Trail- und Landschaftspornografie rund um das Seehorn

Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii, ging nie durch San Francisco in zerriss’nen Jeans…und auf dem Seehorn war ich auch noch nie!

Einer dieser vier „Mängel“ wird heute abgestellt und ich gebe euch einen Tipp: Ich bin nicht ins Flugzeug gestiegen sondern haben meine Trailschuhe geschnürt.

Ich bin schon des Öfteren am Seehorn vorbeigelaufen und hatte mindestens schon genauso oft den Plan es zu besteigen, aber irgendwie passte es dann doch nie…Zeit etwas daran zu ändern.

Ich starte in Weißbach bei Lofer und es geht in einer bunten Mischung aus Asphalt, Forststraße und Singletrail über Pürzelbach hinauf zur Kallbrunnalm. Hier oben war ich bisher auch noch nie; Wahnsinn was ich heute alles erlebe! 😉

Die Kallbrunnalm liegt hier wirklich bilderbuchmäßig eingebettet in die Bergwelt. Überall Kühe und der leichte Geruch nach „frischer Landluft“. Die Alm hier oben ist die größte im Berchtesgadener Land und zudem auch noch eine der größten im deutsch-österreichischen Grenzgebiet.

Unter anderem kommt von hier oben auch ein Teil der berühmten „Berchtesgadener Land Milch“. Ja, genau von hier. Wenn ihr das nächste Mal im Supermarkt eures Vertrauens steht und euch die grünen Milchbeutel anlachen, dann einfach mal einen mitnehmen und probieren. Schmeckt herrlich, was sicherlich auch an der Gegend liegt.
Als Beweis, dass die Milch von hier kommt, habe ich auch ein Bild vom Milli(tär) Fahrzeug gemacht.

Für mich geht der Weg weiter, einmal quer über die Alm bis zum Abzweiger Seehorn/Dießbachstausee.
Ziel ist, dass ich hier nachher von der anderen Seite wieder komme, wenn das Wetter mitspielt.
Ein letzter Blick zurück

und dann geht es weiter Richtung Seehorn.

Ab jetzt beginnt der Bilderbuchtrail, der sich traumhaft durch den Bergwald nach oben schlängelt.
Keine Menschenseele weit und breit und eine himmlische Ruhe. Gigantisch.
Es dauert nicht lange und die ersten Regentropfen bahnen sich ihren Weg nach unten.
Da es noch nicht sonderlich stark regnet und der Himmel auch noch nicht bedrohlich ausschaut, beschließe ich erst einmal weiter zu laufen um mir weiter oben, mit freiem Blick, ein entsprechendes Bild von der Wettersituation zu machen.

Ungefähr auf halbem Weg zum Seehorn liegt der Seehornsee.

Hier hat man dann auch das erste Mal einen etwas besseren Blick auf die umliegende Bergwelt. Ich entschließe mich weiter zu laufen, da es nicht so aussieht, als würde innerhalb der nächsten Minuten die Welt untergehen.

Kurze Zeit später stellt sich diese Entscheidung als richtig heraus, denn siehe da, die Sonne kämpft sich allmählich durch die Wolkendecke.

So muss das sein…herrlich!
Der Aufstieg zum Seehorn ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Steil und verblockt, aber ohne Kletterstellen oder ausgesetzte Passagen.

Nach knapp 2 1/2 Stunden stehe ich dann auf dem Gipfel des 2321m hohen Seehorns und ich muss sagen, dass sich diese Tour schon jetzt voll und ganz gelohnt hat.

Normal würde der Blick bis in die Hohen Tauern reichen, aber leider ist die Bewölkung zu stark. Dennoch, eine tolle Stimmung hier oben.
Auf der anderen Seite reicht der Blick über die Ausläufer des Hochkalter, rüber zu Watzmann, ins Steinerne Meer und zum Hundstod, mit Blick auf die Hochwies, dem nächsten Ziel der heutigen Runde.

Eine große Pause gönne ich mir nicht, da ich das Wetterglück nicht unnötig strapazieren möchte.
Auf der anderen Seite geht der Weg weiter, fällt zunächst etwas steiler ab

bevor er sich relativ flach und schön verspielt über einen kleinen, ungefährlichen Grat hinüber zur Kematenschneid zieht.

Von hier hat man entweder die Möglichkeit über den steilen Loferer Seilergraben ins Wimbachgries abzusteigen oder man hält sich rechts und steigt zur Hochwies ab.
Ich entscheide mich natürlich für die Hochwies…einen meiner Lieblingsplätze im Berchtesgadener Land.

Der Abstieg ist nicht sonderlich laufbar, da er sehr verblockt und mit spitzen Felsen durchsetzt ist. Man merkt deutlich, dass man sich hier quasi schon im Steinernen Meer befindet.
Dafür wird es nach dem kurzen Abstieg absolut gigantisch und man befindet sich mit einem Schlag in einer völlig anderen Welt.

Willkommen auf der Hochwies, am Fuße des Hundstods.

Ich hoffe man kann anhand der Bilder halbwegs nachvollziehen, warum ich dieses Fleckchen so gern habe.

Einzigartig! Abgeschieden! Ruhe! Canadian-feeling!

Nach der Hochwies beginnt der Abstieg zum Dießbachstausee, dem dritten Ort der heutigen Runde an dem ich bisher noch nicht war.
Das ist ein bisschen wie Kinder-Überraschung heute. Drei neue Orte auf einmal. Geht nicht? Doch, mit der Seehornreibn.

Der Dießbachstausee komplementiert dann die heutige Runde durch „Little Canada“.
Nach dem Stausee geht es über die Kallbrunnalm und Pürzelbach wieder zurück zum Ausgangspunkt nach Weißbach.

Was für eine geniale Tour!
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal im Berchtesgadener Land so von einer Runde geflashed war. Absoluter Wahnsinn!
Auf großen Teilen der Runde war es wirklich wie in Kanada und wenn man die Bilder nebeneinander legt, dann erkennt man garantiert kaum einen Unterschied.

Absolut empfehlenswert!

Hier geht es zum Porno-Seehornreiben-Move!

8 Gedanken zu „Trail- und Landschaftspornografie rund um das Seehorn“

  1. Hi Steve!
    Ja, dass ist eine wirklich richtig geile Runde und vor allem die Hochwies hat mich letztes Jahr auch sehr beeindruckt!
    Leider hats letztens mit der Hundstodreibn ja (noch) nicht geklappt, aber ich muss da auch unbedingt bald wieder mal rauf!
    Gruß Andi

    1. Danke dir Andi.
      Ja, die Ecke ist echt genial.
      Die Hundstod-Reibn bietet mit dem Loferer Seilergraben, dem Gatterl und dem Wimbachgries natürlich auch ein paar tolle landschaftliche Highlights.

      Viele Grüße

      Steve

  2. Mensch, hast Du es gut, Steve, brauchst gar nicht mehr nach Kanada reisen. Was Du da an Zeit und Geld sparst 😀

    Ich kann Deine Begeisterung nachvollziehen, wenn sich da so plötzlich verborgene Schätze auftun. Geniale Bilder!

    VGV

    1. Danke dir Volker,

      ja, da hast du Recht. Dieses Jahr spare ich mir Kanada, aber ab und an mal ein Blick über den „Teichrand“ kann ja nicht schaden.

      Viele Grüße in den Norden

      Steve

    1. Danke dir Margitta

      Ja, es war in der Tat fast Menschenleer. Sicherlich ein wenig dem Wetter geschuldet, aber auch der Abgeschiedenheit dieser Ecke.

      Viele Grüße aus dem Süden

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