Originally Königssee-Umrundung

Es war Vatertag 2012, als ich mit einer ziemlich genialen Truppe zu einer Tour um den Königssee aufgebrochen bin: Unterwegs auf den ursprünglichen Wegen, entlang des Seeufers!
Die Umrundung mit Hendrik von letztem Wochenende hat gezeigt, dass doch noch einiges an Schnee liegt und der Abstieg zum Obersee noch einige Winterschäden aufweist. Jetzt war die Wetterprognose für den heutigen Vatertag nicht die Beste und so entschied ich, dass es wieder auf der unteren Variante um den See geht. Mehr Trails, mehr Action und bei den momentanen Verhältnissen sicher auch mehr Spaß.
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Königssee-Umrundung mit coolen Typen

Wie bestellt waren alle um 09:00 Uhr am Parkplatz am Königssee.
Rupi, die aggressive Downhillsau!
Andi, der Gewinner und Streckenrekordhalter beim Radebeuler Treppenmarathon. Nebenbei noch Gewinner des Swiss Irontrail 201, Top-20-Läufer beim Transgrancanaria und und und. Kurzum: Ein Krasser Typ, der einfach mal ein paar Stöcke um den See mitschleppt ohne sie zu nutzen!
Ulf, zweiter in Radebeul und krasser Ultraläufer!
Martin, der Typ der dieses Jahr einfach nur Höhenmeter frisst!
Kim, der Typ ohne Stöcke, der vor zwei Jahren an der Zugspitze mal einfach so aufs Treppchen gelaufen ist, nachdem er ein paar Wochen vorher im Rinndendlsteig eine geniale Performace hingelegt hat.
Und der Gripmaster…wer ist eigentlich dieser Gripmaster?
Markus war dieses Jahr leider schon verhindert, aber hey, nächsten Vatertag laufen wir wieder…das steht jetzt schon fest!

Rauf auf die Trails

Auch wenn man bei der Runde auf den Ufertrails nicht so viele Höhenmeter macht, wie auf der klassischen Runde, so hat man doch deutlich mehr Trailanteil.
Kein langer Hatscher auf der Forststraße bis zur Priesbergalm, sondern Trail, Trails, Tails!
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Schilder und Markierungen gibt es hier keine. Offizielle Wegweiser sucht man vergebens, denn der Weg wird nicht unterhalten und ist deshalb auch so verfallen und ursprünglich. Es ist ein Abenteuer und was für eins.
Die Regenjacke ist schon lange wieder im Rucksack gelandet, es ist einfach zu warm. Irgendwie scheint das schlechte Wetter um den See einen Bogen zu machen. In Bad Reichenhall hat es geregnet, auf der Fahrt kamen auch ein paar Tropfen runter, aber jetzt bleibt es wohl halbwegs trocken. Zwar gibt es keinen blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein, aber dafür 100% Luftfeuchtigkeit.
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Wenn ich nicht wüsste, dass wir uns hier auf der Königssee-Umrundung befinden, man könnte glatt meinen wir sind im Dschungel unterwegs. Es fehlen nur noch die Gorillas, Schlangen und Papageien.
Dieser Trail ist einfach genial, aber auch ziemlich anspruchsvoll. Gerade die rutschigen Steine und Wurzeln sorgen immer wieder für kurze Adrenalinschübe. Ohne Schürfwunden und aufgekratzte Beine kommt hier niemand durch.
Vorbei geht es an der Bedarfshaltestelle Kessel, immer weiter am See entlang.
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Die Blicke auf den See und St. Bartholomä sind schon etwas besonderes, wenn man bedenkt, dass man es sonst nur von der anderen Seite kennt.
Auf nicht weniger spektakulären Trails geht es weiter nach Salet, ans andere Ende des Sees. Hier begegnen wir dann den ersten Menschen seit unserem Start und werden irgendwie etwas seltsam angeschaut…keine Ahnung woran das wohl liegen mag.
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Nach einer kurzen Pause geht es weiter über den Viehtriebsteig am Neiger, hinüber nach St. Bartholomä. Über diesen steilen, verfallenen, von Zecken beherrschten Trail, katapultieren wir uns auf wenigen Kilometern nach oben und sind auf einmal wieder knapp 300 Höhenmeter über dem See, bevor uns dieser Steig auf den Wanderweg hinunter nach St. Bartholomä spuckt.
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Uns kommt eine Gruppe entgegen, die aus dem Schiff in St. Bartholomä ausgestiegen ist, als wir gerade am Ufer gegenüber waren. Sie schauen schon etwas verdutzt und fragen sich garantiert, wie diese sieben Typen in ihren kurzen Klamotten jetzt so schnell hierher gekommen sind.
In St. Bartholomä angekommen befinden wir uns mit einem Schlag wieder inmitten von Touristenmassen und Ausflugsgruppen.
Schnell die obligatorische Spezi beim Fischer vom Königssee und dann geht es auch schon weiter auf den Rinnkendlsteig.

Party im Scharfrichter

Ich habe keine Ahnung warum ich mir das immer wieder antue. Ich mag diesen verdammten Steig eigentlich überhaupt nicht, aber irgendwie zieht er mich jedes Mal wieder magisch an. Es ist eine Hassliebe wie sie im Buche steht.
Jedes Mal saugt mir dieser Steig mit jedem Meter die Kraft aus den Beinen. Anfangs denkt man noch: „Hey, alles easy, schnell, super!“, und dann kommt der Mann mit dem Hammer und zwar schon nach wenigen Höhenmetern.
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Es bilden sich schnell zwei Gruppen. Die schnellen Verrückten und die Verrückten. Egal welche Gruppe, hoch müssen sie alle!
Zum ersten Mal bin ich mit dem Gripmaster hier unterwegs und ich muss sagen, ich habe noch nie soviel auf diesem Abschnitt gelacht wie heute. Der Wahnsinn! Da wird der Anstieg gleich nur noch halb so schlimm. Danke Rupi und Grip für diesen äußerst amüsanten Aufstieg…legendary!

D-Day sagt der Hausverstand!

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Oben angekommen sparen wir uns den Abstecher zur Archenkanzel und biegen gleich zur Kühroint-Alm ab.
Normal führt nun der Weg über die steile Forststraße hinunter zur Bob- und Rodelbahn, aber wir wollen mehr Trails! Mehr Trails!
So gönnen wir uns einen knappen Kilometer Forststraße und biegen dann auf den Trail Richtung Grünstein ein. Es geht durch einen magisch, mysteriösen Wald hinüber zur Grünsteinhütte und von dort im rasanten Downhill nach unten.
Auf diesem letzten Abstieg lässt es jeder nochmal krachen und so kommen wir alle überglücklich und zufrieden wieder am Parkplatz an.

Eine absolut geniale Runde geht zu Ende. Über 90% Trailanteil und 100% krasse Typen. Noch nie hatte ich auf dem Rinnkendlsteig so viel Spaß und noch nie habe ich auf einer Tour so viel gelacht.
Meine Herren, ich sage danke und hoffe es hat euch gefallen. Ich hoffe die teils doch sehr lange Anreise und das frühe Aufstehen haben sich gelohnt.
Nächstes Jahr Vatertag schon mal vormerken…da gibt es die Fortsetzung.
Dieses Treffen ist seit heute Tradition würde ich sagen!

Königssee-Umrundung2

Hier geht’s zum Move (teilweise ein paar GPS-Aussetzer)!

24 Gedanken zu „Originally Königssee-Umrundung“

  1. Legendär war’s Goblin! Danke für die spontane Einladung. Das ist definitiv die beste Strecke um den See zu umrunden! Und die Truppe – dem ist nichts hinzuzufügen! Awesome allemann!
    Kinglake, says the house intelligence.

    1. Es war mir eine Ehre!
      Danke für das Kompliment. Wenn der Colonel sagt das es legendär war, dann kann ich mir darauf jetzt was einbilden!
      Awesome!

      „house intelligence“…Type!

    2. Hallo gripmaster,

      ich will heuer mit meinem Bruder die Königsee-Umrundung machen, gibt es für diese Tour GPS-Daten? Vielleicht kannst du mir helfen.

      Danke

      Lg.Hermann

      1. Servus Hermann,

        ich bin zwar nicht der Gripmaster, kann dir aber dennoch weiterhelfen.

        Schicke mir doch bitte mal ein paar weitere Informationen per Email an uptothetop@gmx.de
        – Wann wollt ihr die Tour machen?
        – Laufe oder Wandern?
        – Welche Runde habt ihr euch ausgesucht?
        – Vorerfahrung etc.?

        Ich schicke dir dann umgehend eine Antwort mit weiteren Informationen

        Viele Grüße

        Steve

  2. Mit einem Wort: Awesome!

    Danke an alle und vor allem Steve der den Rundruf/mail gestartet hat.
    Genial, spektakulär und wie immer sauwitzig. 😀
    Definitv eine Tradition die gepfelgt gehört!!

    „… Die schnellen Verrückten und die Verrückten“ HAAAAHAAA!

  3. Wenn ich mal groß und stark bin und den Kampf gegen mein Schienbeinkantensydrom gewonnen habe, muss ich unbedingt mal mit! Steht ganz weit oben auf meiner Liste!

    Grüße aus dem Allgäu!

  4. Servus Steve,

    als ein Mitarbeiter vom Stahlhaus möchte ich mal danke sagen. Besonders dein Bericht vom letzten WE liefert mit wertvollen Input zum Wegzustand, wenn ich von Gästen bzgl der Wege zur Gotzenalm und besonders zur Wasseralm befragt werde. Vom Hochgschirr habe ich durch deinen Bericicht den Leuten nur abgeraten. Ich hoffe, ich schaffe es nach dem WE mal wieder selber ins Gelände…

    1. Servus Alex, danke dir für deinen Kommentar.
      Ja, Hochgschirr ist wirklich noch ziemlich tricky, da dauert es noch eins/zwei Wochen bis man da wieder gescheit runter kommt!

      Viele Grüße an das gesamte Team vom Stahlhaus

      Steve

  5. Na toll. Bei uns hat es gestern den ganzen Tag über stark geregnet und Du stellst dann so einen Bericht ins Netz. Dieser Viehtriebsteig am Neiger ist ja auch nicht offiziell. Aber dennoch leicht zu finden oder nur mit viel Glück und Sucherei?
    lg Robert

    1. Nur mit viel Glück und Sucherei und zwischendrin muss man auch aufpassen. Bin da mal eine halbe Stunde durch den steilen Bergwald geirrt, weil ich den Weg verloren habe.

  6. Respekt! Ich kenn ja die Strecke vom Gehen, bin ja kein Bergläufer, haha… Aber der Ufersteig fordert glaub ich alle Sinne, (insbesondere Koordination/ Konzentration) wenn’s schneller gehen soll, und ganz ungefährlich isser ja auch nicht…

  7. Pingback: New Balance 1210
  8. Hi Steve,
    ich bin nächste Woche wahrscheinlich am See und möchte diese Runde gerne mal laufen.
    Kannst Du mir den gpx Track dazu geben? Das würde – neben der Karte- sicher hilfreich sein.

    Besten Dank!!

    Grüße aus dem Bergischen Land

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