Abschied nehmen

Das Vorteil von einem Urlaub ist, dass das Ende und somit der Abschied nicht unerwartet und plötzlich kommt, sondern man weiß ja vorher schon wann es wieder heim geht.
Der Nachteil ist, dass man quasi schon von Beginn an weiß, dass alles irgendwann relativ zeitnah zu Ende geht.
Egal wie schön es ist, wie schön es war, wie gut es einem gefällt, wie toll das Wetter ist, der Tag der Abreise kommt.
Natürlich können wir ja einfach hier bleiben, aber da gibt es auf der Arbeit am Montag ein paar Probleme und die kanadischen Behörden wollen sicher auch nicht, dass wir uns hier einfach so ungefragt und ohne Erlaubnis breit machen…wobei wir ja schon ziemlich coole Typen sind und ganz gut in dieses Land passen.

Bevor es am Samstag wieder nach Hause geht musste ich heute unbedingt noch einmal auf die Trails.
Die Beine fühlen sich gut an und ein Lauf vom Haus weg, rein in die Garibaldi Highlands und weiter zum Alice Lake ist da genau das Richtige.
So geht es also auf die Trails, die ich auch schon beim Squamish 50 gelaufen bin, hinauf zur Verpflegungsstation 3.
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Herrliches Wetter und angenehme Temperaturen erlauben einen minimalistischen Lauf.
An der Verpflegungsstation angekommen denke ich mir nur „F*** you!“. Siehst du, du verdammte V3, ich habe den Squamish 50 gefinished und das obwohl ich genau hier den ersten Gedanken hatte auszusteigen.

F*** you Aid Station 3! Haha! Who’s you’re Daddy?

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Der iPod spielt die Musik von Samstag und ich fühle mich sofort zurückgeholt ins Rennen. Die Bilder der 80 Kilometer rund um Squamish fliegen durch meinen Kopf…krasses Kopfkino!
Dann geht es auf den ersten verspielten Mountainbike-Trail nach unten. Hier lief es am Samstag auch etwas unrund und heute finde ich dann meinen Frieden mit diesem Abschnitt.
Danach geht es über die „Tracks from Hell“ in den Wald.
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Locker und leichtfüßig, fast wie ein Reh, fliege ich durch diesen mystischen Wald, vorbei an Seen, über geniale Trails in einem lockeren Auf und Ab.
Es macht verdammt viel Spaß noch einmal auf diesen Trails zu laufen, noch einmal den letzten Move in Kanada zu genießen.
Bevor ich endgültig von den Trails und von Kanada Abschied nehme, ist mein iPod dran, der irgendwann während des Laufs erst komische Geräusche von sich gibt und dann den Dienst quittiert. Das war dann wohl der letzte gemeinsame Lauf, das letzte Mal das Unmengen von Schweiß auf ihn niedergeprasselt sind.

Ich danke dir für die vielen unzähligen gemeinsamen Stunden. Ohne dich wäre es sehr oft sicher nicht so schön gewesen. Du hättest dir keinen besseren letzten Lauf aussuchen können…krasses Teil! Du bekommst einen Ehrenplatz zu Hause!

Ohne Musik, aber nicht weniger intensiv geht es weiter durch diesen schier unendlichen Wald.
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Vorbei an Seen, Flüssen, über schmale und breite Trails, bis hinüber zum Alice Lake, wo ich noch einmal schön die Sonne genieße, bevor ich sie am Samstag einpacke und mit nach Hause bringe.

Das war der letzte Move in Squamish…für dieses Jahr.
Wie ich im letzten Jahr schon geschrieben habe, „Auf Wiedersehen“ bedeutet immer, dass das nicht das letzte Mal war.
Und so wird auch dieser Abschied kein Abschied für die Ewigkeit sein!
Versprochen!

Hier geht es zum Squamish-2014-Abschieds-Move!

8 Gedanken zu „Abschied nehmen“

    1. Danke dir Chris

      Die Musik habe ich eigentlich immer so laut, dass ich die Umgebungsgeräusche noch wahrnehme.
      Die nächsten Moves laufen dann wohl mal oldschool, ganz ohne Musik, aber ersetzt wird der gute iPod auf jeden Fall.

      Viele Grüße

      Steve

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