Grubstein

Freitag, 19. Dezember 2014. Das Thermometer kratzt gegen 11:00 Uhr schon locker am zweistelligen Bereich…Plusgrade natürlich und ich mache mich auf den Weg Richtung Grubstein.
Grubstein? Ja, genauso habe ich auch geschaut, als ich das erste Mal von diesem Gipfel im Staufenmassiv gehört habe.
Brigitte und Michael haben diesen Geheimtipp mit mir geteilt und bei Worten wie „Killertrail“, „steil“, „einsam“ und „tolle Bilder“ muss ich mir das natürlich unbedingt mal anschauen. Ein Gipfel, von meiner Haustür aus locker erreichbar und ich war noch nicht oben…das geht nun wirklich nicht.
Bis auf ein paar Bilder, die ungefähre Höhe des Gipfels und eine rudimentäre Wegbeschreibung habe ich keine Infos und so wird das heute ein kleines Abenteuer, direkt vor der Haustür.
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Schon der Aufstieg Richtung Padinger Alm macht deutlich, wie abgefahren genial das Wetter heute ist und nach der ersten Steigung landet die Windjacke im Rucksack und ich laufe im T-Shirt weiter.
Was für ein Dezember…unglaublich!
Wer hier und auf Facebook immer fleißig mitliest, der wird wissen, dass mir bei solchen Bildern, in dieser Jahreszeit, das Herz aufgeht.
#NoSnowThisYear
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Irgendwann komme ich dann am vermeintlichen Beginn des „Pfades“ Richtung Grubstein an, finde mich aber überhaupt nicht zurecht.
Da könnte ein Weg sein, aber der verliert sich schnell wieder.
Das könnte ein Weg sein, aber der ist viel zu steil.
So schlage ich mich frei Schnauze durch den steilen, mit Laub bedeckten, Waldhang, immer grob Richtung Zwieselalm. Mal etwas steiler, dann wieder etwas flacher.
Mal ist es halbwegs laufbar und dann geht es senkrecht, über grasbewachsene Hänge nach oben.
In Blick hinunter ins Tal…wenn ich es nicht genau wüsste, dann könnte nächste Woche auch Ostern sein.
Abgefahren!
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Der Weg, wenn einer da wäre, wird steiler und irgendwann bin ich an dem Punkt angekommen, wo ich davon ausgehe, dass ich falsch bin, aber einfach weiter laufe, denn irgendwann kommt sicher wieder ein Weg oder zumindest etwas, was so aussieht.
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Immer weiter, immer weiter und hoffen, dass ich hier nicht wieder runter muss, denn es ist schon verdammt steil.
Dann irgendwann kommen die ersten flachen Ausläufer des Vorgipfels, ein kleines Plateau.
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Erste Blicke Richtung Sonntagshorn werden frei und rechts baut sich ein weiterer Anstieg auf, an dessen oberen Ende ich grob den Gipfel des Grubsteins vermute.
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Doch davor wird es nochmal richtig steil und der feuchte Waldboden wird, in Verbindung mit dem vielen Laub, zu einer echten Herausforderung. Die Schuhe müssen ganze Arbeit leisten und stoßen an die Grenzen ihrer Griffigkeit.
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Dann ein letzter Aufschwung, ein letzter Anstieg und ich bin auf dem Gipfel, auf dem ein kleiner Gedenkstein steht.
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Die Aussicht, die Ruhe, das Wetter…einfach gigantisch!
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Im Rücken Hochstaufen und Zwiesel, auf denen sich sicher mehr Leute tummeln, als hier auf dem Grubstein auf 1037m.
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Die Seele baumeln lassen und einfach die Sonne genießen.
Ein bisschen bräunen, mitten im Dezember in Bad Reichenhall. Ganz ohne Solarium, ganz ohne Anorak.
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Ein letzter Blick auf die Berge
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und dann geht es wieder Richtung Tal.
Zuerst ein kleines Stück auf dem Aufstiegsweg und dann verliere ich den Pfad und orientiere einfach mal grob Richtung Mulisteig und immer bergab. Irgendwann werde ich schon auf einen Weg oder eine Forststraße treffen, die mich dann weiter nach unten führt. Bis dahin geht es über die steilen Bergflanken, im hohen Gras nach unten.
Durch Rinnen und das Unterholz, in der Hoffnung, nicht irgendwann vor einem Abgrund zu stehen und nicht mehr weiter zu kommen.
Der Plan geht auf, besser als gedacht und der Wald spuckt mich am Listsee wieder auf bekannte Wege und wenige Minuten später bin ich zu Hause.

Ein genialer Ausflug, auf einen unbekannten Gipfel mit abgefahrenem Trailpotential.
Eine Mischung aus Killertrail und Kastenquerung…awesome!

8 Gedanken zu „Grubstein“

  1. Hi Steve,

    den Gipfel kennen nur die wenigsten – mich eingeschlossen.
    Sobald es meine „Grippe“ wieder zulässt wird dieser weisse Fleck auf meiner Karte eingefärbt!

    In diesem Sinne

    Alpines Steinschaf

  2. Den Grubstein kenne ich auch noch nicht.
    Das Foto mit den Kiefern und das vorletzte mit den Schuhen sind super!
    Die Kiefern machen immer so ein schönes mediteranes Urlaubsflair!
    Dazu die Sonne, die hohen Temperaturen und ein Schläfchen auf einem Gipfel 🙂 Herrlich!
    Un das ganze im Dezember…

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