Mit dem Terraclaw 250 will inov-8 einen möglichst breiten Einsatzraum abdecken. „From single track to steep descents“ schreiben die Briten auf ihrer Homepage, „For mild to moderately technical trails“. Der Terraclaw ist der Nachfolger des Trailroc.
Der Terraclaw 250 weißt eine Sprengung von 8mm (zwei Dreiecke an der Ferse) auf; bei einer Fersenhöhe von 16mm und einer Vorfußhöhe von 8mm. Wiegen soll er, wie der Produktbezeichnung unschwer zu entnehmen ist, 250g pro Schuh in Größe 42.
Die Zehenkappe wurde bei diesem Schuh extra verstärkt. Das patentierte Dynamic Fascia Band (DFB) an der Außensohle soll den Windlass Effect unterstützen, der zur Folge hat, dass das Fußgewölbe mit der Plantarfaszie zusätzlich unterstützt und entlastet wird.
Der Terraclaw 250 kommt in der Standard Fit Passform, was bedeutet, dass der Schuh eng an der Ferse sitzt und eine breite Zehenbox besitzt.
Das Obermaterial ist aus äußert robustem Mesh gefertigt. Die Außensohle kommt mit einer dualen Gummimischung daher, die sowohl weiche, als auch harte Stollen besitzt.
Der Terraclaw besitzt eine EVA-Mittelsohle und keine Rockplate.
Auf die Trails mit dem Terraclaw 250
Enge Passform an der Ferse und breite Zehenbox, das merkt man wieder mal sofort bei inov-8. Keine Schuhe muss ich weiter aufschnüren um reinzuschlüpfen, aber dafür fühlt sich der Fuß pudelwohl.
An der Sohle erkennt man sofort, dass dies kein klassisches Gripmonster von inov-8, wie z.B. der Mudclaw ist. Als Nachfolger des Trailroc muss der Terraclaw viel breiter aufgestellt sein und dazu gehört eben auch ein flacheres Profil.
Das Obermaterial ist extrem robust, aber dennoch sehr atmungsaktiv. Das aufgebrachte „X“ soll wohl für etwas mehr Halt und Stabilität sorgen, jedoch lässt sich das meiner Meinung nach nur sehr schwer einschätzen, ob es wirklich was bringt.
Aufgrund seiner leichten Bauweise und der flexiblen Sohle ist der Schuhe sowieso kein sonderliches „Stabilitätsmonster“; da kann es schon gut sein, dass diese zusätzliche Applikation auf der Oberseite für mehr Stabilität sorgt.
Auf den Trails schlägt sich der Schuh richtig gut und es macht viel Spaß mit ihm zu laufen. Durch die fehlende Rockplate hat man einen noch direkteren Kontakt und direktere Rückmeldung des Untergrunds. Allerdings wirkt sich die fehlende Rockplate im technischen und alpinen Gelände etwas nachteilig aus. Hier merkt man deutlich, dass es dem Schuh im Bereich der Mittelsohle etwas an Stabilität und Dämpfung fehlt. Der Fuß steht teilweise etwas wackelig auf den Felsen und im Downhill kann es sein, dass man spitze Steine durch die Sohle spürt.
Der durch die fehlende Rockplate äußerst flexible Schuh hat aber auch seine Vorteile im alpinen Gelände, nämlich dann, wenn man auf glatten Oberflächen mal ordentlich auf Reibung antreten muss.
Die Dämpfung des Terraclaw 250 ist gut, aber für einen Ultra wäre es mir etwas zu wenig. Da fand ich den Trailroc etwas komfortabler, wenngleich er etwas schwerer war und nicht ganz so passgenau am Fuß saß.
Ein Sachen Grip steht der Terraclaw 250 seinem Vorgänger aber in nichts nach. Einzig auf extrem matschigen und weichen Untergrund stößt er schnell an seine Grenzen.
Der Terraclaw 250 ist eindeutig ein Schuh für eine abwechslungsreiche Runde. Er kann nichts perfekt, aber dafür kann er alles ein bisschen. Er ist der „Multischuh“, der bei mir zum Einsatz kommt, wenn das Gelände extrem wechselhaft ist, oder wenn ich nur einen Schuh mitnehmen kann und vorher nicht weiß, was mich erwartet.
Auf Distanzen bis 30 Kilometer ist er auf jeden Fall ein treuer Begleiter. Wenn er noch etwas mehr Dämpfung hätte (in Richtung Trailroc) oder eine Rockplate, dann würde er garantiert noch öfter zum Einsatz kommen.