HOKA ONE ONE Bondi 4

Schuhe von HOKA ONE ONE mag man, weil man mit ihnen klar kommt oder man hasst sie, weil sie eben einfach anders sind.
Ich bin kein Fan von HOKA, da ich eben zu den Personen gehöre, die mit den Schuhen einfach nicht klarkommen. Dennoch kommt hier nun der erste Testbericht eines HOKAs, denn Sandra kommt mit HOKAs wunderbar klar und somit möchte ich euch diese Marke natürlich nicht vorenthalten.

Das die Jungs und Mädels von HOKA ONE ONE Schuhe bauen können, dass sieht man spätestens wenn man mal nach Amerika fliegt und dort an einem Trailrennen teilnimmt. Während HOKAs bei uns erst seit ein paar Jahren richtig bekannt sind und nach und nach in immer mehr Shops erhältlich sind, sieht man sie in Amerika an fast jedem dritten Fuß. Was bei uns Salomon ist, dass ist bei den Amerikanern HOKA ONE ONE.
In der Tat haben die beiden Hersteller durchaus Gemeinsamkeiten, denn die beiden Jungs die 2009 HOKA gegründet haben, waren ehemalige Mitarbeiter von Salomon und maßgeblich an der Entwicklung der Trailrunning-Linie der Franzosen beteiligt.
Während bei Salomon und Co. über die Jahre der Trend zum Minimal-Schuh ging, näherte sich HOKA auf der komplett anderen Seite dem Markt an. Maximale Dämpfung lautet das Credo, aber dennoch hat man den Anspruch die Sprengung und das Gewicht relativ gering zu halten.
Auf den ersten Blick kann man sich nur schwer vorstellen, wie man mit diesen Schuhen laufen kann, geschweige denn wie man damit auf einem technischen Trail überlebt, aber es geht. Man muss dafür nicht mal Profi sein, denn wenn man sieht wie sich „Hobbyläufer“ in Amerika mit diesen Schuh auf den Trails nach unten stürzen, dann fragt man sich als unbedarfter Außenstehender, wie das möglich ist.
Spätestens wenn man sich das Team der HOKA-Athleten anschaut, dann sieht man, dass man mit diesen Schlappen auch richtig Gas geben kann, denn krasse Typen wie Sage Canaday, Karl Meltzer oder Magdalena Boulet gehören zum Team und Mike Wardian und Jim Walmsley laufen ebenfalls für HOKA. HOKA mischt also eindeutig vorne mit; auf dem Trail und der Straße.

Der HOKA ONE ONE Bondi 4

Bei den Schuhen unterscheidet HOKA zwischen Straße und Gelände. Der HOKA ONE ONE Bondi 4 gehört in das Segment „Straße“.
Die Sprengung von 5mm setzt sich zusammen aus 32mm an der Ferse und 27mm im Bereich des Vorfußes. Bei einem Gewicht von 245g in der Referenzgröße wird schnell klar, dass die massive Dämpfung nicht sonderlich ins Gewicht fällt.
Das Obermaterial des Schuhs besteht aus Lycra. Eine verstärkte Fersenkappe soll den nötigen Halt gewährleisten. In bewährter Manier verbaut HOKA auch beim Bondi 4 eine vollflächige EVA Zwischensohle. Eine um 10 Grad abgeschrägte Ferse soll das Laufverhalten, gerade bei Überpronation, verbessern.
Durch die Meta-Rocker Konstruktion der Sohle (der Schuh verhält sich quasi wie ein Schaukelstuhl), soll der natürliche Bewegungsablauf unterstützt werden und ein geschmeidiges Abrollen, vom Aufkommen bis zum Abdruck garantiert werden.
Die Zwischensohle ist im Inneren des Schuhs so weit nach oben gezogen, dass der Fuß quasi wie in einem Schalensitz von ihr umschlossen wird. Somit soll Stabilität für alle Laufstile garantiert werden ohne das zusätzliche Materialien verbaut werden, die wiederum das Gewicht nach oben treiben würden.

Und wie läuft man in einem HOKA?

Man muss es einfach ausprobieren um zu wissen, ob man mit HOKAs einen gemeinsamen Weg gehen möchte oder nicht. Ich bin wie eingangs erwähnt (noch) kein Fan, aber Sandra dafür umso mehr. Die Schuhe motivieren sie sogar zum laufen, da es so ein tolles und angenehmes Gefühl ist.
Mir sind die Schuhe einfach zu weich von der Dämpfung her. Wahrscheinlich gewöhnt man sich mit der Zeit daran und ich sollte es einfach mal auf einen lang angelegten Eingewöhnungsprozess ankommen lassen; denn ehrlich gesagt kenne ich niemanden, der, wenn einmal warm geworden mit den Schuhen, schlecht über sie redet.
Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, denn egal ob Straße oder Trail, HOKA ONE ONE deckt jedes Segment ab. Für die Trails gibt es sogar Schuhe mit Vibram-Sohle; maximaler Grip trifft auf maximale Dämpfung…eine wahnsinnig geniale Kombination.
Für den Anfang ist man aber mit einem Schuh wie dem Bondi sehr gut bedient, denn auf der Straße und gemäßigten Wegen gewöhnt man sich am besten an das neue Laufgefühl und es geht in der Tat sehr schnell. Wenn man sich mit der Dämpfung arrangiert, dann kommt man auch als Laufanfänger sehr schnell und gut mit dem Schuh zurecht. Das was HOKA verspricht halten sie definitiv und gewähren ein sanftes, wohl gedämpftes Laufgefühl.
Auch wenn die Schuhe einen wuchtigen ersten Eindruck hinterlassen, spätestens wenn man sie in die Hand nimmt oder mit ihnen am Fuß über den Boden gleitet, merkt man, welch sicheres und leichtfüßiges Gefühl sie auf Anhieb vermitteln.

6 Gedanken zu „HOKA ONE ONE Bondi 4“

  1. Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand wie Du, der kaum auf Straße läuft, mit diesen Teilen fremdelt. Als Vielasphaltläufer finde ich die Kombination aus maximaler Dämpfung und minimaler Sprengung nicht aber nicht uninteressant. Wobei meine Hokas (frag mich jetzt nicht gerade nach dem Modell) mit einer sehr schlichten Innensohle daherkommen und deshalb auch gar nicht so sehr einen Kuschelfaktor vermitteln.

    Es mag zwar etwas kontrovers klingen, aber aus diesem Grunde ist der Hoka auf meinem aktuellen Weg zu weniger Schuh für mich ein gar nicht mal so schlechtes Übergangsmodell.

    VGV

    1. Ich denke ich werde den Hokas an meinen Füßen auch nochmal irgendwann eine zweite Chance geben. Momentan haben wir nur keine sonderlich gute Beziehung, aber bekanntlich kann sich sowas ja auch mal ändern. 😉

      VG

      Steve

  2. Ich laufe seit Anfang 2016 mit verschiedenen Hokas Berge, Trails und relativ flache Schotterwege. Ich möchte sie nicht mehr missen, wobei ich auch noch Salomon, Altra und andere laufe. Gerade die extrem langen Kanten wie AlpenX100 hätte ich mit weniger gedämpften Schuhen evtl. nicht durchgezogen. Bin schon gespannt auf den Speedgoat 2.
    Meine Frau mit ihren Rückenproblemen hat jetzt nach längerer Zeit auch wieder das Laufen angefangen….in Hokas.
    Servus
    Olaf

    1. Ja, ich kenne auch viele Leute die nach Problemen auf Hokas umgestiegen sind und seitdem beschwerdefrei unterwegs sind.
      Die sind schon toll die Teile, aber ich denke, es dauert in meinem Fall einfach noch ein bisschen bis ich mit diesen Dingern anfreunden kann.

      Gruß

      Steve

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.