Königssee…es geht wieder los

Letztes Jahr an Ostern war ich am Gardasee, aber in diesem Jahr ist das Wetter nicht wirklich viel besser als bei uns, also kann ich mich auch an unseren Seen austoben.
Ostern ist sehr früh dieses Jahr und so kann man die Saison am Königssee auch ruhig etwas früher eröffnen.
Mit dem Gedanken, dass es mit einer kompletten Umrundung heute nichts wird, starte ich um 9:00 Uhr am großen Parkplatz.
Es geht entlang der noch sehr ruhigen Promenade, hinüber zum Malerwinkel.
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Ein erster Blick über den Königssee verrät, dass das Wetter heute wohl etwas besser wird als erwartet, zumindest sollen erst am Nachmittag die ersten Wolken aufziehen.
Vorbei am Aussichtspunkt geht es am Ufer entlang auf den alten, verfallenen Steig, der zu Recht mit einem Schild „Vorsicht Lebensgefahr“ gekennzeichnet ist.
Ab hier sind wir nur noch zu dritt:
Der See, der Trail und ich!
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Ganz selten trifft man hier jemanden, meist sind es Einheimische, aber heute ist hier garantiert niemand unterwegs. Es ist noch viel zu früh, die Wandersaison hat noch nicht begonnen, und zum Baden kommt sicher auch niemand vorbei. Das erste Boot legt erst um 9:55 Uhr an der Seelände ab, denn noch gilt der Winterfahrplan für die Königssee-Schifffahrt.
Der Trail ist komplett schneefrei und lässt sich gut laufen. Orientierungsprobleme habe ich keine, da ich hier nicht zum ersten Mal unterwegs bin.
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Es geht auf und ab. Immer wieder ein paar Meter im Wald nach oben und dann wieder runter bis fast auf Höhe des Sees. Ich mag diesen Trail: Zwar lässt er sich nicht besonders schnell laufen, aber er ist so ursprünglich und stellenweise verwachsen…da kommt richtig Freude auf.
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Absolute Ruhe an der Bedarfhaltestelle Kessel. Da in den oberen Lagen noch ausreichend Schnee liegt, dürfte es hier her so schnell niemanden verschlagen, da es keine wirklichen Routen gibt, die man von hier beginnen kann und wer mit Skiern unterwegs ist, der steuert eher die Königsbachalm und den Hochbahnweg an, anstatt seine Ausrüstung hunderte Höhenmeter zu tragen.
Ein toller Blick über den See, hinüber nach St. Bartholomä.
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Der geniale Trail hört hier natürlich nicht auf, sondern führt mich weiter am Königssee entlang, zum nächsten Ziel; der Wildtierfütterung gegenüber von St. Bartholomä.
Ich habe Glück, dass der Jäger gerade im Bereich unterwegs ist als ich dort ankomme, denn somit sind auch keine Rehe und Hirsche an der Fütterung, die ich mit meiner Anwesenheit sicherlich erst verwundert und dann verscheucht hätte.
Ich verschenke nicht viel Zeit, mache nur schnell ein Bild von St. Bartholomä (aus einer etwas ungewöhnlichen Perspektive) und mache mich gleich wieder auf den Trail, Richtung Salet.
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Nun kommt das anspruchsvollste Stück, sowohl im Bezug auf die Wegfindung als auch im Bezug auf den Trail. Es wird steiler und hier und da, muss man auch mal die Hände zu Hilfe nehmen.
Dass der Weg nicht ungefährlich ist, verrät der Kadaver einer gestürzten Gämse.
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Auch diese wahren Kletterkünstler und Spezialisten, haben hier durchaus ihre Probleme.
Der Trail führt mich weiter hinüber nach Salet und verläuft auf dem letzten Stück entlang des unteren Abschnitts des Kaunersteigs.
In Salet angekommen herrscht wieder diese gespenstische Stille. Normalerweise tummeln sich hier unendliche Menschenmassen, die beinahe schon im Minutentakt von den Booten hierher gebracht werden. Heute bin ich ganz allein hier hinten und bin sicher auch einer der ersten in diesem Jahr. Es dauert noch einen Monat, bis das erste Schiff diese Haltestelle wieder anfährt. Solange der Winterfahrplan gilt, ist nämlich in St. Bartholomä Endstation.
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Diesen Moment muss ich genießen und ich gönne mir eine Pause, bevor es weiter geht, hinüber zum Viehtriebsteig am Neiger.
Jetzt komme ich auch zum ersten Mal mit Schnee in Berührung, der sich hier an den schattigen Uferhängen etwas länger hält, als an den restlichen Stellen.
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Ich hoffe jetzt nur, dass ich den Weg sofort finde und dieser auch halbwegs laufbar ist, denn sonst muss ich hier umkehren und den ganzen Weg zurück laufen. Zeitlich kein Problem, aber besonders abwechslungsreich wird der Rückweg sicher nicht. Zur Sicherheit habe ich meine Schneeketten mit eingepackt, falls ich auf Altschneefelder treffe.
Überraschenderweise ist der Steig sehr gut in Schuss und scheint bei weitem nicht so viele Winterschäden abbekommen zu haben wie im letzten Jahr.
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Er ist sogar weitestgehend schneefrei. Nur im oberen Drittel treffe ich auf eine geschlossene Schneedecke, die mir die Orientierung etwas erschwert, da der Trail nicht zu erkennen ist. Zum Glück weiß ich ungefähr wo ich bin und das Gelände verrät mir, wo ich hin muss, denn weit ist der Weg hinauf zur Saugasse nicht mehr. Dank des Schnees ist der Abstieg durch die steile Flanke relativ problemlos machbar und so verzeiht der Schnee auch die etwas ungewöhnliche Routenwahl im letzten Abschnitt.
Der Wanderweg ist noch schneebedeckt, aber je weiter ich nach unten komme und mich dem See nähere, desto weniger wird die weiße Pracht, bis sie schließlich komplett verschwindet und ich nach einem letzten flachen Stück entlang des Seeufers in St. Bartholomä ankomme.
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Normalerweise würde es jetzt über den Rinnkendlsteig weiter gehen, aber den ganzen Morgen über sind in den oberen Lagen schon Lawinen abgegangen und so lasse ich es heute lieber bei dieser grandiosen 3/4-Umrundung, genieße meine Spezi und eine Brezen beim Fischer vom Königssee, bevor ich mit dem nächsten Boot wieder nach vorne fahre.

Eine super Runde und ein genialer Auftakt der Trailrunning-Saison am und um den Königssee. Sicherlich nicht die letzte Runde in diesem Jahr!

Hier geht es zum Move!

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