Müll! Muss das sein?

Ja, ich mache mir mal wieder Gedanken um Veranstaltungen, aber eigentlich geht es ja nur um das Verhalten der Läuferinnen und Läufer; kurzum es geht um die Verschmutzung der Trails.

Was will der jetzt?

Beim diesjährigen Zugspitz Ultratrail ist er mir besonders aufgefallen…der Müll auf den Wegen.
Jetzt ist es natürlich schwer diesen Müll speziell uns Trailrunnern zuzuordnen, denn schließlich sind ja hier auch Wanderer, Bergsteiger und Mountainbiker unterwegs, aber der Verdacht liegt schon nahe, dass es zu einem Großteil unser Müll war der hier auf den Wegen lag, denn der Wanderer ist nicht unbedingt der potentielle Genießer von Gels und sonstigen Powersnacks.
Ich will dieses Problem auch nicht auf den Zugspitz Ultratrail beschränken, denn es gibt nicht nur dreckige Deutsche und schmuddelige Schweizer, sondern auch abfallwegwerfende Amerikaner und katastrophale Kanadier, wie ich in Squamish feststellen durfte.

Generell würde ich behaupten, dass der Müll auf den Wanderwegen die letzten Jahre deutlich weniger geworden ist. Hier scheint sich also ein stärkeres Umweltbewusstsein breit zu machen.
Vielleicht fällt es dann gerade aus diesem Grund besonders auf, wenn mal mehr als zwei Fetzen Dreck auf wenigen Metern liegen.

Warum?

Die Frage nach dem Warum stelle ich mir jedes Mal.
Warum schmeißt jemand seinen Dreck in die Natur?
Warum sind es dann ausgerechnet die naturverbundenen und frischluftliebenden Trailrunner?
Ich tippe mal, dass niemand mit Müll in den Taschen losrennt und dann nach und nach seinen Hausmüll auf der Strecke entsorgt.
Wenn wir hier von Riegelverpackungen und Geltütchen sprechen, dann war da ja zu Beginn immer mal was drin und nach dem Verzehr des Inhalts bleibt dann eben meist die Verpackung übrig.

Was macht man denn nun mit der Verpackung?

Da man sie im Normalfall nicht essen kann, gibt es zwei Möglichkeiten. Mitnehmen oder Wegwerfen. Im Idealfall befindet man sich gerade an einer Verpflegungsstation und wirft die Verpackung einfach in den Müll. Da man die Riegel und Gels aber meist zwischen zwei Verpflegungsstationen einnimmt ist man somit auch weit weg von Mülleimern.
Da bietet das Wegwerfen natürlich viele Vorteile:
– man spart sich die Zeit den Müll irgendwo zu verstauen, denn schließlich geht es hier ja um jede Sekunde
– man spart sich des Weiteren ein paar wertvolle Sekunden an der nächsten Verpflegungsstation beim Herauskramen des Mülls und anschließendem Entsorgen
– man spart sich Unmengen an Gewicht, denn diese Verpackungen wiegen mehrere Tonnen und beeinträchtigen die Geschwindigkeit ungemein
– und man verklebt sich mit den Resten der Gels oder Schokolade nicht die Hosentasche oder den Rucksack, denn man schwitzt ja nicht und macht sich auch sonst nicht dreckig. So ein kleiner klebriger Gelrest kann schon verhindern, dass ich die Hose am nächsten Tag im Büro nochmal anziehe. Also lieber wegwerfen als unnötig die Hose zu waschen.

Kurzum: Wenn ihr dämlichen Idioten nicht in der Lage seid euren Müll richtig zu entsorgen, dann bleibt gefälligst zu Hause und möge euch der Blitz beim…

So, dass musste jetzt mal raus!

Was tun gegen die Verschmutzung der Trails

Es gibt leider kein wirklich wirksames Mittel gegen diese besondere Spezies Mensch.
Zwar schreiben viele Veranstalter in ihr Reglement, dass Verschmutzungen mit Disqualifikation geahndet werden, aber es lässt sich im Nachhinein ja nicht wirklich beweisen, wem der 1000 Läufer die Tüte am Gipfel gehört.
Selbst wenn man Zeugen hat, dann steht im Zweifel Aussage gegen Aussage.
Man könnte alle 10m einen Müllwächter positionieren aber das würde den Bedarf an freiwilligen Helfern explodieren lassen.

Es gibt erste Ansätze, dass Veranstalter die Riegel, Gels, etc. vor dem Start kontrollieren und vorschreiben, dass Name und Startnummer drauf vermerkt sind. So kann man den Dreck zuordnen. Das hindert aber niemanden daran über das Dropbag oder Helfer von außen unbeschriftete Dinge einzubringen und man könnte ja auch böse Absichten haben und einfach mal falsche Angaben auf die Verpackungen schreiben und diese dann wild auf den Trails verteilen.

Bei manchen Veranstaltungen in Amerika gibt es verpflichtende Stunden die man vor bzw. nach einem Rennen aufbringen muss und sich entsprechend als Reiningungstrupp zur Verfügung stellt. Das sorgt sicher bei einem Großteil für ein gewisses Bewusstsein, trifft aber auch nicht immer die Richtigen; die die es nötig haben.

Was bleibt?

So bleibt am Ende nur der Appell.
Der Appell an die Vernunft jedes Einzelnen, seinen Müll wieder mitzunehmen.
Das DNF oder die entscheidende Sekunde für den Platz auf dem Treppchen wird nicht von einer leeren Gelpackung entschieden.
Aber vielleicht entscheiden sich die Behörden in Zukunft gegen einen Lauf, wenn man feststellt, dass es danach dreckiger aussieht als vorher.

Müll2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

22 Gedanken zu “Müll! Muss das sein?”