungspunkt um die Kampfbeladung wieder aufzufüllen.
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Verzugslos geht es danach weiter zum nächsten Vorstoß. Nr. 3 für den Colonel, Nr. 2 für mich.
Es wird zäher, denn die Schlacht fordert ihren Tribut. Die steilen Stufen werden nicht flacher und der Gipfel auch nicht niedriger.
Aber wir lassen uns nicht unterkriegen, zeigen keine Schwäche und führen die Operation weiter fort.
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Auf dem Gipfel dann eine deutliche Pose…Napoleon wäre stolz gewesen.
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Wieder weichen wir nach diesem Vorstoß auf der gegenüberliegenden Seite aus.
Der Colonel in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit vornweg und ich hinterher. Sollten wir aufgeklärt werden, dann erwischen sie uns wenigstens nicht beide auf einmal und es besteht die Chance die Operation weiter fortführen zu können.
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Am Versorgungspunkt angekommen ziehen wir unter und bereiten unsere Ausrüstung für die aufkommende Dunkelheit vor.
Wir stellen Nachtkampffähigkeit her. Die Dunkelheit kann und wird uns nicht aufhalten.
Im letzten Licht des Tages machen wir uns erneut auf ins Angriffsziel.
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Die Geschwindigkeit scheint weitestgehend unverändert.
Das Musikkorps hält uns bei Laune. Sollte uns der Feind mit seinen Aufklärungstrupps beobachten, er würde schier verzweifeln.
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Wieder weichen wir auf dem Gipfel aus, aber diesmal auf einer anderen Route.
Der Abstieg führt uns nicht zu unserem Versorgungspunkt, sondern bis ganz hinunter auf den Wanderweg. Den nächsten Gipfelvorstoß wollen wir von dieser Seite wagen um unser Bewegungsmuster zu verschleiern.
Zwar ist dieser Anstieg länger, aber dafür auf der abgewandten Seite und zudem sorgt er bei der Truppe für Abwechslung.
In Ermangelung des Nachschubs des Versorgungspunktes begnügen wir uns mit dem, was das Gefechtsfeld uns bietet.
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Gut gestärkt und mit der Leuchtkraft einer ganzen Flugabwehrbatterie machen wir uns auf den Weg zum finalen Gipfelvorstoß.
Um den Feind gänzlich zu verwirren und feindliche Spähtrupps zu umgehen, wählt der Colonel eine unbekannte Route für den Aufstieg. Der bekannten Abstiegsroute zu folgen wäre zu einfach, es muss etwas neues her.
Wir folgen alten Spuren, vermutlich von Aufständischen und steigen westwärts auf, Richtung Gipfel.
Der anfänglich gangbare Weg wird zunehmend verwachsener und endet an einer steilen Felswand.
Mutig und mit gutem Beispiel voran, begibt sich der Colonel in die Wand, auf der Suche nach einem Pfad.
Er findet einen Weg durch die Wand, auf einem schmalen Pfad und ich folge ihm wenig später.
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Bei Helligkeit würde ich hier nicht lang gehen, aber im Dunkeln sieht man ja nicht, worauf man sich einlässt.
Der Satz des Tages stammt vom Colonel höchstpersönlich!

Ich liebe es, solch lebensgefährliche Situationen, mit anderen teilen zu dürfen!

„Sir, ich danke Ihnen dafür Sir!“

Etwas unterhalb des Gipfels, weit hinter den feindlichen Linien, stoßen wir wieder auf den Normalweg und nun steht dem letzten Vorstoß nichts mehr im Wege.
Nr. 5 für den Colonel, Nr. 4 für mich!
Wahnsinn!
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Voller Adrenalin und durch den Erfolg gestärkt geht es nun auf den finalen Downhill, hinunter zum Versorgungspunkt.
Es wird anspruchsvoll. Nicht nur, weil dieser Abstieg sicher der steilste und schwierigste ist, sondern auch weil die Kräfte schon etwas nachlassen.
Aber die Scheinwerfer unserer infanteristischen Ausrüstung funktionieren noch tadellos und so meistern wir auch diese Situation, plündern unseren Versorgungspunkt
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und ziehen uns für heute zurück.

Operation Earthquake erfolgreich beendet, die Grenzen sind wieder klar und deutlich abgesteckt!
Mal schauen, ob es einen französischen Gegenangriff gibt.
Die Pläne für die nächste Operation liegen vielleicht schon in der Schublade.

Hier geht’s zum operational Move!
Die letzten fünf Kilometer bitte ignorieren (Autofahrt)!

Hier der Bericht des Colonels!

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13 Gedanken zu „Operation Earthquake“

  1. Goblin Capa, Kriegsberichterstatter der Extraklasse. Ich danke Ihnen für die exzellente und an Präzision nicht zu überbietende Niederschrift über die Schlacht am Falkenstein, von der noch Generationen von jungen Rekruten ihren Kindern erzählen werden. Wegtreten, Soldat.

  2. Ihr seit ja echt völlig durchgeknallt! Aber was bleibt einem, wenn man einmal alles gemacht hat? Aber alles Paletti, Nordfront ist abgesichert. Keine Gefahr in Verzug von den Friesen!

    Verrückt sind sie, völlig verrückt… kopfschüttelnd weggeh… völlig verrückt!

    Grüße aus Westfalen, Bernd

    1. Haha…danke Bernd!
      In Typ, der ein bisschen so heißt wie du (George Bernard Shaw) hat mal gesagt:
      „Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.“

      Recht hat er 😉

      1. Hallo Steve,
        hmmmm, ob ich den schon einmal irgendwo gehört habe? Keine Ahnung, aber der gefällt mir! Und ja, ich kann nichts gegenteiliges sagen.

        Befehlston des Nord-Commanders (bin ich ;):
        „Jawoll!“
        „Trailrunner anziehen!“
        0,4Periode7 Sekunden später…
        „Fertig!“
        „Reeeeeeccccchhhhhhts rrrrrrum!“
        „Weiterlaufen!“

  3. He Steve, für mich als Pazifisten ist die Sprache zwar unverständlich, aber die Aktion an sich ist schon ziemlich verrückt und das gefällt mir ausserordentlich gut 😀
    Freu mich schon auf die nächste Nachtaktion von euch…

    Salut
    Christian

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