Hochstaufen

Kurz vor Squamish noch mal auf den Hochstaufen, fünf Tage vor dem Abflug noch ein paar Höhenmeter sammeln und wer weiß; vielleicht klappt es ja sogar mit einer Zeit unter einer Stunde.
Heute wende ich mal eine andere Taktik an, fahre nicht mit dem Auto bis zur Padinger Alm, sondern gehe mich gemütlich die zwei Kilometer und knapp 200 Höhenmeter ein. So wird der Motor schon mal ein bisschen warm; wer weiß, vielleicht bringt es was.
An der Padinger Alm angekommen geht es los. Playlist auf „Vertical Up“ und innerhalb weniger Sekunden schnellt der Puls auf 150 um sich nur kurze Zeit später im Bereich von 170 einzupendeln.
Die Uhr zeigt mir die Daten an die ich brauche. Vertikale Geschwindigkeit, zurückgelegte Höhenmeter und die verstrichene Zeit.
Nach anfänglich gemischten Gefühlen läuft es mittlerweile ganz gut. Die Bedingungen sind perfekt. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Angenehme Abendsonne und trockene Trails. Besser könnte mich der Hochstaufen nicht empfangen.
Nach einer halben Stunden bin ich zwar nicht so weit oben wie ich gerne wäre, aber 554 Höhenmeter liegen bereits hinter mir. Das ist mehr als die Hälfte. Die magische Zeit unter 60 Minuten rückt in greifbare Nähe.
Es wird steiler und ich kann das Tempo beibehalten. Es läuft gut und ich weiß nicht, was noch anders sein könnte, dass es besser läuft. Ich bin zufrieden und schraube mich Meter für Meter nach oben.
Die 1000 Höhenmeter-Marke knacke ich in weniger als 55 Minuten und zum ersten Mal rückt die Zielzeit näher und näher. Jetzt sind es nicht einmal mehr 100 Höhenmeter und ich habe noch fünf Minuten Zeit. Wenn das nichts wird, dann weiß ich auch nicht.
Aber ich habe mal wieder die Rechnung ohne dieses flache Stück am Grat gemacht. Heute scheint es irgendwie extrem lang zu sein, viel länger als sonst.
Die Tatsache das es nur noch 100 Höhenmeter sind, relativiert sich ganz schnell, wenn man einfach keine Höhenmeter macht. Die Zeit rennt und die Höhe scheint zu stagnieren.
Dann irgendwann kommt der Punkt, an dem man merkt, dass es heute nichts wird.
Nach 1:02:17 komme ich am Gipfel an. Eine knappe Minute langsamer als beim letzten Mal, aber schlecht ist die Zeit trotzdem nicht.

Jetzt heißt es erst mal die Aussicht genießen,
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entspannen,
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und den Dohlen beim Trailrunning zuschauen.
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Fürs nächste Mal weiß ich, dass ich die 1000 Höhenmeter in weniger als 53 Minuten knacken sollte um eine Chance zu wahren. Dann muss es eben noch ein bisschen perfekter sein als heute.
Aber jetzt geht es erst mal ab nach Kanada!

#HotLikeFatForFries

Hier geht es zum Hochstaufen-Uphill-Move
und hier zum Downhill-Move.

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10 Gedanken zu „Hochstaufen“

  1. Hallo Steve.
    Um wieviel Uhr bist du auf den Staufen rauf ?
    Die Zeit ist super und du solltest dich nicht Übernehmen, damit du dir keine Verletzung zulegst. Musst noch heil in Squamish ankommen. Hast du eigendlich eine Familie, da du Zeit hast zum Laufen ? Ist nur eine neugierige Frage. Wünsch dir noch viel spass in Squamish.

    1. Danke dir Herbert!
      Bin um 17:25 Uhr an der Padinger Alm los. Keine Angst, Verletzungen sind ab jetzt eigentlich fast ausgeschlossen…Squamish kann kommen!

      Dank der besten und verständnisvollsten Freundin der Welt („Ich liebe dich Schatz :-*), lässt sich alles wunderbar koordinieren und niemand kommt zu kurz.

      Viele Grüße

      Steve

  2. Dennoch, ist das mit der Zeit ganz ordentlich. So ein kleiner Wettkampf gegen sich selbst hat schon was sehr kämpferisches 🙂
    Ich wünsch Dir eine geile Zeit in Übersee, pass auf Deine Knochen auf.

    Salut
    Christian

  3. Die Stunde knackst Du nach Squamisch. Schließlich brauchst Du ja auch danach noch Ziele! 🙂

    Vielleicht schaffst Du es, wenn Dich beim nächsten Mal die trailrennende Dohle begleitet 😉

    Tolle Abendstimmung!

    LG Volker

  4. Hallo, du Berghengst,
    immer wieder schön
    deine Bergimpressionen
    die Dohle von so nah fotografiert
    perfekt !!

    Alles Gute für Kanada
    ein tolles Abenteuer
    pass‘ gut auf dich auf
    muss ich jetzt mal wieder sagen
    als Mutterersatz ! 😉

  5. Hi Steve,

    schade, knapp verfehlt. Aber egal!
    „Ja Mann!“ ist die richtige Einstellung! Den Spruch hab ich auch immer wieder auf den Lippen.

    Wünsch Dir viel erfolgt in Kanada!

    Ich war im Mai in der Nachbarschaft: Zenokopf, Zwiesel, Gamsknogel. Berchtesgaden hat traumhafte Alpenlandschaft!

    cheers
    Alex

    1. Danke dir Alex!
      Ja, wir leben schon in einer coolen Ecke hier und du hast mit den Chiemgauer Alpen ja erst die Pforte in den Trailrunning-Himmel gesehen! 😉

      Viele Grüße aus den Bergen

      Steve

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