New Balance 1210

Der New Balance 1210 trägt auch den Namen „Leadville“ und wenn ein Hersteller seinen Schuh schon nach einem legendären 100 Meilen-Rennen benennt, dann ist klar, wohin die Reise geht.
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Der Leadville 1210 ist somit ein klassisches Gegenstück zum minimalen MT110GR. Es ist der erste Schuh, den New Balance als Ultra-Running-Shoe positioniert.
Die 8mm Sprengung ergibt sich aus einer Fersenhöhe von 20mm und einer Vorfußhöhe von 12mm. So soll der Schuhe trotz der relativ hohen und komfortablen Dämpfung noch ein direktes Laufgefühl vermitteln. Im Bereich der Zwischensohle kommt das leichte RevLITE zum Einsatz und die N2 Technologie sorgt für die nötige Dämpfung und zeichnet sich zudem durch lange Haltbarkeit und hohe Rückstellfähigkeit aus. Somit soll die Zwischensohle einen Grad an Komfort bieten, den man sonst nur von Sohlen kennt, die 30% schwerer sind. Die Außensohle kommt aus dem Hause Vibram und soll den nötigen Grip bieten. Die Stollen im Profil sind im vorderen Bereich entgegengesetzt der Stollen im hinteren Bereich angeordnet um im Uphill und Downhill besten Grip zu gewährleisten. Der New Balance 1210 hat eine leichte Pronationsstütze.
Das FantomFit Obermaterial ist nahtfrei verarbeitet und bietet somit zusätzlichen Komfort und sorgt für ein druckfreies Laufgefühl. Im Obermaterial wurden zwei extrem dünne Materialen miteinander verklebt was den Fuß zusätzlich etwas unterstützen soll, gleichzeitig aber auch die nötige Flexibilität bietet.
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New Balance 1210 Leadville

Nachdem ich den Postboten angeschrien habe (immer dieses Pakete von Zalando), geht es ans Auspacken! Der New Balance 1210 macht auf den ersten Blick einen etwas klobigen und schwerfälligen Eindruck. Umso überraschter bin ich, als ich den Schuh wiege und er ein Gewicht von 666g / Paar in Größe 45,5 auf die Wage bringt. Er ist damit leichter als so manche Trail-Rakete und das, obwohl er augenscheinlich ein Dämpfungsmonster zu sein scheint. Ich war gespannt, wie New Balance der Kompromiss vom leichtem Trailrunning-Schuh zum gedämpften, bequemen Langstrecken-Schuh gelungen ist und musste sofort raus.
Der Leadville fällt etwas größer aus, kann also gut und gerne eine halbe bis ganze Nummer kleiner genommen werden. Sofort wird klar, dass ist der bequemste Trail-Schuh den ich bisher an meinen Füßen hatte; ziemlich abgefahrenes, bequemes, fluffiges Gefühl; das Teil muss auf die Trails.
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Das flache Profil sorgt dafür, dass auch der Anmarsch zu den Trails sehr bequem von statten geht und man auf der Straße ein sehr gutes Gefühl in dem Schuh hat. Biegt man auf den Trail ab, dann spielt die Vibram-Sohle ihre Stärken aus und sorgt für den nötigen Grip. Der Grip findet seine Grenzen auf losem und weichem Untergrund. Hier sind die flachen Stollen ganz klar im Nachteil gegenüber einem groben und hohen Profil. Dennoch zeigt die Sohle ganz klar wo es lang geht, nämlich nach oben und hier kommen die Stollen im Vorfußbereich voll zum Einsatz. Oben angekommen geht es irgendwann wieder nach unten und dann schlägt die Stunde der Stollen im Fersenbereich die nun ihre ganzen Stärken ausspielen und für den nötigen Grip und eine möglichst optimale Auflagefläche sorgen. Die Sohle wird der Kategorie Trail gerecht und es wird deutlich, dass New Balance mit dem 1210 Leadville nicht einfach einen Straßenschuh im Trail-Segment positionieren möchte, sondern sich schon Gedanken gemacht hat, wie man einen Trailschuh möglichst langstreckentauglich machen kann.
Die äußert bequeme Dämpfung rundet das komfortable Gefühl, dass dem Fuß im Schuh vermittelt wird, ab. Sehr angenehm, ohne das nötige Gefühl für den Untergrund zu verlieren. Auch Abschnitte in denen man mit der Ferse zuerst aufkommt, am Ende eines anstrengenden Laufs, wenn die Kraft langsam nachlässt, federt der Schuh optimal ab und bringt seine Langstreckenvorzüge zur Geltung.
Das robuste und atmungsaktive Obermaterial sorgt für angenehme Temperaturen im Schuh. Die Zunge ist komplett mit dem Obermaterial vernäht wodurch ein Verrutschen verhindert wird. Die Schnürung des Schuhs könnte noch etwas direkter sein um den Schuh noch besser mit dem Fuß zu fixieren.
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Eine Königssee-Umrundung und der zweite Teil des Zugspitz Ultrarails waren bisher die längsten Runden für den New Balance 1210 Leadville und er hat sich dabei sehr gut geschlagen. Gerade an der Zugspitze hat er meinem Fuß den nötigen Komfort ab Kilometer 55 gegeben. Auch zum Ende hin, im finalen Downhill, als die Kraft schon etwas nachgelassen hat, die Konzentration schwindet, des Gelände aber keineswegs einfacher wird, hat er mich perfekt nach unten getragen. Der Grip war auch in den steilen Stücken sehr gut und der Schuh zeigte keine merklichen Schwächen. Er war sicherlich die richtige Wahl für dieses Teilstück.
Für kürzere Läufe, wo es auch gerne mal etwas schneller und sehr technisch zugeht, wird er nicht meine erste Wahl werden, aber sobald es länger dauert, ist der New Balance 1210 sicher in der engeren Auswahl. Dieser Schuh trägt den Namen Leadville zurecht!

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