Trailrun auf den Spechtenkopf

Heute steht eine Feierabendtour der besonderen Art auf dem Programm.
Von der Haustür weg, über fantastische Trails, auf den Gipfel des Spechtenkopfs (1285m), auf dem ich bis jetzt noch nicht war.
Es ist die Evolution des Trails oder die Rückentwicklung der Straße. Über Asphalt geht es zuerst Richtung Saalach und dann an der Saalach entlang, auf einem breiten Schotterweg zum Festplatz in Bad Reichenhall und am Ende des Platzes beginnt dann der Trail.

Gemütliche zehn Minuten von der Haustür entfernt beginnt nun der Anstieg auf den Spechtenkopf im Lattengebirge, der etwas vor dem markanten Predigtstuhl untergeht, sich aber keineswegs verstecken muss.
Vor über einem Jahr war ich auf dem Dötzenkopf aber irgendwie habe ich total vergessen, welch genialen Trails sich hier nach oben schlängeln.

Abwechslungsreich, mal steil, dann wieder etwas flacher, mal breit, dann wieder sehr schmal.

Am Abzweig zum Dötzenkopf geht es rechts weiter. Knapp 300 Höhenmeter sind es noch und jetzt wird es noch ein Stück steiler und teilweise sehr technisch.

Es geht über Wurzeln und Felsen und an einigen Stellen darf man auch mal ruhig die Hände zur Hilfe nehmen.
Über den Dötzenkopf kann man schon drüber blicken,

und nach einem letzten schmalen Singletrail,

geht es über einige Steilstufen hinauf zum Gipfel mit einer herrlichen Aussicht auf Bad Reichenhall (man sieht sogar meine Terrasse), Salzburg, Staufen, Untersberg, Lattengebirge und hinüber zu einigen Gipfeln im Chiemgau.

Ein Blick ins Gipfelbuch zeigt zwei Gesuche, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Seit fast neun Monaten suchen Familie und Freunde nach dem vermissten Ludwig Dankesreiter,

und seit heute suchen die Freundinnen von Ini einen Freund für sie.

Erst dachte ich, die Suche nach Ludwig Dankesreiter ist sicherlich schon abgeschlossen, aber der Gipfelbucheintrag seiner Freunde und seines Bruders von Anfang der Woche zeigt, dass man ihn immer noch sucht und die Hoffnung noch nicht aufgegeben wurde.

Nach einer Zeit gesellt sich ein Wanderer zu mir, den ich im Aufstieg überholt habe. Er ist irgendwann mal auf meine Seite aufmerksam geworden und erkennt mich sogar wieder. Er erinnert sich sogar, dass wir uns im November auf dem Hirschwieskopf begegnet sind…coole Sache.
Wir tauschen uns etwas über Touren aus und nach einiger Zeit mache ich mich wieder an den Abstieg.
Gerade im ersten Teilstück bis zum Abzweig Richtung Dötzenkopf verlangt der Downhill viel Grip, denn auf dem steilen und steinigen Trail kommt man sehr schnell ins Rutschen. Danach wird es einfach nur genial und locker fluffig. Tolle Wald-Trail-Downhill-Action…so muss das sein; und am Ende entwickelt sich der Trail wieder zurück und die Evolution der Straße beginnt.

Ein genialer Trailrun und das alles von der Haustür weg, herrlich.
Übrigens: Wer die Nummer von Ini haben möchte, der muss schon selbst auf den Spechtenkopf, so einfach mache ich es euch dann auch nicht. Also nix wie rauf auf den Berg…es lohnt sich bestimmt.

6 Gedanken zu „Trailrun auf den Spechtenkopf“

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