Am Hochstaufen weihnachtet es sehr

Nach dem abgebrochenen Versuch am Samstag wurde mir während meines Relax-Couch-Wochenendes schnell klar, dass sich vor Weihnachten sicherlich noch ein Versuch am Hochstaufen ausgeht.
Am Montag bei einer flotten Runde über den Dötzi wurde mir klar, dass der Samstag wohl nur eine Ausnahme war, also wurde der Entschluss gefasst, am Mittwoch noch einmal einen sub60-Versuch zu starten.

Heute Morgen macht mich Sven vom Freiluft Blog auf eine Studie aufmerksam, bei der nun nachgewiesen wurde, dass es in steilen Passagen kräfteschonender ist zu gehen anstatt zu laufen und man im Endeffekt nicht immer schneller ist wenn man läuft bzw. die steilere Strecke nimmt.
Das passt, denn ich will heute sowieso nur zu Beginn laufen und dann schnell gehen bzw. in den flacheren Passagen wieder laufen. Das ist einfach effektiver und so wird die 60 sicherlich fallen.
Auch die Klamottenwahl steht schnell fest. Auf den Kopf kommt das neue Buff vom Ginger Runner welches mir Tobi zu Weihnachten geschenkt hat (Thanks man!).
An die Füße kommen die On Cloudracer; also richtige Raketen – zumindest bergauf.

Das Outfit passt schon mal und wenn es mit der sub60 nicht klappt, dann sehe ich wenigstens gut dabei aus.
Körperlich fühle ich mich auch fit und der blaue Himmel und Temperaturen um die 10 Grad sorgen für ein rundum gelungenes Gesamtpaket.

Jetzt liegt es nur noch an mir!

Beine lockern, an die Startlinie und ab geht’s!

Läuft schon besser heute und ich finde relativ schnell meinen Rhythmus.
Hände auf die Oberschenkel und ab geht die Post. Der Blick immer auf der Uhr; auf die Zeit und die Höhenmeter.
Das Tempo passt und auch die vertikale Geschwindigkeit sieht gut aus.
100 Höhenmeter, 200, 300, 400…
…nach 30 Minuten knacke ich die 600 auf Höhe des Bankerls.

Ich bin flotter unterwegs als bei den letzten Versuchen, liege aber immer noch hinter der veranschlagten Zeit von 28 Minuten.
Aber egal, wenn es weiter so läuft und vielleicht noch ein bisschen besser, dann ist noch alles drin.

Nach dem Bankerl kommt ein Abschnitt wo es zu steil ist um flott zu laufen (zumindest wenn man schon 600 Höhenmeter in den Beinen hat) und eigentlich etwas zu flach ist um flotten Schrittes zu gehen. Dieses Stück kostet gefühlt immer viel Zeit und man muss sich disziplinieren nicht zu langsam zu werden.
Danach geht es wieder steil über die Baumgrenze hinauf, Richtung Mittelstaufen.

Am Grat komme ich nach 48:20 Minuten an. Wieder sind es drei Minuten die mir fehlen, aber vielleicht geht sich mit den Raketen an den Füßen ja noch etwas, bei der nun folgenden Querung, aus.
Es läuft ganz passabel. Die kurzen verschneiten Abschnitte kann ich mit den Schuhen problemlos umlaufen, denn ohne Profil würde es auf dem Schnee ziemlich tricky werden.
Dann der letzte Abschnitt, kurz vor dem Gipfelaufbau.
Das kostet nochmal Kraft: Körperlich und mental. Gerade dann, wenn man auf die Uhr blickt und die Minuten nur so dahin fliegen.

Vorbei am Reichenhaller Haus, die letzten Meter, abschlagen am Gipfelkreuz.

Die Uhr stoppt bei 62:05 Minuten.
Schade – aber rückblickend sind es eben leider die Minuten gewesen, die mir an den Zwischenstopps gefehlt haben.

Dennoch ist es ein geniales Gefühl, am 23. Dezember, bei diesem herrlichen Wetter, hier oben zu stehen.

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Des Skitourengehers Leid ist des Trailrunner Freud!
Von mir aus kann es so bleiben.

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Der Downhill gestaltet sich mit den Schuhen nicht ganz so flüssig wie der Uphill, aber sie machen dennoch eine gute Figur, wenn man bedenkt dass es eigentlich Straßen-Raketen sind.

Am Parkplatz komme ich noch kurz mit einem Wanderer ins Gespräch, der mich fragt, ob ich auch Skitourenrennen mache.
Da mir das zu viel Materialschlacht ist verneine ich.
Er sucht nämlich noch Leute für ein neues Skitourenrennen.
So biete ich ihm an wenigstens ein bisschen Werbung zu machen.
Also: Für alle Skitourengeher!
Kommt am 23. Januar zur Gaissau Hintersee Trophy

Wieder zu Hause stelle ich fest, dass der GPS-Track nicht zu gebrauchen ist.
Zwei Aussetzer, total verwirrte Aufzeichnung…doofe Sache.
Dennoch; die heutige Zeit war meine Zweitbeste überhaupt…
…da geht was 2016!

Jetzt wünsche ich euch aber erst einmal frohe Weihnachten, besinnliche Feiertage und, falls ich mich nicht mehr melde, einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Vielen Dank für eure Besuche, Emails, Kommentare, für die gemeinsamen Treffen, gemeinsamen Läufe, gemeinsamen Urlaube.
Vielen Dank…ihr seid echt super!

Genießt die kommenden Tage, legt die Beine hoch, schaltet ab, esst ordentlich was und dann gehen wir 2016 mal so richtig steil!

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12 Gedanken zu „Am Hochstaufen weihnachtet es sehr“

  1. Naja, auch wenns wieder nicht geklappt hat mit den 60min, sieh es positiv. Somit weißt du wenigstens was die Zeit wert ist wenn du es dann schaffen wirst, und das wirst du bestimmt! Wäre doch auch langweilig, wenn die 60min Schallmauer schon beim zweiten oder dritten mal geklappt hätte!
    Wahnsinn wie da heuer wenig Schnee oben ist…da wär ein Silvesterlauf aber auch noch drinn…um Mitternacht vom alten ins neue Jahr laufen…

    Gruß Andi

  2. Hallo Steve! Alter Rekordjäger 🙂
    Dir und deinen Lieben auch Frohe und besinnliche Tage.
    Für uns (aufeundobe) war es ein besonders aufregendes Jahr und ohne deine Unterstützung hätt ma das auch nicht so hinbekommen! Auf ein neues Jahr mit vielen weiteren unvergesslichen Touren!
    VG
    Markus

  3. Hi, Steve, der Versuch hat sich auf jeden Fall gelohnt bei diesem Blick ! Dafür würde ich mir sogar noch mehr Zeit nehmen !! 😉

    Aber was in diesem Jahr nicht ist, wird garantiert im nächsten, dein Ehrgeiz würde es nicht zulassen, dieses Ziel nicht ENDLICH zu knacken.

    Frohe Weihnachten und schöne Zeiten in deinen Bergen wünsche ich dir von meiner See ! 😎

    1. Danke dir Margitta!

      Dir auch frohe Weihnachten und ein paar erholsame und ruhige Tage an der See, bevor der Sommer 2016 startet! 😉

      Viele Grüße aus dem Süden

      Steve

  4. Nee, nee, nee.
    Das war viel zuviel Kopfsache (2%).
    Die restlichen 98 % (dein Körper) konnten sich garnicht so richtig entfallten.
    Danke für die schöne Zeit bei Euch.
    Ein erfolgreiches Jahr für euch beide.
    Papa

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