La Sportiva Ultra Raptor

Mit dem Ultra Raptor positioniert sich La Sportiva ganz klar in der Sparte der Ultra-Läufer…der Name des Schuhs scheint also Programm zu sein!
Der Schaft des Schuhs besteht aus atmungsaktivem Air-Mesh, das verstärkt und besonders behandelt wurde, um die Abriebfestigkeit zu erhöhen und das Material insgesamt langlebiger zu machen. Das Innenfutter besteht ebenfalls aus Mesh und einem Ledergemisch, was für den nötigen Komfort sorgt und gerade im Bereich der Ferse die Stabilität erhöhen soll. Die Zwischensohle besteht aus eingespritztem und dämpfendem EVA.
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Die Sohle besteht aus einer Frixion XF Gummimischung. Das ist die gleiche Mischung wie schon beim La Sportiva Anakonda. Eine weichere Gummimischung als die Version des bekannten C-Lite 2.0 die sich im Aufbau aber auch wesentlich von der des Anakonda unterscheidet.
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Allseits bekannt, kommt auch beim Ultra Raptor wieder das Impact Brake System zum Einsatz, was durch die spezielle Anordnung der Noppen an der Sohle, für eine bis zu 20% bessere Bremsleistung sorgt und dabei die Aufprallkräfte um bis zu 20% senken soll. Hoher Grip und gute Dämpfung lautet hier also die Devise.
La Sportiva ordnet den Ultra Raptor zwecks der Bodenbeschaffenheit in die Kategorie „All-Ground“ ein, was seine Vielfältigkeit, gerade auf langen Distanzen, unterstreicht.
Die Zehenkappe ist sicherlich die robusteste und stärkste die La Sportiva in diesem Segment zu bieten hat. Hier scheint der Schutz der Zehen garantiert.
Bezüglich des Schnürsystems verspricht La Sportiva einen hohen Komfort und eine sehr gute Passform. Erreicht werden soll dies, durch im elastischen Schaft eingenähte und verstärkte Bandösen, die die Schnürspannung auf den gesamten Schaft verteilen sollen.
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Als ich den La Sportiva Ultra Raptor das erste Mal in den Händen halte wird mir sofort klar, dass dieser Schuh, den Zusatz „Ultra“ nicht umsonst in seinem Namen hat. La Sportiva positioniert ihn genau in der richtigen Sparte ihrer Schuhe: „Ultra Long Distance“.
Da gehört der Schuh hin und genau darauf ist er auch ausgelegt.
Die Dämpfung wird schon beim bloßen Anblick spürbar und spätestens nach dem Wiegen ist klar, diese Dinger müssen auf den langen Strecken eingesetzt werden.
Mit einem Gewicht von 872g (Paar / Größe 46) sind sie sicherlich nichts für kurze, schnelle und knackige Bergsprints. Sie sind auf den langen Kanten zu Hause, auf Trails die von Matsch über Geröll, bis hin zu öden Forststraßen alles zu bieten haben.
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Das Gewicht macht sich beim ersten flotten Lauf schon bemerkbar, aber Dank einer angenehmen Sprengung von 8mm (Ferse 29mm, Vorfuß 21mm) ist das Laufgefühl nicht das schlechteste. Die angenehme Sprengung gleicht das Gewicht wieder etwas aus und erhöht das Laufgefühl und die Lauffreude.
Das was der Schuh an Performance in schnellen Passagen oder gerade im Uphill einbüßt, das holt er im Downhill wieder raus. Hier verzeiht er viele Fehler und nimmt es dankt seiner panzermäßigen Bauweise auch mit dem widrigsten Gelände auf. Die Sohle überzeugt mit ihrem Grip auf sämtlichen Untergründen und kommt erst bei weichem und matschigen Boden schneller an ihre Grenzen; bedingt durch das etwas flachere Profil.
Der tiefe Stand und die gelungene Fersenkonstruktion sorgen für die nötige Stabilität. Auch hier wird das Gewicht wieder nebensächlich, wenn man dafür diese „Sicherheit“ bekommt.
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Das Obermaterial ist atmungsaktiv, elastisch und robust genug, auch längeren Strapazen Stand zu halten.
Das Einschlüpfen in den Schuh geht ganz locker und der Fuß hat genügend Platz. Gerade für die ganz langen Kanten kann die breite Passform von Vorteil sein.
Die Schnürung kann leider nicht in dem Maß überzeugen, wie es die Beschreibung des Herstellers vermuten lässt. Einmal geschnürt, bleibt sie zwar gut fixiert, aber eine Möglichkeit die Schnürsenkel zu verstauen wäre wünschenswert. Auch lässt sich der Schuh nicht ganz so gut an den Fuß fixieren, wie man es sich wünschen würde.
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Der La Sportiva Ultra Raptor ist für mich ganz klar der Schuh für die langen Kanten. Es kann eigentlich gar nicht lang genug für diesen Schuh sein. Je kürzer die Strecke, desto mehr würde ich auf einen leichteren Schuh zurück greifen. Aber gerade auf den langen Strecken, dann wenn die Muskulatur müde wird und die Reaktion nachlässt, dann kann ein solcher Schuh der optimale Begleiter sein, der Fehler verzeiht und einem vielleicht den finalen Downhill etwas versüßt.

Nicht die erste Wahl bei meinen üblichen Läufen, aber sicher vorne mit dabei, wenn’s mal wieder etwas länger wird. Ein gelungenes Modell; etwas schwerfällig, aber dafür rundum geschützt!

Mehr Informationen unter http://www.lasportiva.com

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4 Gedanken zu „La Sportiva Ultra Raptor“

  1. Hi Steve,

    sage mal. Welchen Schuh würdest du für lange Läufe, gerade im Hinblick auf wechselnde Bodenverhältnisse, wählen? Den Ultra Raptor oder den zuletzt getesteten Roclite?

    Oder doch auf die ISPO Neulinge warten? Race Ultra vs. Bushido?

    1. Das kommt ganz darauf an. Für die langen Läufe bevorzuge ich den Ultra Raptor. Für die Läufe unter 30 Kilometer würde ich auf den Roclite zurückgreifen. Grip auf Matsch ist der Roclite besser, Fels beide gleich, bei schmieren Untergründen ist der Ultra Raptor wohl etwas besser.
      Ich bin glücklich wählen zu können, wenn ich mich für einen entscheiden müsste…verdammt schwer!
      Wie sich die Neulinge der ISPO schlagen lässt sich noch nicht wirklich sagen. Da bin ich selbst sehr gespannt!

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