UTLW 2018 – Die Party geht weiter

OK, dieser Bericht vom UTLW wird der kürzeste Rennbericht aller Zeiten und er lässt sich in einem Tweet zusammenfassen:

Na gut, ein bisschen was zu berichten gibt es dann doch noch, wobei ich aber denke, dass dieser Tweet eigentlich relativ treffend beschreibt, was den UTLW so besonders macht.
Und bevor jetzt die Skeptiker laut werden: Es ist definitiv nicht nur der Alkohol! 😉

Ich durfte 2016 bei der zweiten Auflage dabei sein und war von Anfang an begeistert von diesem Event und dementsprechend groß waren die Erwartungen an die 2018er Auflage.
Schon die Anfahrt am Donnerstag war gespickt von Vorfreude und dank einem tollen Feiertags-Radioprogramm bei OE3 habe ich quasi die komplette Anfahrt durchgesungen.
Nach dem Bezug der Unterkunft geht es dann auch gleich zum Streckencheck der finalen drei Kilometer auf die genialen Trails hier im Bayerischen Wald.

Am Freitag geht es dann schon um 13:00 Uhr los, denn ich bin als Helfer bei der Startnummernausgabe dabei und kann es nicht glauben, dass nach dem gefühlten Weltuntergang mit Gewitter und Starkregen am Morgen jetzt sogar ganz langsam die Sonne raus kommt. Petrus ist eindeutig ein Fan des UTLW!

Das Klassentreffen der Trailrunning-Szene nimmt Fahrt auf und gefühlt ist hier jeder am Start und alle kennen sich oder kennen jemanden der einen anderen kennt, der alle kennt.
Man merkt richtig, was dieses Event für einen Spirit verspürt und wie sich die Leute aus nah und fern freuen hier zu sein.

Nach dem Kids-Race und der Pasta-Party geht es für mich langsam Richtung Bett, aber davor gibt’s noch ein Bier auf dem Campingplatz und ein kurzes „Hallo“ bei Carsten’s UTLW-Stammparkplatz.
Ohne Probleme hätten wir heute schon die Partyrakete zünden können, aber wir sparen uns die Schubkraft für morgen; für das Rennen und die anschließende Kombiwertung.

Am nächsten Morgen wird schnell klar, dass Petrus immer noch auf unserer Seite steht. Kein Regen, leichte Bewölkung und optimale Temperaturen für einen „gemütlichen“ Lauf durch den Bayerischen Wald.

Um Punkt 8 Uhr zünden die Böllerschützen ihre Kanonen und die Meute aus rund 400 Läuferinnen und Läufern macht sich im Seepark in Arrach auf den 55 Kilometer langen Weg; einmal im U nach Lam – U Trail Lamer Winkel – auf geht’s!
Auch wenn die Strecke knapp zwei Kilometer länger ist als 2016 habe ich mir mit einer Zeit unter 7 Stunden eine um 17 Minuten schnellere Zeit als 2016 vorgenommen.
2016 habe ich mich gleich zu Beginn, beim Einstieg hinauf zum Eck, schön verballert und das hatte im weiteren Verlauf garantiert ordentlich Körner gekostet. Also soll es dieses Jahr auf keinen Fall schneller sein, aber halbwegs zeitgleich sollte der erste Anstieg machbar sein.

Am Eck angekommen werden wir von den Zuschauern frenetisch empfangen. Leider verdrücke ich mich auf meinem Handy und schaffe es am Ende nicht das Video zu starten; obwohl ich eigentlich dachte es läuft.
Gerne hätte ich diese Stimmung hier oben eingefangen, denn es ist ein bisschen wie an der ersten Verpflegungsstelle beim Transvulcania.
Man merkt hier richtig wie die Region dieses Event lebt und wie einfach jeder an diesem Wochenende mitfiebert.

Im Vergleich zu 2016 bin ich sechs Minuten langsamer, fühle mich aber wesentlich fitter und gehe zuversichtlich auf den nächsten Abschnitt Richtung Großer Arber.
Schon wenige Kilometer später, am Schwarzeck, stellen diese wahnsinnigen Fans mal wieder unter Beweis, wie sie mitfiebern.

Ich denke solch eine Stimmung findet man in Deutschland kein zweites Mal.

Der weitere Weg zum Großen Arber verläuft für mich nach Plan. Nach knapp 3:10 Stunden komme ich am höchsten Punkt des Rennens an. Zwar langsamer als geplant, aber schneller als 2016.
Weiter geht es, um den Kleinen Arbersee (der neue Streckenabschnitt) und weiter zur dritten Verpflegungsstation „Scheiben“. Auch hier ist die Stimmung dank der vielen Zuschauer und der Musiker super. Hinzu kommt, dass hier seit ca. 7 Kilometern die Läuferinnen und Läufer der 25k Strecke unterwegs sind und die Zuschauer dementsprechend noch viel mehr Leute anzufeuern haben.

Weiter geht es über den steilen Anstieg hinauf zum Zwercheck, danach über einen genialen Downhill nach unten, auf die Forststraße die zum finalen Anstieg führt.
Der Anstieg zum Osser hat es nochmal in sich. Ich bereue es nicht, dieses Jahr die Stöcke dabei zu haben, denn die geben ordentlich Vorschub und so lässt sich der Anstieg relativ gut bewältigen.

Auch am Osser ist die Stimmung wieder super. Die Zuschauer feiern und die Musi spielt! Gigantisch!
Ich stärke mich kurz, verpacke meine Stöcke im Rucksack und begebe mich auf den finalen Abschnitt, hinunter nach Lam, über „Tromsö“ und den „Holy Trail“.
Meine Zielzeit von sub7 habe ich eigentlich schon abgeschrieben, denn ich gehe nicht davon aus, dass ich das noch schaffe. Knapp 50 Minuten bleiben mir noch, aber das extrem technische Gelände, macht die Sache sicherlich nicht einfacher.

Auf dem Weg nach unten kommt mir sogar ein Blaskapelle entgegen. Die Jungs bahnen sich mit Trompete, Horn und Tuba ihren Weg über die technischen Trails um dann oben am Osser, für zusätzliche Stimmung zu sorgen.
Was bitte ist denn hier los? Wahnsinn!

Meine Befürchtungen bewahrheiten sich und die technischen Abschnitten rauben mir viel Zeit und die Uhr tickt unaufhaltsam weiter.
Als ich nach 7 Stunden noch einen knappen Kilometer vor mir habe, mache ich das beste aus der Situation und fange wenigsten noch die Stimmung im Ziel ein.

Auch hier fehlen mir wieder die Worte. Ich weiß nicht, bei welchem Trailrennen in Deutschland einen annähernd geniale Stimmung herrscht.
Die Uhr stoppt bei 7:03:28 Stunden, aber angesichts dieses Zieleinlaufs, ist mir das jetzt auch egal.

Und das es nach dem Zieleinlauf noch nicht vorbei ist, das beweist mein Tweet von oben, der gut 5 Stunden später bei der Siegerehrung entstanden ist.
Und das es nach der Siegerehrung noch nicht vorbei ist, das zeigen diese beiden Videos.

Diese lockere Einstellung zum Sport, eine „leichte“ Partymentalität und die gute Stimmung…das zeichnet diese Trailrunning-Community einfach aus.
Und das Motto „Von Trailrunner, für Trailrunner“, das ist das, was dieses Event, was den UTLW auszeichnet.
Die fünf Organisatoren wissen einfach worauf es ankommt. Sie kennen selbst die verschiedensten Events auf der Welt, sie kennen die Szene, sie wissen einfach worauf wir Bock haben.

Ich sage DANKE!
Danke für dieses geniale Event!
Danke für eure Arbeit und Mühen!
Danke, dass ihr trotz der „bürokratischen“ Hürden nach dem UTLW 2016 die Herausforderung angenommen habt und für 2018 wieder solch ein Event auf die Beine gestellt habt. Ich freue mich jetzt schon auf 2020!
Danke an all die Helfer und Sponsoren, die dieses Event erst möglich machen!
Danke an die Bürgermeister der Region (Arrach, Lam, Lohberg), dass diese Event „weiterleben“ darf.
Danke an die Bewohner des Lamer Winkels, dafür dass ihr dieses Event lebt und das eine ganze Region für 700 Verrückte Läuferinnen und Läufer brennt!
Danke an die Community, dass ihr zum Klassentreffen gekommen seid!
Danke für die gemeinsamen Stunden auf und neben den Trails des UTLW!

Hier geht es zum ersten Teil der UTLW-Kombiwertung!
Beim zweiten Teil lief keine Uhr mehr mit, aber die Performance war sicherlich ähnlich gut, auch wenn ich am Anfang vielleicht mal wieder etwas zu schnell geballert habe und mir hinten raus die Luft ausging! 😉

Auch mit zwei Tagen Abstand wüsste ich nicht, was man groß ändern muss oder wo es Verbesserungspotential gibt.
Ein paar Kleinigkeiten am Freitag könnte man noch anpassen und vielleicht noch ein paar Punkte im Bereich der Shuttletransfers am Samstag…aber im Großen und Ganzen ist der UTLW perfekt!
Die größte Herausforderung wird bestimmt der Anmeldeprozess für den UTLW 2020. Sicherlich wird man es nie allen recht machen können und am Ende können eben nicht alle mitlaufen, die gerne mitlaufen würden, aber ich bin mir sicher, dass Johannes, Markus, Maria, Max und Wolfi dafür sorgen, dass am Ende die beste Lösung für alle gefunden wird.

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