Grand Teton

Auf der 2000m hohen Hochebene rund um Moran erhebt sich mit weiteren 2000m der Grand Teton Nationalpark.
Mit 4198m ist der Grand Teton der höchste Gipfel der gleichnamigen Gebirgskette.
Natürlich wollen wir uns diesen Klotz mal genauer ansehen, auch wenn wir uns keine 100%ige Gipfelchance einräumen.
Zum einen ist die Wettervorhersage nicht unbedingt so toll für heute und zum anderen könnten die Kletterschwierigkeiten im Gipfelbereich eine Nummer zu hoch sein; zumindest für mich.
Also beschließen wir einfach mal drauf loszulaufen und zu schauen wie weit wir kommen.

Zu allererst muss aber erst mal Bearspray gekauft werden, denn hier in der Gegend trifft man wohl relativ oft auf die pelzigen Gesellen und da ist es schon gut, wenn man sich zur Not irgendwie verteidigen kann.
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10x stärker als herkömmliches Pfefferspray; wahrscheinlich bräuchte man in Deutschland dafür einen Waffenschein, aber hier geht das wunderbar ohne. Hat quasi jeder dabei.

Dann machen wir uns auf den Weg in den Nationalpark, der quasi direkt vor unserer Haustür liegt und mit einem Schlag tauchen die Tetons vor uns auf.
Schon beachtlich was die Plattentektonik hier aus dem Boden gestampft hat. 2000m senkrechter Granit. Zerklüftet wie die Dolomiten und fast so hoch wie der Mt Blanc…die Gipfel machen Eindruck.
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Am Trailhead Lupine Meadows, direkt am Jenny Lake, angekommen machen wir uns auch schon gleich auf ins Bärengebiet.
In der Tat könnte man sich gut vorstellen, hier als Bär hier in der Gegend zu leben.
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Kleine Bäche, schattige Plätzchen, sanfte Wiesen…Bärenherz was willst du mehr?
Wir machen uns an den Aufstieg, der sich sehr moderat, Meter für Meter nach oben schraubt.
Während sich rechts von uns die Gipfel der Teton Range erheben, flacht es nach links in die Hocheben ab.
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Nach knapp 600 Höhenmetern im Aufstieg tauchen vor uns die zerklüfteten Gipfel auf. Ein gigantischer Anblick.
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Wir arbeiten uns durch den Garnet Canyon weiter nach oben. Mal weglos über große Felsbrocken, dann wieder auf einem ausgetretenen Pfad.
Der Himmel wird zunehmend dunkler und die ersten Regentropfen finden ihren Weg zu uns.
Wir entschließen uns vorerst noch weiter aufzusteigen, auch nach dem ersten Donnergrollen.
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Nach dem dritten Donner, der nun auch etwas heftiger ausfällt, beschließen wir wieder abzusteigen.
Auch wenn noch viele Leute aufsteigen, wollen wir es nicht riskieren in eine semi-gute Situation zu geraten.
Also noch kurz ein Sad-Face-Selfie und dann geht es wieder nach unten.
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Wie es der Zufall will, kommt nach circa 15 Minuten wieder die Sonne raus und der Himmel strahlt blau, als wäre nichts gewesen.
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Jetzt wieder aufsteigen, nur um dann wieder abzusteigen wäre auch doof und so bleiben wir dabei, steigen weiter ab, wollen aber etwas weiter unten noch eine kleine Runde einbauen wenn das Wetter hält.

An der Weggabelung angekommen biegen wir nach links ab, Richtung Amphitheater Lake.
Wieder ist der Aufstieg sehr moderat und es geht durch Bärengebiet nach oben. Bisher haben wir aber weder Spuren von Bären auf dem Boden, noch Bärenkot irgendwo liegen sehen. In Squamish lag da wesentlich mehr rum.
Gut, wir müssen jetzt nicht unbedingt einem ausgewachsenen Grizzly begegnen, aber zumindest ein Lebenszeichen.
Gibt es hier am Ende gar keine Bären und es ist alles nur eine große Inszenierung der Bärenspray-Industrie?

Bevor wir das Amphitheater erreichen kommen wir zunächst noch am idyllischen Surprise Lake vorbei und dieser See ist wirklich eine Überraschung. Idyllisch gelegen, mit toller Bergkulisse im Hintergrund, lädt er quasi direkt zum nackt planken für WU ein, aber wir sind leider nicht alleine und so beschließen wir, nach einer kurzen Pause weiter aufzusteigen.
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Das eigentliche Ziel liegt nicht weit vom Surprise Lake entfernt und so kommen wir fünf Minuten später am Amphitheater Lake an.
Auch hier sind wieder einige Leute unterwegs, so dass es wieder nicht wird…sorry WU.
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Umrahmt von Bergen genießen wir die ein wenig Aussicht im Amphitheater und machen uns wieder an den Abstieg.

Am Surprise Lake ist mittlerweile Ruhe eingekehrt und wir beschließen unseren Plan in die Tat umzusetzen.
Also, nix wie hinter ans andere Ende des kleinen Sees, Kamera positionieren und erst mal probe-planken.
Passt!
Dann, am anderen Seeufer, ein Wanderer. Wir machen einen auf Sonnenanbeter und warten, bis er wieder verschwunden ist und dann geht es schnell.
Hosen aus, ab vor die Kamera and here we go…
…extra für dich WU! 😉

Wir haben gerade unsere Hosen wieder an, da kommt direkt hinter uns eine resolute ältere Frau aus einer Rinne aufgestiegen und steht auf einmal direkt vor uns.
„I hope you’ve got you’re clothes on!“
Wenn sie wüsste! 🙂
Aber die Dame ist so cool, wenn sie unsere Plank-Action gesehen hätte, sie hätte sich ausgezogen und dazu gelegt…100%ig!

Nach einem kleinen Plausch machen wir uns wieder an den Abstieg und erreichen nach ca. einer Dreiviertel Stunde wieder den Parkplatz…ganz ohne Bärenbegegnung.

Auf der Rückfahrt haben wir noch einen guten Blick auf den Grand Teton und die Teton Range.
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Im rechten Bildrand sieht man die Waldbrände, die die Feuerwehrleute aber unter Kontrolle haben.
Links, inmitten der Tetons scheint es etwas ungemütlich zu werden.

Einige Minuten später wird das schlechte Wetter noch deutlicher.
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Da möchte man jetzt nicht unbedingt irgendwo unterwegs sein.

Ein coole Runde und auch wenn es nicht für den Gipfel gereicht hat, so hatten wir dennoch ein paar geniale Ausblicke auf die Tetons und konnten uns einen guten Eindruck von der Landschaft verschafften.

Hier geht es zum Plank-the-Teton-Move!

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14 Gedanken zu „Grand Teton“

  1. Die alte Dame scheint Euch ohne Klamotten gesehen zu haben, wie käme sie sonst auf den Trip, ob ihr eure Klamotten schon wieder anhabt 😉

    Kauf Dir mal ne Tüte Gummibärchen. Darin siehst Du ganz viele Bären :mrgreen:

    1. Das habe ich mir auch erst gedacht, aber sie bezog es wohl eher darauf, weil wir gerade unsere T-Shirts angezogen haben.
      Wenn sie uns nackt gesehen hätte, wäre sie sicher total ausgeflippt. 😉

      Das mit den Gummibären ist eine gute Idee.

      Danke 😉

  2. Lieber Steve,

    jetzt habe ich mich mal durch deine Nordamerika Berichte gelesen – klasse! Nochmal ganz herzlichen Glückwunsch zum tollen Finish in Squamish!
    Die Bergtouren sind einfach klasse und mir gefällt eigentlich auch das etwas ödere Panorama in Bend. (Habt ihr noch die Todesursache erfahren von dem Wanderer?)
    Das mit dem Einweggeschirr ist tatsächlich immer so in den billigeren Motels. Wenn man eine Klasse aufsteigt, bekommt man auch echtes Geschirr. Ich verstehe bloss nicht, was am Geschirr so teuer ist?? Ähnlich doof ist das mit dem Bärenspray. Man darf es im Flugzeug ja nicht mitnehmen (und in Europa schon gar nicht einfuhren.) Da kauft man dann immer wieder eine Dose und muss sie gleich wieder wegschmeissen. Irgenwo (ich glaube in den Rockies) habe ich mal Sammelstationen gesehen. Wäre doch gut wenn man die Dinge irgendwie leihen könnte. Ich habe bisher nur auf Flusstouren Schwarzbären gesehen – beim Wandern ist mir noch kein Bär begegnet.
    So und jetzt bin ich natürlich auf deinen Rutbericht gespannt!

    Herzliche Grüße!

    1. Danke dir Roni

      Die Todesursache haben wir nicht erfahren. Man findet nur „allgemeine“ Artikel im Internet:
      http://www.oregonlive.com/pacific-northwest-news/index.ssf/2016/08/portland_man_dies_while_hiking.html
      Ich denke es war ein Schwächeanfall oder doch Dehydrierung.

      Das mit dem Plastik verstehe ich auch nicht. Ist schon krass: Auf der einen Seite haben sie hier so eine schöne Natur, die man auch „nur!“ auf den offiziellen Trails betreten darf (bloß nicht auf die Wiese) und auf der anderen Seite dann das. Allgemein produzieren wir hier auch gefühlt mehr Müll als zu Hause. Viel Plastikmüll, seien es die Tüten vom Einkauf oder die vielen Getränkedosen oder sonstige Verpackungen.

      Ich werde auch schauen, dass ich das Spray irgendwie weitergeben kann. Bisher ist es noch unbenutzt. Haben im Grand Teton NP zwar eine Bärin mit ihren zwei Jungen gesehen, aber an einem offiziellen Turnout aus sicherer Entfernung.

      The Rut ist online 😉

      Viele Grüße aus Big Sky

      Steve

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