Rekord Runday um die Kampenwand

Julia hat auf Facebook zum Trailrunner’s Runday eingeladen und das im Zeitalter dieser umstrittenen Facebook-Partys…ob das gut geht?
Schnell waren die ersten 10 Teilnehmer zusammen und im Laufe der kommenden Wochen wurde es immer mehr. Am Ende waren es knapp über 20 Teilnehmer, plus ein paar mehr, die sich außerhalb von Facebook angekündigt haben.
So treffen sich also am Sonntag um 10:00 Uhr, bei schönstem Novemberwetter, 36! Typinnen und Tpyen, Trailrunnerinnen und Trailrunner, am Parkplatz in Hochenaschau, um gemeinsam auf den Trails um die Kampenwand zu laufen.
36 Leute, die aus Garmisch-Partenkirchen, dem Großraum München, Österreich, Ingolstadt, dem Allgäu und Stuttgart, teilweise drei Stunden Autofahrt auf sich genommen haben, um ein bisschen Trailluft im Chiemgau zu schnuppern.
Absolut genial! Wo gibt es denn so etwas? Da soll noch einmal jemand sagen, dass diese sozialen Netzwerke überflüssig sind.

Würden sich 36 Kletterer verabreden, sie müssten einen ganzen Berg mieten um genügend Routen zu haben.
36 Wanderer…kann ich mir nicht vorstellen.
36 Fahrradfahrer bräuchten eine 10-spurige Autobahn; da sie permanent nebeneinander fahren müssen.
36 Trailrunner brauchen einfach nur ein paar Pfade und los geht’s!
Solche genialen Aktionen verbinden. Man lernt neue Leute kennen, die man vorher noch nie gesehen hat oder vielleicht nur über das Internet kennt und man trifft alte Bekannte, die man von vorherigen Rundays oder diversen Events kennt.
Das Ziel ist ganz einfach…Gemeinsam Spaß haben!

Es gibt kein Mindesttempo, keine Zeitvorgaben, jeder läuft einfach und irgendwo (meist nach längeren Steigungen oder an Wegkreuzungen) sammelt man sich wieder, macht eine kurze Pause und weiter geht’s.
Zwischendrin tauscht man sich aus; es geht um die neueste Ausrüstung, die Wettkampfplanung für das nächste Jahr, geplante Touren, die neueste Trailentdeckung vor der Haustür und über was man sich eben so unterhält wenn man mit jemandem unterwegs ist, der/die die gleiche Leidenschaft teilt.

So, aber jetzt zurück zum heutigen Abenteuer!
Vorweg: Die überwiegend schiefen Bilder sind gewollt. Wer gerade Bilder möchte, muss einfach den Kopf etwas auf die Seite drehen.
So starten wir also in Hohenaschau mit dem ersten Ziel, die Bergstation der Kampenwand-Bahn.
Es geht über ziemlich geniale Trails durch den Wald


und dann…ja dann kommt die Skipiste.
Im Winter eine super Sache wenn von oben hier runter fährt, aber jetzt, so ganz ohne Schnee und Skier, nur mit Laufschuhen ist das natürlich auch eine super Sache, aber die Oberschenkel können schon mal etwas anfangen zu brennen.

Bestimmt gibt es hier auch eine gemütliche blaue Piste die nach oben führt, aber schwarze Pisten sind doch viel cooler und machen mehr Spaß. Schließlich muss man den Grip der Schuhe ausnutzen und am Ende wird man sowieso mit einer ersten tollen Aussicht, hinunter auf den Chiemsee, belohnt.

Weiter geht es, diesmal etwas moderater, immer im Blick der Kampenwand, auf deren Gipfel das größte Gipfelkreuz der bayerischen Alpen steht.


Es geht etwas flacher auf dem Wanderweg weiter, dann noch eine Steigung und wir sind oben. Wir treffen uns zwischen Bergstation und dem Berggasthof SonnenAlm, Energieriegel und allerhand andere Lebensmittel werden vertilgt, vielleicht noch die Kleidung wechseln, denn es ist wirklich warm und natürlich die Aussicht genießen – von den Berchtesgadener Alpen bis zu den Hohen Tauern und noch weiter.


Jetzt geht es weiter, über den Panoramaweg, hinüber zur Steinling-Alm.
Während uns auf dem Aufstieg noch vergleichsweise wenig Wanderer begegnet sind, herrscht hier nun reges Treiben. Im Sekundentakt spukt die Seilbahn neue Wanderer aus, die sich nun mit uns den Weg teilen.

Normalerweise begegnet man als Wanderer nicht jedem Tag einem Trailrunner und wenn man mal zwei oder drei auf einmal sieht, dann ist das schon ungewöhnlich. Wenn sich allerdings 36 „Verrückte“ auf einmal in Bewegung setzen, dann sorgt das schon für Aufsehen. Die komischen Leute in ihren bunten Laufklamotten, nur mit Turnschuhen an den Füßen und manche auch noch in kurzen Hosen…so was, hier, an der Kampenwand, auf unserem Wanderweg, Mitte November…unfassbar!

Ab der Steinling-Alm verlassen wir den Panoramaweg und folgen nun wieder etwas einsameren Trails. Mittlerweile hat unsere Gruppe auch Zuwachs bekommen und wir kratzen knapp an der 40er-Marke.

Wir lassen die Wanderer hinter uns und tauschen den gut ausgebauten Wanderweg gegen den technischen Singletrail, der uns nun unterhalb der Kampenwand nach Osten führt.

Stetiges Auf und Ab, gepaart mit ein paar flachen Passagen kennzeichnen dieses Teilstück, auf dem es auch mal einen kleinen Stau gibt, aber alles halb so wild.

Auf der Rückseite der Kampenwand angekommen geht es jetzt über einen noch schmaleren Singletrail, man könnte es „Half-Trail“ nennen, hinüber zur Piesenhauser Hochalm.


An der Alm angekommen, die Kampenwand haben wir in der Zwischenzeit schon hinter uns gelassen, gibt es eine kurze Pause zum Auffüllen der Wasservorräte und natürlich zum genießen der Aussicht.


Weiter geht es, zunächst mal wieder bergauf

und dann durch denn Wald nach unten.


Der Trail spuckt uns auf die Forststraße über die es nun ein paar Kilometer weiter geht, zunächst bergab und dann bergauf zur finalen Steigung.


Irgendwann saugt uns der Trail wieder an, zieht uns von der Forststraße runter und von nun an geht es nur noch bergab. Die Möglichkeiten und Variationen für den Abstieg scheinen unbegrenzt zu sein, denn es gibt mehr als einen Weg und sicherlich hat der ein oder andere auch noch einen neuen Weg entdeckt.

Es geht auf jeden Fall durch den Wald und dann hat man wohl die Möglichkeit ob man weiter durch den Wald will, über die Forststraße oder über die Skipiste nach unten.

Egal welche Variante, am Ende kommt jeder wieder unten an und das Schloss Hohenaschau erleichtert einem zudem die Orientierung.


Rechts vom Schloss, da ist der Parkplatz, da ist das Ziel, dort warten trockene Klamotten und am Ende 36 begeisterte Trailrunnerinnen und Trailrunner.
Nach und nach treffen die Leute ein; alleine, zu zweit, in größeren Gruppen, in kurzen Hosen, langen Klamotten, gehend, laufend…aber etwas haben wir alle gemeinsam: Das Lächeln im Gesicht und das gemeinsame Erlebnis des heutigen Tages.

Ein absolut genialer Runday, mit einer riesigen, super Truppe, auf tollen Trails, 25 Kilometer und 1400 Höhenmeter um die Kampenwand. Über vier Stunden totaler Spaß!

Liebe Julia,
vielen Dank für die Organisation und fürs Mitnehmen. Es war absolut spitze und ein unvergessliches Erlebnis.
So etwas erlebt man nur beim Trailrunning.

Bis zum nächsten Mal!

15 Gedanken zu „Rekord Runday um die Kampenwand“

  1. Hi Steve,
    toller Event und super Bilder. Macht immer wieder Spass deine Berichte zu lesen! Vielleicht bekommen wir so was auch mal bei uns im Hunsrück hin. Werd mal meine Fühler ausstrecken!
    Gruß Jörg

    1. Danke dir für deinen Kommentar, Jörg.
      Einfach mal die Fühler ausstrecken und dann die Leute einladen und über geniale Trails laufen.
      Der Hunsrück liegt jetzt zwar nicht bei mir um die Ecke, aber eventuell passt es ja zeitlich, dann würde ich vielleicht mitkommen, sollte ich gerade irgendwie in der Nähe sein.

      Viele Grüße
      Steve

    1. Ja, war genial.
      Du kannst so etwas ja auch mal bei dir aufziehen. Aender und du, ihr habt doch eine super Plattform über die man das gut streuen kann.
      Trail suchen, einladen und Spaß haben.

  2. Hi Steve,

    da werde ich schon wieder neidisch – schade dass ich keine Zeit hatte !

    Vielleicht beim nächsten Runnersday.

    Gruß
    Hubert

    P.S. Wie schon erwähnt, du wärst als Guide prädestiniert!

    1. Servus Hubert,

      den nächsten Runday wird es wohl im Dezember geben. Auf Julias Homepage gibt es auch schon erste Infos.

      Den ersten „Runday“ mit mir, wird es spätestens im nächsten Frühjahr geben. 😉
      Weitere Infos folgen!

      Viele Grüße

      Steve

          1. ja, villeicht starte ich nächstes jahr mal ne aktion. mir fehlt nur das gefühl für die richtige streckenlänge. nicht zu lang und nicht zu kurz. 15-20k hört sich aber ganz gut an.

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