Trailrun zur Archenkanzel

Die Skier stehen in den Startlöchern, müssen sich aber noch gedulden, denn heute sind noch einmal die Trailrunningschuhe dran.
Vom Parkplatz Hammerstiel geht es heute über verschneite Wege, hinauf zur Archenkanzel.

Über Nacht ist wieder etwas Schnee gefallen und so kommt langsam weihnachtlich-winterliche Stimmung auf; schließlich haben wir heute den 4. Advent.
Der Weg ist bis zur Abzweigung Watzmannhaus/Wimbachbrücke ein bisschen gespurt, lässt sich aber auch außerhalb der Spur sehr angenehm laufen. Ab hier ist die Forststraße geräumt, bzw. zum Rodeln präpariert. Wenig Schnee und der vereiste Untergrund sorgen dafür, dass der Weg von hier an sehr spannend wird. Immer wieder zieht es mir die Füße weg oder ich komme ins Rutschen und benötige mehr Schritte um vorwärts zu kommen. Zum Glück gibt es am Rand noch ein bisschen Schnee, der das Vorwärtskommen etwas erleichtert.

Kurz nach der Schapbachalm geht es links hinauf in den Wald. „Weg von der Straße, hinein in den Schnee“, lautet das Motto und sofort wird es wesentlich anstrengender, denn der Schnee ist doch tiefer als vermutet. Zwar gibt es eine Skispur, aber die ist noch relativ frisch und bietet keinen harten Untergrund.
„Ich habe die Skier zu Hause gelassen…da muss ich jetzt durch“.
Kurz etwas Entspannung als der Weg wieder auf die geräumte Straße trifft, aber kurze Zeit später geht es wieder rechts ab in den Wald, hinauf zur Kühroint-Alm.
Auch hier nutze ich wieder die Skispur, die mir die ganze Sache ein wenig erleichtert.

An der Kühroint-Alm angekommen erwartet mich ein Postkarte-/Bilderbuch-/Traum-Motiv. Der Fotoapparat konnte das nicht richtig einfangen, denn die ganze Stimmung Drumherum passte nicht aufs Bild. Strahlender Sonnenschein, glitzernder Schnee, totale Ruhe, ein rauchender Schornstein und rundherum die schneebedeckten Berge.

Man muss einfach dort oben gewesen sein um zu verstehen was ich meine.
Weiter geht es zur Archenkanzel. Der Weg ist nicht gespurt und so wartet die wohl größte Anstrengung des Tages auf mich.

Ich spure durch knietiefen Schnee hinüber zur Archenkanzel. An Laufen ist nicht mehr zu denken; zu viel Kraft kostet es, die Beine wieder aus dem Schnee zu heben um weiter vorne wieder zu versinken.

Der Lohn für die Mühen ist ein unberührter Weg, menschenleer und absolut still.
An der Archenkanzel angekommen verziehen sich auch die Nebelfelder und geben einen herrlichen Blick frei.

Wenn sich das mal nicht gelohnt hat!
Warme Klamotten anziehen, MP3-Player ins Ohr, Playlist „Bergruhe“ und genießen. Fantastisch!

Der Rückweg zur Kühroint-Alm ist durch die nun vorhandene Spur etwas einfacher und kostet nicht mehr soviel Kraft. Auf der Forststraße geht es weiter hinunter. Eigentlich wollte ich noch auf dem Grünstein vorbei schauen, aber der Weg hinüber ist nicht gespurt und auf erneutes Spuren habe ich heute keine Lust mehr. Also geht es auf der Forststraße hinunter zur Schapbachalm und weiter zum Parkplatz. Hier kommen mir auch immer wieder Skitourengeher entgegen, die mich zum einen etwas komisch anschauen, aber auch in mir das Verlangen wecken, die Skier anzuschnallen.
Schauen wir mal was die nächsten Wochen bringen. Der Winter scheint wohl endlich Einzug zu halten.
Einen schönen 4. Advent.

14 Gedanken zu „Trailrun zur Archenkanzel“

    1. Danke dir.
      Nein, keine DSLR; das wäre mir viel zu schwer und ich würde sicherlich nicht so viele Fotos machen, da ich zu faul bin das Teil dann immer wieder rauszukramen 😉
      Ist eine ganz einfache Canon IXUS 105.
      Für längere Touren, mit mehr Gepäck habe ich noch eine Canon PowerShot G9.
      Reicht mir vollkommen und in Postergröße sehen die Bilder auch noch ganz gut aus.

      1. Ich finde es sehr schön, aber verstehe aus eigener Erfahrung, was du meinst. Das sind dann eben die Situationen, wo man (aus fotografischen Gesichtspunkten) doch mal die Spiegelreflex bräuchte, um noch etwas mehr rauszuholen. Geht mir beim Laufen auch manchmal so.

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