Interview mit Anton Krupicka

Deutsche Übersetzung weiter unten – German translation below

If I had the chance to run with a trail runner of my choice, I would definitely choose Anton Krupicka. Toni is an American shooting star. Trademarks: Long hair, beard, a lot of topless pictures and a powerful performance.
In 2006 he started his career with an impressive 1st place at Leadville followed by a lot of top races and podiums all over the world.

Toni, thank you very much for taking the time to answer some questions.
The 2015 season is on. What are your plans for the upcoming months?

Right now I am recovering from a stress fracture in my right tibia. I hope to start running again by the end of June and hopefully be ready for UTMB at the end of August. In the meantime, I’ve been doing a lot of cycling and climbing.

You were only 12 when you run your first marathon. How did it happen that you’re run so early such distances?
I’m not sure, but I do know that I was immediately enamored with running and at that time thought the marathon was the ultimate challenge of endurance for a runner, so it just seemed like a logical goal. I’d done a couple of 20 mile runs in training, so a marathon only seemed natural.

When I finish an Ultra I often say: „Never, ever again!“ It normally takes some days to say: „Yeah, let’s sign in for the next one!“ Do you know this feeling?
Yes. Except for me I often think „Never again!“ during the final 20 or 30 kilometers, and then when I finish I am already thinking about the next one.

You are 31. First marathon at the age of 12, turned to a pro at the age of 23. What was the most impressive moment of your running life?
For me, finishing my first 100 mile race (Leadville 100 in 2006) was the most important moment because it completely changed my attitude towards long efforts in the mountains. Suddenly, so many other endurance objectives seemed possible for me.

If you had the chance to take part at an event of your choice or to run on a place of your choice, what would it be?
Any day in the mountains is usually a good day. I just want to be healthy and pain-free and able to stay that way. Mountains are beautiful everywhere. At the moment I’d love to be able to just run and climb in the mountains right here in my back yard.

You have coined the minimal style like none other before. How was the transition from a „normal“ style to the minimal style? What was the decisive point?
There was never a „transition“. And I don’t think of it as a „style“ that I adopted. I’ve simply always run with very little and have only seen the need to change if the weather conditions require it. Running is about feeling light and fast and free. Carrying a bunch of stuff makes it a lot harder to achieve those feelings.

Was there ever a situation where you regret to run minimal, without a lot of reserves?
Hmmmm. Not really. I’ve been uncomfortable on many outings in the mountains, but I don’t go to the mountains to experience all the comforts of my usual day-to-day life.

Taking a look at the current progress in trail running. Where do you see our sport in five years?
I have no idea. I can’t predict the future.

When can we buy the first book, written by Anton Krupicka?
Maybe when I do something worth writing about. I currently have no concrete plans to write a book. Maybe eventually.

Thanks alot for your time Toni. All the best for the upcoming season. Hope to meet you someday, somewhere on the trails.
Thanks for the interest; enjoy the mountains!

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Anton Krupicka 1

Wenn ich die Wahl hätte, mit einem Trailrunner meiner Wahl zu laufen, dann würde ich definitiv Anton Krupicka wähle. Toni ist ein amerikanischer shooting star. Markenzeichen: Langes Haar, Bart, eine Menge öberkörperfreier Fotos und eine bärenstarke Performance.
2006 begann seine Karriere mit einem imponierenden Seig beim Leadville Trail. Es folgten eine Menge weiterer Toprennen mit Podiumsplatzierungen auf der ganzen Welt.

Toni, vielen Dank das du dir die Zeit nimmst ein paar Fragen zu beantworten.
Die 2015er Saision hat begonnen. Was sind deine Pläne für die nächsten Monate?

Im Moment erhole ich mich von einer Stressfraktur im rechten Schienbein. Ich hoffe, dass ich Ende Juni wieder anfangen kann zu laufen und hoffentlich bin ich Ende August bereit für den UTMB. In der Zwischenzeit fahre ich viel Fahrrad und bin beim Klettern.

Du warst erst 12 Jahre alte als du deinen ersten Marathon gelaufen bist.
Wie kam es dazu, dass du schon so früh solche lange Distanzen gelaufen bist?

Ich bin mir nicht sicher, aber ich weiß, dass ich nicht sofort ins Laufen verliebt war und zu dieser Zeit dachte ich, der Marathon ist die ultimative Herausforderung für die Ausdauer eines Läufers; es war wie ein logisches Ziel. Ich habe ein paar 20 Meilen-Läufe im Training absolviert und so war der Marathon die logische Konsequenz.

Wenn ich eine Ultra finishe, dann sage ich immer: „Nie, nie mehr!“ Normalerweise dauert es ein paar Tage und dann sage ich: „Yeah, auf geht’s zum nächsten Event!“ Kennst du dieses Gefühl?
Ja, auch ich denke oft „Nie wieder!“ während den letzten 20 oder 30 Kilometer und dann wenn ich im Ziel bin, denke ich schon an das nächste Rennen.

Du bist 31. Deinen ersten Marathon liefst du mit 12, mit 23 bist du Profi geworden. Was war der beeindruckendste Moment in deinem Läuferleben?
Für mich war das Finish bei meinem ersten 100-Meilen-Rennen (Leadville 2006) am wichtigsten, denn dadurch wurden meine Ziele im Bezug auf lange Läufe in den Bergen komplett geändert. Auf einmal schienen mir so viele Ziele in diesem Bereich möglich.

Wenn du die Chance hättest, an einem Event deiner Wahl teilzunehmen oder an einem Ort deiner Wahl zu laufen, was würdest du sagen?
Jeder Tag in den Bergen ist normalerweise ein guter Tag. Ich möchte nur in der Lage sein gesund und schmerzfrei zu bleiben. Berge sind überall schön. Im Moment liebe ich, es die Möglichkeit zu haben, hier in meinem Hinterhof in den Bergen zu rennen und zu klettern.

Du hast den Minimal-Stil wie kein anderer geprägt. Wie war der Übergang vom „normalen“ Stil zum minimalen Stil? Was war der entscheidende Punkt?
Es gab nie einen „Übergang“ und ich denke nicht, dass es ein „Stil“ ist den ich angenommen habe. Ich laufe einfach immer mit sehr wenig und ich halte es nur für nötig etwas zu ändern, wenn es das Wetter erforderlich macht. Laufe bedeutet das Gefühl leicht und schnell und frei zu sein. Wenn man viele Dinge mit sich herum trägt, dann wird es schwerer dieses Gefühl zu erreichen.

Gab es jemals eine Sitation in der du es bereut hast minimal zu laufen, ohne viele Reserven?
Hmmmmm. Nicht wirklich. Auf vielen Touren war es unbequem, aber ich gehe nicht in die Berge um den ganzen Komfort des normalen Alltags zu erlben.

Werfen wir einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Trailrunning. Wo siehst du unseren Sport in den nächsten Jahren?
Ich habe keine Idee. Ich kann die Zukunft nicht vorhersagen.

Wann können wir das erste Buch von Anton Krupicka kaufen?
Vielleicht wenn ich etwas tue, über das es sich lohnt zu schreiben. Im Moment habe ich keine konkreten Pläne ein Buch zu schreiben. Vielleicht irgendwann einmal.

Vielen Dank für deine Zeit Toni. Alles Gute für die kommende Saison. Hoffentlich sehen wir uns mal irgendwann, irgendwo auf den Trails.
Vielen Dank für das Interesse; genieße die Berge.

Anton Krupicka 2

8 Gedanken zu „Interview mit Anton Krupicka“

  1. Ich sehe ja sporliche Männer in wenig Klamotten nicht ungerne. Aber da sei nur am Rande erwähnt :mrgreen:

    Cooles Interview, gute Fragen, gutes Englisch!

    LG Volker

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