Goldtropfsteig – The Wall

Der Goldtropfsteig auf den Hochstaufen ist sicherlich der steilste, kürzeste, unbekannteste und nach dem Pidinger Klettersteig auch der anspruchsvollste Weg auf den Hochstaufen.
Von der Padinger Alm geht es quasi wie bei einem Raketenstart steil nach oben, ohne Pause, ohne Entspannung…einfach nur steil!
Es geht zunächst entlang der Forststraße, wenige Meter, und dann in einer scharfen links-rechts Kombination hinein in den Wald und steil nach oben.
Ab jetzt ist bei mir nicht mehr an laufen zu denken und es wird ein schnelles gehen. Dennoch kann ich ein relativ hohes Tempo halten und schraube mich Meter für Meter nach oben. Die Bäume werden lichter und ich übertrete, kurz nach der Goldtropfwand, die Baumgrenze.
Jetzt wird es nochmals steiler. Die Felsen überwiegen und man muss an vielen Stellen die Hände zur Hilfe nehmen. Meine Oberschenkel brennen und ich gönne mir eine kurze Pause. Entweder war ich am Anfang zu schnell oder diese Steilheit will mich einfach schnellstmöglich auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Wahnsinn!
Ein paar Höhenmeter später, die nächste Pause.
Jetzt zeigt mir dieser Steig, wer hier der Chef im Ring ist.
Die letzten 20 Minuten werden nicht zur Qual, zeigen mir aber deutlich, wie steil dieser Weg ist. Als ich kurz vor dem Gipfel wieder auf den Normalweg treffe, mobilisiere ich noch einmal alle Kräfte. Zum laufen reicht es nicht ganz, aber es geht auch so relativ flott.
Dann endlich der Gipfel, die letzten Meter…geschafft!
Ein Blick auf die Uhr verrät mir:
1:16,52, für 3,04 Kilometer und 1091 Höhenmeter. Über den Normalweg bin ich wesentlich schneller, aber der ist auch 1,5 Kilometer länger. Das macht deutlich, wie steil der Goldtropfsteig wirklich ist.
Kein Weg für schnelle Zeiten, aber ein sehr guter Weg, um sich mal aus seinem Körper zu beamen und die Sache von außerhalb anzuschauen.
Nach einer ausgiebigen Pause, in der mir die Dohlen aus der Hand gefressen haben und auf meinem Knie und Kopf gelandet sind, geht es auf dem Normalweg, über die Bartlmahd, wieder nach unten.

Es gab Fotos von dem heutigen Lauf, aber aufgrund eines katastrophal banalen Bedienerfehlers, sind diese leider nicht mehr da.
Dann müsst ihr euch eben vorstellen wie es war.

Goldener Herbst, 23 Grad, strahlend blauer Himmel und eine gigantische Fernsicht vom Bayerischen Wald bis zu den Gletschern Tirols!

Hier geht es zum steilen Bergauf-Move über „The Wall“!

Bergab geht’s hier!

4 Gedanken zu „Goldtropfsteig – The Wall“

  1. Hi Steve,

    es klingt unglaublich – alle Wege auf den Staufen habe ich schon bezwungen –
    nur den Goldtropfsteig noch nicht.

    Das müssen wir mal nachholen.

    Gruß

    Alpines Steinschaf

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