Goodbye Squamish

Auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende.
So abgedroschen dieser Spruch auch sein mag, soviel Wahrheit steckt leider in ihm.

18 Tage Kanada…18 Tage Squamish…18 Tage krass geile Action!

In wenigen Stunden geht der Flug nach Frankfurt. Knapp über 10 Stunden, aber, da wir mit der Zeitverschiebung fliegen, sind es fast 20 Stunden. 10 Stunden die ich verliere…bzw. Kanada schenke…und da sind sie gut aufgehoben.
Ginge es nach mir, ich würde hier bleiben…aber ganz so einfach ist das leider nicht.
So steige ich also vorerst mal in den Flieger und schaue mal wieder zu Hause vorbei.

Mittlerweile erholen sich die Beine schon ziemlich gut vom Squamish 50. Heute gingen schon 10 flache Wanderkilometer und ein Bisschen schwimmen im See. Zwar sind die Bewegungen noch etwas unrund, aber das legt sich schon die nächsten Tage.

Jetzt heißt es Abschied nehmen:

Goodbye Squamish…du kleine Stadt mit den coolen Einwohnern, den vergleichsweise wenigen Touristen, dem überall spürbaren Outdoor-Feeling. Hier lebt einfach jeder Outdoor.

Goodbye Esskultur…ja, Fastfood, das gibt es hier in allen Variationen und ja, wir haben sie so ziemlich alle probiert. Warum? Weil’s schmeckt und weil wir’s können. Wir haben es uns ja auch wieder runtergelaufen und ein paar Tage im Jahr kann man so was mal machen. Genauso haben wir diese coolen Frühstücksrestaurants probieren müssen, wo es neben der obligatorischen Kaffee-Flatrate Frühstücksmenüs gibt, über die man gerade so drüber schauen kann. Man is(s)t schließlich nicht jeden Tag hier und…“Man lebt nur einmal, aber wenn man es richtig anstellt, dann ist einmal auch genug.“

Squamish final 2

Goodbye GMC Terrain…du cooler, spritschluckender, untermotorisierter SUV. Du hast uns überall hingebracht, auch wenn es noch so steil und staubig war. Es wäre vielleicht auch in einem kleineren Auto gegangen, aber bei weitem nicht so cool.

Squamish final 1

Goodbye Canadian-Trails…geschwärmt habe ich über diese Trails schon genug, deshalb will ich es hier nicht weiter tun. Nur soviel sei euch gesagt: Wenn ihr mal die Chance habt hier zu laufen, dann tut es…um Gottes Willen tut es einfach…Ihr werdet es nicht bereuen und keinen Zentimeter vergessen.

Squamish final 5

Goodbye Canadian Border Patrol…ihr wart bei der Einreise auf dem Luft- und Landweg so freundlich und unkompliziert, da können sich eure Nachbarn, aus dem Land mit den vielen Sternen in der Flagge, noch ein paar große Scheiben abschneiden.

Goodbye Kanadierinnen und Kanadier…ihr seid so freundlich und zuvorkommend, einfach wunderbar. Bleibt so wie ihr seid. Erschreckt nicht, wenn ihr mal nach Deutschland kommt. Keiner wird euch bei Mc Donalds oder beim Einkaufen an der Kasse fragen wie es euch geht und keiner wird seinen Dreck am See wieder mitnehmen. Wir feiern auch nicht jedes Wochenende irgendein Fest in unserem Dorf, bei dem jeder vorbeikommt und jeder mitmacht. Ein Deutschland lebt man mehr für sich, oft zurückgezogen und schaut meist immer erst auf sich und sein eigenes Wohl. Diese Gemeinschaftstypinnen und -typen findet man leider nicht so oft und in dieser Anzahl, wie bei euch.
Vielleicht sollten wir einfach viel öfter mal vorbei kommen und von euch lernen.

Goodbye Grocery Stores…die Einkaufsläden sind anders, klar, hier ist ja auch alles anders. Zugegeben ist fast alles teurer als in Deutschland, aber man ist total geflashed von der Auswahl, sowohl was die Art als auch die Größe der Verpackungseinheiten angeht. Die Größe des Landes verhält sich wohl proportional, zu der Größe von Lebensmitteln und Co (und deren Preis).

Squamish final 3

Goodbye Squamish 50…du hast es mir angetan, mir meine Grenzen aufgezeigt, aber mich auch motiviert wieder zu kommen. Vielleicht schon 2014 (08.-10. August). Die Szene hier ist so total anders als bei uns. Wer denkt, dass Trailrunning im deutschsprachigen Raum familiär ist, der hat sicher Recht, aber hier ist es noch viel familiärer und viel unkomplizierter.
Da sieht der Start zu einem 50 Meilen-Rennen aus, wie das Treffen von guten Freunden auf einem Parkplatz hinter einem runtergekommen Industriegelände, die einfach mal eine Runde laufen wollen. Unkompliziert, ohne Gedränge, freundschaftlich, familiär. Da kommt der Race-Director an jeden Start (50M, 50k, 23k), macht seine Scherze, brieft die Leute und schickt sie dann auf die Trails. Im Ziel empfängt er jeden einzelnen Finisher persönlich und gratuliert ihm. Vor und nach dem Rennen gibt es auf den sozialen Netzwerken einen regen Austausch der Teilnehmer und Organisatoren…alleine schon deswegen lohnt sich die Teilnahme…man lernt nur verrückte Leute, schon im Vorfeld und nach dem Rennen, kennen.
Auch während dem Rennen unterhält man sich mit den Teilnehmern (sofern die Kraft dazu vorhanden ist), als würde man sich schon Jahre kennen.

Goodbye…heißt Auf Wiedersehen und da stecken zum Glück die Worte „wieder“ und „sehen“ drin. Man darf also gespannt sein wie es weitergeht.
Eine Idee geht mir schon im Kopf rum.
2014: Am Freitag die 23k laufen und am Sonntag die 50k. Bei den 50M am Samstag irgendwo als Volunteer unterstützen.
Schaun mer mal…
…Goodbye
Squamish final 6

9 Gedanken zu „Goodbye Squamish“

  1. Betrachte es einfach als erste Erkundungsreise, Steve! Klar, der Urlaub muss irgendwann zu Ende gehen, aber es war doch auch nur das ERSTE Mal, bei dem du Squamish überhaupt entdeckt hast – und wenn du jetzt an das nächste Mal denkst… und das nächste Mal… 😀

    Ich wünsch euch jedenfalls eine gute Heimreise (mit einem weinenden und einem lachenden Auge, die BGLer Trails warten schon sehnsüchtig ^^). Und vielen Dank, dass du uns so hast teilhaben lassen, die Berichte waren wirklich zum mitfühlen, -fiebern, -träumen und wie immer generell zum schießen! Irgendwann ist mir dann mal aufgefallen, dass ich nach der Nachtschicht erst noch schnell auf uptothetop geguckt hab, ob einer neuer Trail-Bericht da ist, bevors ins Bett ging, und das schon ganz unbewusst und automatisch. 😉

    Aber jetzt kommt erst mal gut nach Hause und – ganz einfach nochmal HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!!

    1. Vielen Dank Julia!
      Ja, es war ein erstes Herantasten an die ganze Sache und jetzt habe ich Blut geleckt.
      Ich komme wieder und die Idee mit 2014 gefällt mir von Minute zu Minute mehr. 🙂
      Aber jetzt kommst du nach deiner Nachtschicht wieder eher ins Bett, denn die späten Posts sind jetzt erst mal vorbei.

      Viele Grüße aus dem Wartebereich Gate 53, Vancouver Airport

  2. Das war auch kein besonders gutes Schlafmittel, hinterher haben die Beine immer so gekribbelt, woran das wohl lag…? 😀

    Guten Flug euch beiden!

  3. Pingback: Abschied nehmen

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