Leki Speedstick

Der Speedstick von Leki ist ein einteiliger Stock, der zu 100% aus Carbon besteht. Der Griff des Speedsticks ist kantenlos verarbeitet und nach unten in der Grifffläche verlängert. Die Spitze des Stocks bildet der Trail Tip, der sehr klein und extrem leicht von Leki verarbeitet wurde.
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Die Handgelenkschlaufe nennt sich beim Speedstick Lock Security Strap – Skin. Sie ist besonders leicht und besteht aus dünnem, atmungsaktiven und robustem Material.
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Mehr gibt es an technischen Daten auch nicht zu erwähnen. Viel wichtiger ist die Frage, wie sich dieser Stock im Einsatz schlägt.
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Der Speedstick im Einsatz

Ich muss zugeben, ich war skeptisch und auch jetzt gefriert mir manchmal das Blut in den Adern; nämlich genau dann, wenn ich den Stock verkante, er also irgendwo stecken bleibt, während ich weiter laufe.
14mm Carbon sind keine 20mm Gusseisen und es gab schon den Moment wo ich dachte „Oha das wars, jetzt hauts den Stock in 1000 Teile“, aber bisher hat er alles wunderbar überstanden.
Das ist eben das Laster eines Carbon-Stocks. Auf der einen Seite hat man ein extrem leichtes Produkt, auf der anderen Seite kann er aber auch schneller brechen als Stöcke aus anderen Materialien.
Bei einem Preis von 180 Euro ist man gerade am Anfang besonders vorsichtig, aber mit der Zeit wird auch dieses Spielzeug zum Gebrauchsgegenstand und wer sich jetzt fragt, ob 180 Euro gerechtfertigt sind…
…rein vom Materialwert her kann ich das nicht beurteilen, aber von der Verarbeitung und dem Handling betrachtet sage ich „Ja“!
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Wofür braucht man einen solchen Stock

Ich nutze den Speedstick auf Distanzen jenseits der 50 Kilometer und auf Strecken wo es möglichst schnell, möglichst steil nach oben geht. Also immer dann, wenn es um eine deutliche Entlastung der Muskulatur und des Bewegungsapparats geht, genau dann kommen die Stöcke zum Einsatz. Gerade bergauf erleichtern sie so Vieles, geben den nötigen Schub und erlauben ein konstantes Tempo. Im Laufschritt ist der Einsatz sehr schwer koordinierbar und erfordert Übung, aber im schnellen Gehschritt sind Stöcke einfach unverzichtbar.
Bergab nutze ich sie erst nach langen Distanzen; dann wenn die Muskeln schon müde sind, die Konzentration langsam nachlässt. In diesen Momenten können die Stöcke für einen kleinen Geschwindigkeitsboost sorgen, denn wenn wie beim Zugspitz Ultrtrail, nach 90 Kilometern noch einmal 1200 Höhenmeter im Abstieg bewältigt werden müssen, dann ist man sehr froh wenn die Stöcke einen Teil der Energie bei der Landung abfangen.
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Ich bin auch großer Fan von einteiligen Stöcken. Sie sind leichter als Stöcke die aus mehreren Segmenten bestehen und, da sie keine Verbindungsstellen aufweisen, auch stabiler. Jetzt kann man natürlich dagegen halten, dass man sie dafür nicht im Rucksack verstauen kann.
Das stimmt natürlich und ist für den Wanderer oder Bergsteiger unter Umständen ein Nachteil, aber fürs Trailrunning ist mir das sogar Recht, denn so spart man sich das Gefummel am Rucksack, der meist eh sehr klein ist und man hat die Stöcke immer einsatzbereit in der Hand. Somit setzt man sie auch viel häufiger ein und spart somit mehr Kraft. Hat man die Stöcke im Rucksack, so lässt man sie dort auch meist während einem kleinen Anstieg, während man die einteiligen Stöcke immer griffbereit in der Hand hat und somit auch viel häufiger nutzt.
Oft liest man, dass man die Länge des Stocks im Auf- und Abstieg variieren soll. Im Aufstieg kürzer als im Abstieg. Das ist natürlich auch ein Argument das gegen einen einteiligen Stock spricht, aber ich habe auch meine alten Stöcke nie in der Höhe variiert. Einmal zu Beginn der Tour eingestellt und das wars.
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Da der Leki Speedstick so leicht ist (256g / Paar bei einer Länge von 125cm) macht er sich, wenn man ihn in den Händen hält, auch kaum bemerkbar und wird nicht zur störenden Last.
Die Schlaufe für das Handgelenk schneidet, obwohl sie sehr dünn und ohne Polsterung verarbeitet ist, nicht in die Haut und bietet ein überraschend angenehmes Tragegefühl.

Ich mag den Speedstick und habe diese Carbon-Rakete beim Zugspitz Ultratrail richtig schätzen und lieben gelernt. Ein toller Stock, der trotz seiner minimalistischen Verarbeitung sehr robust und verwindungssteif ist.
Dennoch würde ich sicherlich einen Heulkrampf bekommen wenn es mir das Ding irgendwann einmal zerlegt und aus dem teuren Einteiler, ein wertloser Mehrteiler geworden ist.
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12 Gedanken zu „Leki Speedstick“

  1. Danke für deinen Test, denn die Speedsticks hatte ich auch schon ins Auge gefasst. Bin auch ein großer Fan dieser superleichten Carbon-Stöcke. Ich hatte beim Zugspitz Supertrail den Leki Micro Stick Carbon im Einsatz, der aus drei Teilen besteht, die man aber in Sekundenschnelle zusammenfügen kann. Am Rucksack habe ich die Stöcke während des Rennens aber nicht befestigt. Auf das Gefummel hatte ich auch keine Lust. Aber ich habe sie im eingeklappten Zustand in der Hand getragen, was sehr gut funktioniert hat. Das Laufen mit Stöcken habe ich mittlerweile fest ins Training integriert, auch wenn ich derzeit nur im Mittelgebirge unterwegs bin. Ein paar steile Hänge habe ich aber auch vor der Haustür, und die Abwechslung macht einfach Spaß.

    1. Danke dir Bert!
      Es gehört in der Tat schon etwas Übung dazu, aber mit der Zeit hat man den Dreh raus; sowohl wie man die Stöcke richtig einsetzt, als auch was man am besten mit ihnen macht, wenn man sie mal nicht braucht.

  2. Hi Steve,

    danke für deinen Test.
    Dadurch angeregt habe ich meinen Leki Makalu dreiteiligen „Bergstecken“ Baujahr 1989 ausgepackt und habe mal das laufen mit „Stecken“ (wie wir Bayern ja sagen) ausprobiert –
    es fühlte sich an wie früher, als man versuchte mit schweren Bergschuhen und -rucksack so schnell wie möglich auf den Berg zu kommen – einfach cool.

    Dank deines Test´s habe ich mit entschlossen zum Laufen ein neues Modell eines Stockes zuzulegen – die Entscheidung für welchen ist jedoch noch nicht gefallen – Schade das man verschiedene Stöcke nicht testen kann.

    Nochmals Danke für deinen Test und weiterso !!

    Gruß
    Alpines Steinschaf
    von Grip auch STRATOS genannt

  3. Hey, hab Gestern die Black Diamond Ultra Distance bestellt, hatte lange überlegt doch die 180 Euro sind wie ich finde schon heftig. Die BD sind minimal schwerer und man kann sie auch mal schnell zusammenklappen. Ich werd sie ausprobieren und vielleicht später mal die Speedstick kaufen, im Angebot 🙂
    Grüße
    Christian

    1. Servus Christian,

      die UD sind auch sehr weit verbreitet.
      Wäre es bei mir nicht der Speedstick geworden, dann sicherlich die UD. Scheinen wirklich sehr genial zu sein die Stöcke. Habe das Gefühl das die jeder hat. 😉

      Viele Grüße

      Steve

  4. Ich als Trailanfänger frage mich jeweils bei den Anstiegen ab welchen Steigungen oder Pulswerten man gehen sollte statt zu laufen (ohne Stöcke), gibt es da irgendwelche Faustregeln bezüglich Effizienz? Manchmal hab ich das Gefühl, dass es einfach nix bringt mit 7-8 km/h den Berg hoch mopsen mit Puls 175 :)? Ich bin schon 2-3 Halbmarathons gelaufen. Bei mir liegt im Moment das grösste Problem bei den Höhenmetern und dem Wadenproblem beim stetigen Vorfusslauf.
    Im Moment versuche ich mich auch an Hügelsprints. Gibt es da eine „ideale“ Steigung? 10-12% scheinen okay oder doch besser 20% und mehr?

    Danke für deine Antwort.
    Gruss

    1. Servus Marcel,

      ist bei mir auch so, dass ich irgendwann schneller gehe als laufe. Kann man aber schwer festmachen, ab wann es effektiver ist. Hängt immer auch ein bisschen von der Gesamtdistanz ab.
      Sonst laufe ich wirklich nach Geschmack und Laune und mache das nie an %-Zahlen fest.
      Hauptsache es mach Spaß! 😉

      Viele Grüße

      Steve

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