Trailrun zur Klingeralm

Der Wetterbericht verspricht zumindest für die erste Tageshälfte noch trockenes Wetter und so langsam wird es auch obenraus immer schneefreier; also wird es Zeit für einen Erkundungs-Vertical am Untersberg und zwar rauf zu Klingeralm.

Die besten Trailruns starten an der Haustür und wenn es dann noch 1000 Höhenmeter nach oben geht, dann braucht man nichts anderes mehr…ein Traum.
Zugegeben, der erste Abschnitt hinauf zum Latschenwirt ist nicht besonders spektakulär,
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aber es ist ein moderater Einstieg um den Körper in Schwung zu bekommen. Zudem führt er durch den grünenden Wald, die Vögel zwitschern, es ist 09:00 Uhr und somit noch relativ ruhig auf der angrenzenden Straße…also alles perfekt!
Vorbei am Latschenwirt geht es zunächst Richtung Fürstenbrunn, bis kurze Zeit später der Klingersteig abzweigt, der hinauf zur Klingeralm führt.
Klingersteig führt zur Klingeralm…das kann man sich merken!
Jetzt beginnt der eigentliche Trail und die Steigung nimmt schlagartig zu.
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Der Naturpark Untersberg zeigt sich hier von einer seiner schönsten Seiten.
Wenn man den Unterberg von der A8 aus betrachtet, wie er so in der Gegend rumliegt, glaubt man nicht, dass er auf dieser Seite Anstiege hat, die alles andere als moderat sind.
Hier verbergen sich Anstiege die die Oberschenkel zum brennen bringen und genau so einer ist auch der Klingersteig.
Aber er belohnt auch immer wieder mit tollen Ausblicken wie hier,
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auf den Hochstaufen, mit Bad Reichenhall, Piding und Marzoll.
Man erkennt die riesigen auslaufenden Wälder und mittendrin ziehen sich Steige und Forststraßen hindurch, die eine unendliche Vielzahl an Kombinationen ermöglichen.
Eine meiner Lieblingsstellen am Klingersteig ist diese:
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Links die Forststraße, zum Greifen nahe, man könnte einfach drauf springen, und rechts zieht sich der steile und technische Trail durch das Bild.
Es gibt auf diesem Steig drei, vier Stellen an denen der Trail quasi die Straße küsst. Das sind dann immer die Momente wo man merkt und weiß, dass man als Trailrunner alles richtig gemacht hat.
Kurz vor dem Ende der Forststraße quert der Trail ein letztes Mal und man hat einen tollen Blick auf das Tal.
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Wo die Forststraße endet, endet aber noch lange nicht der Trail.
Es geht weiter, über die karge Fläche die man auch von weit unten im Tal erkennen kann.
Hier oben hat 2007 der Orkan Kyrill ganze Arbeit geleistet und seine Spuren hinterlassen. Spuren, die man heute noch erkennt, denn hier oben steht quasi nichts mehr.
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Aber auch das gehört zum Untersberg und die Stimmung hier oben ist eine ganz besondere.
Hier oben bei aufziehendem Nebel; das muss ich irgendwann mal machen.
Im steileren Gelände nimmt der Bewuchs wieder zu und oberhalb von 1200m komme ich dann auch mit dem ersten Schnee in Kontakt.
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Es geht eine steile Rinne nach oben und wenn ich mich umdrehe, dann erkenne ich Marzoll und sogar unsere Wohnung, wo ich vor etwas mehr als einer Stunde losgelaufen bin.
Ein geniales Gefühl hier oben zu sein. Die Ruhe, die Natur, die Einsamkeit…ein schöner Ausklang einer intensiven Laufwoche.
Im oberen Bereich nimmt der Schnee zu und zum Glück kann ich einer frischen Spur folgen, denn sonst wäre es stellenweise nicht ganz so einfach mit der Wegfindung geworden.
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Verlassen liegt die Klingeralm hier oben. In Sichtweite des Salzburger Hochthrons und vieler anderer Gipfel die ich alle noch diesen Sommer erkunden werde.
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Unten im Tal werden nun die ersten Leute zu ihrem Sonntagsspaziergang aufbrechen, Essen kochen oder aufstehen.
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Ich denke, mit meinem heutigen Lauf habe ich definitiv die richtige Entscheidung getroffen und das Wetter noch einmal optimal genutzt.
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Ich war auf neuen Trails unterwegs, bin das erste Mal seit langem wieder 1000 Höhenmeter am Stück gelaufen und kenne nun wieder ein kleines Stück mehr von diesem Berg, der in meinem Vorgarten liegt.

Einziger kleiner Wermutstropfen:
Am Ende des Laufs bin ich wieder umgeknickt. Zwei Kilometer vor dem Ziel, reichte im Dowhill, auf einem flachen Stein, der Grip nicht aus und ich bin seitlich weggerutscht und *zack*.
A
Zum Glück alles halb so wild!
Aber es zeigt mal wieder, dass man bis zum Ende bei der Sache bleiben muss und nicht kurz vor Schluss schon das Hirn ausschalten darf.

Das erinnert mich wieder an Hans Kammerlander und sein bekanntes Zitat: „Der Berg gehört dir erst wenn du wieder unten bist, vorher gehörst du dem Berg“ –

Hier geht es zum First-Klingeralm-Move

9 Gedanken zu „Trailrun zur Klingeralm“

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