Mit den WUSA’s durch das Tennengebirge

Drei Wochen kein Trail, mal einen Gang zurück schalten, das war der Plan und er hat sich auch ganz gut in die Tat umsetzen lassen.
Die Abstinenz ist nun vorbei und zur Feier des Tages geht es mit den WUSA’s durch das Tennengebirge, denn wenn die zwei schon zu ihrem ersten gemeinsamen Lauftreff einladen, dann sollte man sich diese Action nicht entgehen lassen.
Wenn man sich jetzt vorstellt wie es ist, wenn man seit fünf Jahren kein Auto mehr gefahren ist und dann in einen Ferrari einsteigt und einmal die A7 von Flensburg nach Füssen durchbrettert, dann kann man sich so ungefähr vorstellen wie der heutige Lauf für jemanden ist, der sich die letzten drei Wochen nur in der Ebene auf 50m über dem Meeresspiegel aufgehalten hat.

Die Sache mit dem Navi und so…

Um mit den WUSA’s und ihrer Truppe zu laufen, muss man aber erst mal zum Treffpunkt kommen. Das bedeutet nicht nur um 6:00 Uhr aufstehen, sondern auch mit Pickerl (Vignette) die Österreichische Autobahn entern und das mit einem Navi, dass im Ausland nur ein rudimentäres Straßennetz vorweisen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass in diesen kleinen österreichischen Dörfern die Häuser nach dem Datum der Erbauung durchnummeriert sind und es somit keine Straßennamen gibt. Da steht dann Weng 130 neben Weng 15 usw. Mit einem kleinen Umweg und der Zuhilfenahme des Navis im Handy komme ich dann aber doch leicht verspätet am Treffpunkt an, wo die wilde Horde schon mit den Hufen scharrt.
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Eine geniale Gruppe haben die WUSA’s hier zum Sturm auf das Tennengebirge zusammengetrommelt. Aus dieser 12 Mann/Frau-Truppe + Hund möchte ich an dieser Stelle Wolfgang erwähnen, den der ein oder andere vielleicht schon auf einem Laufevent getroffen hat; das ist der Typ mit der Schirmmütze, auf der ein kleiner Stoffhund sitzt.
Wolfgang läuft für die Salzburger Kinderkrebshilfe und sammelt auf jedem Lauf Spendengelder. Auf seiner Homepage WerdePate.com kann man Pate werden und einen Betrag X pro gelaufenen Kilometer spenden. Einfach auf seiner Homepage den nächsten Lauf raussuchen, angeben wieviel pro Kilometer gespendet werden soll und du bist dabei. Ein tolles Projekt!

Ab ins/aufs/ums Tennengebirge

Wir starten in leichtem Nebel, aber die Gipfel des Tennengebirges sind schon nach wenigen Metern zu erkennen. Das scheint wettermäßig ein ziemlich genialer Tag zu werden und wenn die Trails genauso genial werden, dann wird das alles ziemlich awesome (und es wurde awesome).
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Nach einem gemütlichen Einstieg stelle ich mich schon darauf ein und hoffe insgeheim, dass es so moderat weiter geht, aber da liege ich falsch, denn nach den ersten vier Kilometern zeigt die Uhr schon 1000 Höhenmeter an. Soviel zum gemütlichen einlaufen.
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Aber der große Vorteil ist natürlich das Wetter, denn was uns dieser Herbst heute bietet ist golden und das ist sogar noch untertrieben.
Unter einer fluffigen Wolkendecke schlummert das Tal, während wir der Sonne entgegen laufen.
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In solchen Momenten weiß man, dass man heute alles richtig gemacht hat. Ziemlich abgefahrene und pornöse Action ist das hier.
Der Weg wird nicht flacher, sondern steiler. Steil ist geil und gibt nebenbei noch ordentlich Dampf in den Oberschenkeln.
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Unser erstes Ziel, der Eiskogel, kann nicht mehr weit entfernt sein, denn von unten hat das alles irgendwie viel kürzer und nicht ganz so hoch ausgeschaut.
Aber es sind noch ein paar Meter die es zu überwinden gilt und hinter jeder noch so kleinen Kuppe scheint sich ein neuer Anstieg zu verstecken.
Ich denke gerade wieder an diesen Autofahrer, der total geflashed mit seinem Ferrari im Standgas über die A7 gen Süden tuckert.
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Sicherlich hat er Spaß dabei, wenn nicht, ich habe ihn hier oben…garantiert!
Nach dem letzten weglosen Abschnitt über die steile Flanke erreichen wir das Gipfelkreuz des Eiskogels und was soll ich sagen?
Schaut selbst!
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2321m ist dieser Gipfel hoch und von hier kann man in der anderen Richtung, auch so grob unseren weiteren Trailverlauf erkennen. Quasi einmal auf diesem Plateau entlang, über diesen Gipfel und diesen, dann hinten irgendwo runter, kleiner Gegenanstieg und dann nur noch runter. Klingt kurz und einfach, schaut in der Realität aber irgendwie unendlich weit aus.
Also Sachen packen und weiter geht’s!
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Den längsten Anstieg haben wir hinter uns. Jetzt geht es in moderatem Auf und Ab weiter. Der Untergrund ist sehr technisch, weshalb man hier oben nicht unbedingt raketenmäßig rumrennt; wäre auch viel zu schade, denn die Landschaft und das Panorama sind schon ziemlich genial.
Die Österreicher scheinen zwar ein gestörtes Verhältnis zu Straßennamen und Hausnummern zu haben, aber Berge und Natur haben die Jungs und Mädels absolut drauf.
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Wenn man sich jetzt fragt wie es hier oben aussieht, dann hat man das dem versierten Wanderer schnell erklärt.
Das Tennengebirge ist eine Mischung aus Steinernem Meer und Hagengebirge. Ziemlich karg und kein Wasser mit vielen weglosen Gipfelvarianten und Anstiegen.
Für den nicht ganz so versierten Wanderer: Hier oben könnte man sehr gut „Der Herr der Ringe 4“ drehen. Ich bin sowieso schon die ganze Zeit auf der Suche nach Gandalf, Frodo und den Orks, denn die würden hier total gut reinpassen. Und das soll jetzt nicht heißen das alle Österreicher komisch aussehen und unverständlich reden. Ich mag euch…ehrlich!
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An der Edelweißhütte unterhalb des Mittleren Streitmandls gönnen wir uns eine kurze Pause, bevor wir den letzten Gipfel des Tages in Angriff nehmen.
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Über einen grasigen Anstieg geht es noch einmal schön steil auf das Große Fieberhorn und siehe da, auch das Tal kommt mittlerweile in den Genuss der Herbstsonne.
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Da hat man ordentlich Luft nach unten und irgendwo dort unten bin ich heute morgen noch über die Autobahn geirrt.
Nach den obligatorischen Fotos geht es an den Downhill der so ziemlich alles beinhaltet was man sich so vorstellen kann.
Zunächst geht es auf dem grasigen Hang wieder nach unten und weiter entlang der Kante.
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Es folgt ein technischer Downhill im verblockten Gelände, der nach unten hin in ein Geröllfeld mündet. Schönes Geröll, gut zum Abfahren und so ergibt sich endlich mal wieder die Gelegenheit die 100er Downhill-Marke zu knacken.
Mit 107m/min geht es, leider viel zu kurz, nach unten.
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In den flacher werdenden Ausläufern des Geröllfelds wird Leni in den Rucksack gepackt, denn nun kommt das klettertechnisch anspruchsvollste Stück.
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Erst ein kurze Stahlseilpassage und dann kommt eine Leiter, die gefühlt 500m nach unten geht. Auch wenn es wahrscheinlich nur 20m waren, aber mit ordentlich Luft unter dem Hintern wird einem gleich ein bisschen anders.
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Sieht auf dem Bild irgendwie total unspektakulär aus.
Es folgt ein etwas flacheres Stück und dann ist auch schon die Werfener Hütte in Sicht, an der wir uns erst mal eine wohlverdiente Pause mit ordentlichem Essen und Getränken gönnen.
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Hier oben kann man es definitiv aushalten. Es reicht auf jeden Fall, um dem Sonnenbrand einen finalen Schliff zu verpassen.
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Nach einer Stärkung geht es dann auf den letzten 4,5 Kilometern noch einmal 1000 Höhenmeter nach unten.
So steil wie diese Action heute morgen angefangen hat, so steil geht sie auch zu Ende.
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Total, absolut, definitiv geflashed kommen wir wieder am Parkplatz an und ich denke alle sind sich einig, dass das heute ein „Awesome Loop of Madness“ war. Eine grandiose Runde die Sabrina und Christian zusammengestellt haben.
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Irgendwo rechts außerhalb des Bildes ging es hoch, dann oben rum, bis zu dem einen Gipfel, dann runter und rüber.
Was für eine geile Runde bei perfektem Wetter.
Ich glaube ihr lasst es besser bei dieser Premiere und veranstaltet keine Lauftreffs mehr, denn das lässt sich nur sehr schwer toppen!

Vielen vielen Dank!
Bis zum nächsten Mal!

Hier geht es zum Awesome Loop of Madness!

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16 Gedanken zu „Mit den WUSA’s durch das Tennengebirge“

  1. Mein lieber Scholli, wie geil ist das denn? Grandios. Mir fallen gar nicht so viele Superlative ein, wie die Tour verdient hätte.
    Schon allein die Ausblicke waren es wert, da habt ihr aber auch einen super schönen Tag erwischt „um dem Sonnenbrand den letzten Schliff“ zu geben.

    Salut
    Christian

  2. 50 m über dem Meeresspiegel? So hoch? Das ist zehnmal so hoch wie bei mir 😀

    Spätestens an der Leiter wäre ich gestorben. Ne ne, dazu bin ich zuwenig Gämse.

    Spektakulär und atemberaubend. Schön, dass Du wieder auf den Trails bist und das gleich mit so einem Paukenschlag!

    LG Volker

    1. 5m über dem Meeresspiegel…das ist ja schon ganz schön tief! 😉
      Ja, die Leiter war schon spannend…Kopfsache!

      Du hast Recht, das war in der Tat ein Paukenschlag…gigantisch!

      Viele Grüße in die Tiefebene 😉

      Steve

  3. Hi Steve,

    Danke das Du dabei warst! Und Danke für Deinen lieben Bericht! Wieder einmal klasse!

    Jetzt bist Du mit dem nächsten Treff dran! Ich möchte hiermit das Battle starten! 🙂

    LG SA von WUSA!

    1. Danke dir Sabrina!

      Die Latte liegt verdammt hoch. Spontan hätte ich da eine Tour im Kopf.
      Stabiles Wetter, Schneefrei und freies Wochenende…diese Kombo scheint aber ziemlich schwer zu werden…schaun mer mal!
      Ich bleibe dran. 😉

      Liebe Grüße

      Steve

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