On Cloudracer

Wenn Schweizer einen Schuh bauen, dann ist klar, dass da verdammt viel Technologie dahintersteckt; wie im Cloudracer von On.

Das erste Mal habe ich die Schuhe von On beim Karwendel-Berglauf 2014 gesehen, als die Kenianer mit ihnen das Podium erobert haben. Auch wenn ich mir bis dato nicht vorstellen konnte, mit diesen Schuhen auf den Trails unterwegs zu sein; einen Versuch ist es wert.

Die Technologie

„Ich fliege mit dir zur Ziellinie!“, Laufgeschwindigkeit weniger als 4min/km…schon bei diesen zwei Aussagen dürfte klar sein, wo die Reise mit dem Cloudracer hingeht.
18 CloudTec-Elemente wurden an der Außensohle verbaut. Diese Elemente sollen für die nötige Dämpfung sorgen, ohne jedoch zu weit vom Boden weg zu sein. Die Mittelsohle ist sehr dünn, leicht und mit einem Speedboard ausgestattet, das die Rückmeldungen vom Untergrund schnell weiter geben soll. Dieses Speedboard unterteilt sich in drei Ebenen. Dabei soll die Aufprallenergie optimal in Bewegung umgesetzt werden, die Energie soll gleichmäßig verteilt werden und es soll ein optimales Verhältnis von Flexibilität und Festigkeit entstehen.
Das sogenannte Skelett-Netzgewebe das im Obermaterial zum Einsatz kommt, ist extrem dünn und wurde mit einem speziellen Taping-System verstärkt.
On Cloudracer 4

Technologie beiseite…der Cloudracer im Einsatz

Was soll ich sagen; ich denke 498g / Paar in Größe 45 sprechen für sich. Da bleibt wenig Zeit darüber nachzudenken wie man den Schuh am besten einsetzt. Fakt ist, der Cloudracer muss raus und er muss rennen!
Das Obermaterial ist so dünn, dass man den Socken durch den Stoff erkennen kann. Die Zunge ist extrem dünn. Polsterung sucht man hier vergebens, aber dafür sitzt sie fest und verrutscht nicht. Überhaupt ist der komplette Schuh äußerst minimal gebaut und es wurde auf alles verzichtet, was Gewicht kostet. Der Cloudracer ist voll auf Performance und Speed ausgelegt und ich kann auch nichts anderes, als Gas geben.
Er forciert den Vorfußlauf. Die CloudTec-Elemente leisten optimale Arbeit. Die Dämpfung ist zwar nicht üppig, aber absolut ausreichend um auch bei schnellen Einheiten ein angenehmes Laufgefühl zu haben. 5mm Sprengung scheinen optimal für diesen Schuh. Nicht zu viel und nicht zu wenig; genau das Richtige für meinen Geschmack.
On Cloudracer 8
Der Cloudracer bevorzugt trockenen Untergrund, denn sobald es feucht wird, verliert man den Grip. Hier wirken sich die CloudTec-Elemente mit ihrer relativ geringen Fläche negativ auf das Laufverhalten aus.

Die Schnürung ist sehr direkt und erlaubt eine sehr gute Fixierung des Fußes im Schuh. Optimal bei den auftretenden Geschwindigkeiten.
Da die Schnürsenkel relativ lang sind wäre eine kleine Tasche zum Verstauen angebracht; alternativ entweder einen Doppelknoten binden oder die Schnürsenkel etwas kürzen.

Der geringe Materialansatz und die minimalistische Bauweise sorgen allerdings für Einbußen auf dem Trail. Bergauf kann man darauf gerne verzichten und hier sorgt der Schuh für richtige Explosionen, allerdings ist bergab deutlich mehr Vorsicht geboten. Hier sollte man mit Bedacht unterwegs sein und nicht zu viel riskieren, denn der Schuh erlaubt nur geringe Fehltritte und kann Ausrutscher nur schwer ausgleichen. Gepaart mit dem teils fehlenden Grip ist der Schuh im Downhill nur bedingt geeignet. Die Zeit die man bergauf gewinnt, kann man bergab unter Umständen wieder einbüßen; je nachdem wie man an den Downhill heran geht.
Durch das leichte und minimale Obermaterial herrscht ein sehr angenehmes Klima im Fuß. Dringt Wasser ein, wird es auch schnell wieder nach außen gedrückt.
Wer mit dem Cloudracer einen Ausflug in den Matsch wagt, der sollte sich drauf einstellen, dass der Schuh danach nie wieder so strahlt wie am Anfang, denn den Schmutz bekommt man nicht mehr ganz aus dem Material heraus. Dafür hat der Used-Look einen ganz eigenen Charme.
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Der Cloudracer ist ein toller Schuh, den ich sehr gerne für schnelle Einheiten nutze. Mit dieser Rakete geht es extrem schnell voran. Auch auf schnellen Uphills nutze ich den Schuh regelmäßig, allerdings ist der Downhill dann immer wesentlich gemütlicher.
Für Anfänger ist der Schuh nicht geeignet. Hier gibt es in der Produktpalette von On aber andere Schuhe, die langsam an den Cloudracer heranführen.
Ich nutze den Cloudracer bis 20 Kilometer und sobald der Schnee weg ist, gehe ich mit ihm auch mal wieder einen Speed-Verusch am Hochstaufen an. Mit dieser Rakete klappt es bestimmt!

Mehr Infos und Spezifikationen bekommt man auf on-running.com

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8 Gedanken zu „On Cloudracer“

  1. Hi, Steve, habe mir im letzten Jahr auf der Marathon-Messe in Frankfurt auch einen Cloud gekauft, war sehr neugierig auf ihn, leider sind wir (bis jetzt) noch keine Freunde geworden, er ist mir zu hart, entspricht nicht meinen Erwartungen, aber ich teste weiter, vielleicht wird das noch etwas mit uns beiden !

    1. Verglichen mit deinen Rennschlappen ist der Cloudracer auch noch ziemlich schwer glaube ich. 😉
      Als Trailläufer ist es aber eine echt willkommene Abwechslung ohne gänzlich auf den Trail zu verzichten.

  2. Der, den ich gekauft habe, unterscheidet sich gewichtsmäßig nicht sehr von seinen “ Verwandten „. Was mich noch sehr nervt, dass ich ständig in den Rillen Riesensteine mit nach Hause tragen muss ! 🙄

  3. Ich hatte den Schuh mal im Laden ausprobiert und spontan entschlossen, dass ich nicht mit klar kommen werde. Dazu bin ich bei Zeiten noch zu sehr Rückfußläufer, vor allem auf längeren Läufen. Ich könnte mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, damit Trails zu laufen.
    Das Gewicht finde ich jetzt ehrlich gesagt für diesen Schuh auch nicht so ungewöhnlich niedrig.
    Wie dem auch sei – irgendwas muss an den OnCloud-Dingern ja dran sein, dass sie so viele Fans haben. Vielleicht probiere ich noch mal ein anderes Modell.

    1. So haben schon etwas diese Schuhe. Sicher keine Spezialisten für Trails, aber eine wirklich willkommene Abwechslung.
      Für Fersenläufer sind sie in der Tat nicht geeignet.
      Ich mag sie, denn es ist mal etwas anderes und etwas Speed ist mal ganz schön.
      Dennoch, auf technischen Trails sind sie mir im Downhill auch zu „minimal“.

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