Mein letzter Ultra

Keine Angst, die Überschrift ist nicht so gemeint…oder doch?

Bei jedem Start (auch auf kurzen Distanzen) ging es mir bisher durch den Kopf. Egal ob beim Zugspitz Supertrail, in Squamish oder an der Streif:

Warum tue ich mir das an?

Eine Frage die sich sicher jeder stellt, sei es bei der Vorbereitung, direkt am Start oder während des Laufs. 1x, 2x, 10x, 100x…
Antworten gibt es viele auf diese eine Frage. Man selbst hat vielleicht sogar verschiedene Antworten.
In der Vorbereitung sagt man sich noch: „Weil es Spaß macht und ich meine Grenzen austesten möchte.“
Am Start: „Weil es einfach genial ist, mit so vielen verrückten Leuten dieses Erlebnis zu teilen.“
Während des Laufs: „Ich weiß es nicht.“ „Ich habe keine Lust mehr.“ „Warum?“
Im Ziel: „Weil es einfach nur geil ist und ich alles richtig gemacht habe!“

Euphorie wird zur Verzweiflung, Motivation zum Stillstand.
Lockere Beine werden bretthart, leichte Rucksäcke tonnenschwer.
Kurze Anstiege werden zum gigantischen Berg, flache Stücke zu den langsamsten Abschnitten.
Lust wird Frust, Liebe wird Hass.

Genauso wellig wie das Profil der Strecke, genauso geht es auch mit einem selbst mal hoch und mal runter.
Mal geht es rasend schnell, mal verliert man ganz langsam die Lust.

Aber ganz egal was auch passiert, am Ende ist man wieder am Anfang und alles ist gut.
Man kommt im Ziel an und weiß ganz genau warum man die letzten Stunden, unzählige Kilometer und unendlich viele Höhenmeter auf sich genommen hat.

Es ist ein Gefühl das man nicht beschreiben kann…man muss es selbst erleben!

Zugspitz Ultratrail ich komme!

14 Gedanken zu „Mein letzter Ultra“

  1. Da mein letzter Ultra ja erst mein erster war, kann ich die Fragestellung augenblicklich nicht nachvollziehen. Dazu waren die neun Stunden zu kurzweilig 😉

    Aber auch ich frage mich natürlich, ob es ein länger, weiter, höher ❓ geben wird.

    Stimmt die Idee, stimmt das Event, stimmen die Leute, dann wirst Du Dich und werde ich mich wohl gerne wieder „überreden“ lassen.

    Ich bin gespannt, wie der Zugspitzsupertrail Deine Meinung beeinflussen wird 🙂

    LG Volker

  2. Hi Steve, diese Frage muß ich mir nicht mehr stellen. Seit meinem doppelten Bandscheibenvorfall vor 10 Jahren ist mein Körper nicht mehr in der Lage so lange Distanzen zu bewältigen. Ich bin froh wenn ich so Unternehmungen wie die geplante Königsseeumquerung schaffe. Vor diesem Vorfall machte ich 2x beim Traunsee Bergmarathon mit. Der hat auch 72km und 4500hm im Auf- und Abstieg. Das war damals das Nonplusultra. Da stellten wir uns auch oft die Frage warum tue ich mir das an. Aber es war einfach geil, wenn man es geschafft hatte. Und ich bin sicher ich würde jetzt auch die Ultratrails laufen wenn ich dazu noch körperlich in der Lage wäre. Ich wünsch Dir und all den anderen Teilnehmern auf alle Fälle alles Gute und denk immer daran. Es gibt so viele Menschen da draußen, die gerne mitmachen würden aber es aus irgendwelchen Gründen einfach nicht mehr geht. lg Robert

  3. Ich erinnere mich noch sehr genau, als ich letztes Jahr den Basetrail lief und später im Zielbereich auf meine ultralaufenden Kumpels wartete. Nachdem ich geduscht und eine Pizza gemampft hatte, stand ich noch über 6 Stunden im Zielbereich und feuerte die Finisher an. Vor jedem einzelnen hatte ich großen Respekt und in jedem Gesicht sah ich eine Große Freude. Ich war stolz auf diese Leute. Als meine Kumpels im Ziel waren und ich gegen 1 Uhr Nachts aus Grainau rausfuhr, blickte ich nochmal auf die Zugspitze, wo ich eine Kette von Stirnlampen sah, die den Berg hinabstiegen. Mir lief Gänsehaut über den Rücken und ich sagte mir, dass ich das auch mache, wenn ich mal groß bin!

    Das wird super Steve!

  4. Hallo Steve,

    jetzt musste ich eben sehr lange nachdenken, wann – oder besser gesagt – ob ich mir diese Frage im Sport je gestellt habe. Ich muss (zumindest bis jetzt) mit „Nein“ antworten. In manch anderen Situationen des Lebens aber „Ja“…..meine Antwort darauf. „Augen zu und durch, das geht vorbei – Höhen und Tiefen gehören zum Leben und manches muss man einfach aussitzen“
    Vllt setz ich mich dann beim ZST einfach mal für 5 Minuten hin und warte ab, sollte sich die Frage in meinen Gedanken gemütlich machen wollen 🙂

    Gruß Simone

  5. Mein letzter Ultra war ebenfalls mein erster Ultra und nur der erste Schritt zu vielen weiteren.

    Warum?

    Es ist ein Gefühl das man nicht beschreiben kann…man muss es selbst erleben!

    Darum. 🙂

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