Unterwegs am Zwiesel

Wer hätte es gedacht, aber das Wetter kann so bescheiden sein, dass sogar ich mich mal darüber aufrege. Der Regen geht mir so langsam tierisch auf die Nerven.
Kaum mache ich meinem Unmut Luft, klart es auf und die Sonne zeigt sich…geht doch! Dann können die Schuhe also doch noch geschnürt werden…der Trail wartet!

Zwiesel – Chiemgauer Alpen

Ich war schon lange nicht mehr auf dem Zwiesel und den ein oder anderen Trail gibt es in der Umgebung, auf dem ich auch schon lange nicht mehr unterwegs war. So bietet sich eine etwas kombinierte Tour förmlich an; sofern das Wetter hält.
An der Haustür geht es los, zunächst noch auf Asphalt, vorbei an der Fischzucht und hinauf nach Listanger. Hier sind wohl Holzfällarbeiten im Gange, aber da ich keine Motorsägen höre, bin ich mal so frei und nehme den gewohnten Weg. Wenig später, Absperrband und der Verweis auf Wegebauarbeiten. Wenn schon in meinem Revier gebaut wird, dann will ich das natürlich genauer wissen und so bleibe ich einfach mal auf dem gewohnten Steig ohne die Umleitung über die Forststraße zu nehmen.
Die Wegebauarbeiten entpuppen sich wohl eher als Holzfällarbeiten, denn die Bäume links und rechts des Trails sind gefällt worden und liegen nun quer auf dem Weg. Ob sie das Holz nutzen um den ausgespülten Weg wieder halbwegs in Stand zu setzen…wer weiß?
Nach einigen Metern die ich mich durch das Unterholz gekämpft habe ist der Weg wieder frei. Allerdings ist der alte, relativ schmale Weg der hier einmal verlief nicht mehr wieder zu erkennen. Die angekündigten Wegebauarbeiten entpuppen sich als Bauarbeiten für eine Autobahn. Der Untergrund ist aufgeweicht, plattgefahren und der folgende Abschnitt wird zu einer regelrechten Schlammschlacht.
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Ein Hoch auf das Profil der Schuhe, dass sich schön in den Matsch beißt. Allerdings sind die Schuhe nach wenigen Metern auch gefühlte fünf Kilo schwerer.
Diese Vergewaltigung des Trails zieht sich bis zur Sitzgruppe auf 1000m, unterhalb des Einstiegs zum Mulisteig.
Ich habe keine Ahnung was diese „Baumaßnahmen“ bezwecken sollen. Wegebauarbeiten sind das auf jeden Fall nicht. Teer drüber und dann wird das eine vier-spurige Autobahn…Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn!
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Zum Glück ist der Mulisteig noch unverändert und so geht es wenigstens in gewohnter Manier weiter zur Zwieselalm. Die vielen Stufen sorgen für ordentlich Abwechslung und lassen die Höhenmeter auf der Uhr schnell nach oben springen.
Vorbei an der Zwieselalm geht es weiter Richtung Gipfel. Diesen Anstieg habe ich schon ewig nicht mehr genommen und aus diesem Grund kommt er mir wahrscheinlich auch so endlos lang vor. Er zieht sich wie Kaugummi und es dauert eine gefühlte Ewigkeit bis ich zum ersten Mal das Gipfelkreuz sehe. Aber der Trail und die tolle Wegführung entschädigen für sämtliche Strapazen und auch die Aussicht kann sich sehen lassen, wenn man bedenkt, dass es heute morgen noch Bindfäden geregnet hat.
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Vom Zwiesel geht es weiter, über den Grat, hinüber zum Gamsknogel. Von Inzell aus ziehen Nebelschwaden nach oben, aber auf der Reichenhaller Seite scheint noch die Sonne.
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Am Gipfel angekommen, Nebel, und so steige ich ohne großartige Fernsicht ab zur Kohleralm. Auf der Hälfte des Abstiegs durchbreche ich dann die Nebelwand und ein interessantes Wolken-Nebel-Schauspiel offenbart den Blick auf die Kohleralm und das Chiemgau.
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Vor der Kohleralm zweigt nach links der Weg zur Zwieselalm ab. In stetigem auf und ab geht es nun wieder rüber zur Alm. Diesen Abschnitt bin ich vor sechs Jahren zum letzten Mal gegangen und dementsprechend schwach kann ich mich an ihn erinnern. Ich erinnere mich an die ein oder andere Passage, an die ein oder andere tolle Aussicht,
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aber natürlich nicht an die kurzen und knackigen Anstiege die sich auf diesem gesamten Stück verteilen. Ganz toll!
An der Zwieselalm angekommen gönne ich mir die obligatorische Spezi und genieße die Aussicht auf Bad Reichenhall.
Dort unten bin ich gestartet, dort unten muss ich auch wieder hin.
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Natürlich habe ich weder Lust auf die Schlammschlacht im Abstieg noch auf die langweilige Forststraße, also geht es über den Blauen Steig hinüber zur Bartlmahd am Hochstaufen. Eine tolle Querung, die ich bisher auch erst einmal gelaufen bin, allerdings von der anderen Seite.
Und so geht es mir wie auf dem Weg zwischen Kohleralm und Zwieselalm.
Ich erinnere mich an einige Passagen, aber so viele Gegenanstiege waren es damals sicher nicht. Kurz und knackig; genau das Richtige zum Ende hin.
Aber auch hier gibt es wieder tolle Aussichten bzw. ungewohnte Blicke auf bekannte Berge.
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Dann treffe ich auf den Weg, der vom Hochstaufen über die Bartlmahd zur Padinger Alm geht. Endlich gewohntes und bekanntes Terrain. Jetzt macht mir keiner mehr was vor und ich weiß ganz genau wie lange es noch dauert und ich weiß auch, dass es keine versteckten Anstiege mehr gibt.
Ein letztes Bild mit Blick ins Tal und dann geht es ab nach Hause.
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Ein sehr abwechslungsreicher Trailrun, mit vielen technischen Passagen und schwierig zu laufenden Abschnitten. Die Querungen werden nicht so oft begangen wie die Zu- und Abstiege, weshalb man hier auch an schönen Tagen relativ ungestört unterwegs sein kann.
Was allerdings diese Scheiße mit den Wegebauarbeiten im unteren Teil des Zwieselsteigs soll, weiß ich nicht. Keine Ahnung was man mit diesem Mist bezwecken möchte.

Hier geht es zum Move!

Zwiesel

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