Wo ist eure Leidenschaft fürs Laufen geblieben

Für wen läufst du?
Läufst du für dich, aus Leidenschaft, weil es dir Spaß macht?
Oder läufst du für die Anderen, für deine Arbeitskollegen, für deine Bekanntschaften in den sozialen Netzwerken?

Warum läufst du?
Weil es dir Spaß macht, den Kopf frei macht und man mehr essen kann?
Oder weil es Teil des Trainings ist um diesen einen prestigeträchtigen Lauf, der Lauf von dem alle reden, zu finishen?

Klar, wenn ein Blogger diese Frage stellt, dann könnte man sagen:
Was will der Typ überhaupt? Er ist doch der, der jeden Lauf und jeden Wettkampf mit uns teilt und sich ständig über Bilder und Videos mitteilt.

Das stimmt natürlich, aber es kommt auf die Art und Weise an und da habe ich das Gefühl, dass sich in den letzten Jahren Einiges geändert hat und man durchaus gewisse Tendenzen erkennt.

Ich laufe aus Leidenschaft und aus meinem Tourentagebuch ist irgendwann, nach und nach, dieser „Trailrunning-Blog“ geworden. Ich teile meine Erlebnisse gerne mit anderen Menschen und freue mich über nette Kontakte, gemeinsame Treffen und wenn ich es schaffe, jemanden zu begeistern und dazu zu bewegen, die Laufschuhe zu schnüren und einfach mal an der Straße vorne links in den Wald abzubiegen.

Klar nehme ich auch an Events teil.
Als ich 2011 mit Trailrunning angefangen habe, da waren solche Events ein rotes Tuch für mich. Nie wollte ich mit einer Startnummer durch die Gegend laufen, aber schon nach knapp einem Jahr hatte ich Blut geleckt. Jetzt genieße ich es, bei den verschiedensten Events in die Community einzutauchen, neue Länder, Orte und Strecken kennenzulernen, einfach zu laufen, nur den Markierungen folgend, ohne sich groß Gedanken zu machen. Eine Platzierung im vorderen Drittel und/oder eine Verbesserung der Zeit aus den Vorjahren ist natürlich immer fein, aber klappt eben auch nicht jedes Mal.
Macht nix, denn eigentlich laufe ich ja nur, weil es Spaß macht und irgendwann nach jedem Event bin ich dann wieder auf den Hometrails vor der Haustür unterwegs und glaubt mir:
Es gibt nichts Besseres!
Backyard

Aber wie ist das bei euch?

Jetzt wisst ihr, wie es bei mir so ist. Und wie läuft es bei euch? Genauso?
Hmm…ich denke bei Vielen Einigen eher anders!
In den sozialen Netzwerken und auf Blogs beobachte ich immer wieder, dass einzelne Events in den totalen Fokus gerückt werden. Alles richtet sich auf dieses Event aus und gefühlt muss es der ganzen Welt mitgeteilt werden. Teilweise habe ich das Gefühl, dass die Leidenschaft für das Laufen gänzlich auf der Strecke geblieben ist, aber die Teilnahme an diesem einen Lauf stellt alles in den Schatten. Ich würde sogar behaupten, dass manch einer ohne die Teilnahme an den Events überhaupt keinen Grund mehr hätte zu laufen.

Provozierend ausgedrückt:

Wenn ich jemanden erzähle ich bin in zwei Tagen um den Mt Blanc gelaufen, dann wird das nicht wahrgenommen. Wenn ich aber erzähle ich habe den UTMB gefinished, dann macht das schon was her.

Versteht ihr? Die Profilierung mit der Teilnahme an Events hat in den letzten Jahren zugenommen.
Damit will ich nicht sagen, dass alle Events doof sind und jetzt keiner mehr darüber berichten soll.
Ich meine, die Leute berichten nicht mehr von ihrer Leidenschaft, erzählen nicht mehr von dem geilen Lauf nach der Arbeit oder dem harten Lauf am Wochenende. Vielmehr geht es nur noch um das Finish hier und das Finish dort und natürlich die Platzierung.
Sharing
Immer öfter hört man Vergleiche die versuchen, Parallelen zwischen Trailrunning und dem Triathlon zu ziehen. Jetzt kenne ich die Triathlon-Szene so gut wie garnicht, aber teilweise kann ich mir schon vorstellen, dass diese Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen vor vielen Jahren genauso suspekt war wie es heute dieses Laufen abseits der Straße ist.
Die Triathleten an sich sind schon ein komisches Volk. Verbissen, zielorientiert und oft etwas verspannt. Viele dieser Typinnen und Typen sind mir immer noch etwas suspekt…aber ich mag sie trotzdem! 😉
Bei Trailrunnern ist das anders. Hier ist man eher lockerer, sieht die Sache nicht ganz so verbissen und ist vielleicht auch nicht auf der ganzen Linie so zielorientiert und so wettkampforientiert.
So war es zumindest, denn nach und nach scheinen auch die Trailrunner immer mehr zu Triathleten zu werden.

Unwort „Trainingswettkampf“

In dieses Bild passt auch mein persönliches Unwort der Szene: „Trainingswettkampf“
Nehmt es mir nicht übel, aber entweder trainiere ich oder ich bestreite einen Wettkampf. Für Außenstehende ist es leicht zu erkennen, denn immer dann, wenn irgendwo einen Startnummer an mir klebt, dann ist es ein Wettkampf.
Ganz einfach!
Und bei so einem Wettkampf verfolgt man immer ein Ziel. Sei es „nur“ das Ankommen, eine bestimmte Zeit oder gar eine bestimmte Platzierung. Wenn es mal scheiße läuft, dann läuft es scheiße. Dann war es aber trotzdem ein Wettkampf, denn ich hatte ja eine Startnummer um. Vielleicht habe ich auf der Hälfte der Strecke Magenkrämpfe bekommen und musste den zweiten Teil größtenteils gehen, aber es bleibt ein Wettkampf, denn ich habe eine Startnummer um und so eine Startnummer kann motivieren und die letzten Reserven mobilisieren. Sie kann dafür sorgen, dass man Leistungen abruft, die man aus dem Training überhaupt nicht kennt…ein Wettkampf eben!
Wenn ich im Training laufe und ich bekomme Magenkrämpfe, dann gehe ich heim und kuriere mich aus. Wenn ich einen langen Lauf plane und früh morgens schüttet es aus Eimern, dann ändere ich eventuell meinen Planungen und laufe später los.
Beim Wettkampf geht das nicht. Da würde man wohl in den seltensten Fällen den Startbereich verlassen wenn es anfängt zu regnen und sich ins Hotel verziehen.
Seht ihr den Unterschied? Training – Wettkampf!
Seid bitte ehrlich zu euch selbst und wenn es mal scheiße läuft, dann läuft es scheiße. Dann war es kein Trainingswettkampf, sondern ein Wettkampf; von mir aus ein beschissener Wettkampf.
run heart

Und noch was!

Ein Rennen kann gut laufen oder es läuft schlecht. Wenn es schlecht läuft, dann ist man vielleicht gestürzt, ist krank an den Start gegangen, hat sich verlaufen oder was auch immer.
Wenn es gut läuft, dann ist man rundum mit Allem zufrieden. Dann hat eben Alles gepasst.
Wir halten also fest, es gibt nur diese zwei Stadien. Gut oder schlecht!
Bitte, bitte, bitte, nehmt euch das zu Herzen. Versucht nicht eure Leistungen schön zu reden. Entweder es war gut oder schlecht. Mir fallen immer wieder Beiträge auf, wo jemand mit seiner Zeit oder Platzierung nicht zufrieden war; aber das kann man natürlich nicht so stehen lassen. Nein! Mann muss die Leistung schön reden. Dann war auf einmal das Training zuvor nicht optimal, am Morgen grummelte der Bauch, die Verpflegung war kacke, der Trail war scheiße und überhaupt: Die Fliege die einem 10 Meter vor der Ziellinie ins Auge geflogen ist, die hat dann auch noch mal eine halbe Stunde gekostet.
Mit anderen Worten:
Also eigentlich hätte ich dieses Rennen ja gewonnen, aber irgendwie war alles doof!

Denkste! Es lief einfach schlecht und die Anderen waren besser. Du warst zu langsam…fertig aus!

Gesteht es euch ein, dass es auch mal Tage gibt an denen es nicht läuft. Ihr könnt nicht immer Höchstleistungen bringen, nicht mal Kilian Jornet schafft das.

Es ist doch sooooo einfach…wie beim Fußball: Am Ende gewinnt der, der die meisten Tore schießt. Das muss nicht die Mannschaft sein die vorher das Spiel dominiert hat. Das ist auch nicht unbedingt die Mannschaft mit den schönsten Trikots.

Wie findet man wieder zurück?

Verteufelt einfach alle Events und lauft nie mehr mit einer Startnummer!
Nein, das soll natürlich nicht das Ziel dieses Beitrages sein. Events sind cool, zeigen euch andere Reviere, ohne dass ihr euch viele Gedanken machen müsst und sie bringen euch mit anderen Leuten zusammen die im Prinzip genauso ticken wie ihr auch. Also verteufelt bitte nicht die Events, sondern geht einfach etwas anders an die Sache heran.

Verteufelt euch!

Seht es nicht so verbissen und macht euch klar, dass ihr nicht für euren Chef oder eure doofen Arbeitskollegen lauft und auch nicht für das heiße Mädchen oder den heißen Typen, die ihr nächste Woche in der Kneipe um die Ecke kennenlernt. In Wirklichkeit interessiert es diese Leute nämlich überhaupt nicht und sie halten euch sowieso für verrückt.
Lauft auch nicht um mit euren Ergebnissen beim nächsten Mal angeben zu können, denn egal wie gut ihr wart, irgendwer wird es schaffen eure Leistung klein zu reden und auf einmal wart ihr doch nicht mehr so gut, denn es gibt einen Lauf, der ist noch viel krasser als das was ihr bisher gelaufen seid und überhaupt, die Bedingungen und das Wetter waren viel zu perfekt, da kann’s ja jeder.

Lauft für euch!
Lauft gottverdammt nochmal nur für euch!
Lauft weil ihr Bock drauf habt und weil es Spaß macht!
Lauft weil es euch etwas gibt!
Lauft, lauft, lauft!
Und wenn es mal irgendwann keinen Spaß macht, dann lauft einfach nicht!

Und an alle die meinen, sie seien der Mittelpunkt des Universums:

Hey, das Universum ist unendlich. Dort gibt es keinen Mittelpunkt!

passion azevedo

74 Gedanken zu „Wo ist eure Leidenschaft fürs Laufen geblieben“

  1. YES – kann ich da nur bestätigen, wobei PERSÖNLICHE Erfolge das Salz in der Suppe bedeuten, ich nehme nicht oft an offiziellen Läufen teil, seitdem ich laufe maximal 3 -4 Mal im Jahr, das reicht, aber in der Hauptsache – und ich wiederhole mich – laufe ich deshalb :

    Warum ?

    weil Laufen Balsam für Körper, Geist und Seele ist
    weil Laufen in der Natur alle meine Sinne weckt
    weil ich vor vielen Jahren für mich entdeckt habe, dass Laufen MEIN Sport ist
    weil Laufen mich fit, gesund und jung erhält
    weil Laufen meinen Kreislauf in Bewegung bringt
    weil Laufen mich stressfrei macht
    weil ich beim Laufen die besten Ideen habe
    weil ich beim Laufen die Natur entdecken kann
    weil ich beim Laufen viele nette Menschen kennen lernen durfte
    weil Laufen mich das Kämpfen und Durchhalten lehrte
    weil ich beim Laufen meine Grenzen erlebe
    weil ich beim Laufen meine Gedanken ordnen kann
    weil ich beim Laufen immer wieder die Strecke besiege
    weil Laufen mich stark macht für den Alltag
    weil ich beim Laufen Ruhe finde
    weil ich durch das Laufen ungeahnte Kräfte in mir entdecken kann
    weil das Leben laufenswert ist

  2. Genial! Danke für Deine Worte!!! Gerade heute sprach ich mit Oriane (movinguphill) darüber, dass die Trailläufer in Kanada/USA sich einfach weniger wichtig nehmen als so manche Trailstars bei uns.. 😉

  3. Seht es nicht so verbissen! Dieser wichtige Satz fasst Deinen Blogpost eigentlich perfekt zusammen.

    Es muss nicht immer höher, schneller, weiter sein! Run happy ist die Devise! Ich laufe total gerne Wettkämpfe, aber vor allem wegen dem Spaß und der Erfahrung. Wenn eine gute Zeit herausspringt, umso besser. Aber das ist nicht der Fokus.

    1. Danke dir Manu

      Du machst es richtig…du nimmst so viel mit wie geht und bist echt immer woanders unterwegs. Ich bewundere dich immer ein bisschen wenn du wieder irgendwo anders auf der Welt läuft.

      Merkst du eigentlich Unterschiede zwischen den verschiedenen Nationalitäten beim Laufen?

      1. Folgendes ist mir bisher aufgefallen – in den USA geht es bei Läufen meist um den Spaß. Ein Lauf wird es Event gesehen und dort liegt die Frauenbeteiligung auch bei um die 50 Prozent.

        In Bangkok ist mir letztes Jahr aufgefallen, dass selbst ein 10er beim Bangkok-Marathon nicht wirklich als Lauf gesehen wird. Dort war das eher eine Massenwanderung durch die Stadt. Die Startlinie schien völlig egal und es wurde in langsamen Tempo weiterspaziert. Wegen meines Rückens konnte ich größtenteils auch nur walken, aber dennoch war ich im vorderen Feld damit 🙂 Ähnliches war in Dubai bei den 10 km beim dortigen Marathon der Fall.

        1. Hi Manu,

          so ist eben jede Nation verschieden und erst Recht jeder Kontinent und vielleicht ist es auch diese Mischung die das besondere ausmacht.
          Hach, es ist alles nicht so einfach 😉

          Liebe Grüße

          Steve

  4. Hallo Steve,
    Danke für deine Gedanken!
    Daraus hätte man auch 3 Blogbeitäge machen können.

    Wieso ist diese Entwicklung von Läufern/Sportlern hin zu „Netzathleten“ vor allem in Deutschland zu beobachten?
    Wieso ist dieses Phänomen in den jeweiligen Sportarten in Ländern wie Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien – wo das sportliche Niveau z.T. deutlich höher ist – bei weitem nicht so stark?

    VG
    Johannes

    1. Danke dir Johannes!
      Ich denke es liegt am „Alter“ der Sportart und daran, dass es Trailrunning, Berglaufen, wie auch immer, schon viel länger in diesen Ländern gibt. Damit einhergehend könnte auch ein höheres Durchschnittsalter der Teilnehmer sein und die wiederum sind weniger in den sozialen Netzwerken unterwegs und haben einfach eine andere Herangehensweise.
      Ich denke ich werde mal versuchen der Sache genauer auf den Grund zu gehen. Mal schauen was ich rausbekomme.

      Viele Grüße aus Marzoll

      Steve

  5. Hi Steve, ich teile deine Meinung voll und ganz! Ich laufe hauptsächlich für mich. Klar stehen bei mir auch Wettkämpfe im Vordergrund und das ständige puschen und schneller werden. Doch eines ist nicht liegen geblieben…… Die Leidenschaft die Naturerlebnisse sich mit allen Gegebenheiten auseinander zu setzen. Die Einsamkeit im Gebirge. Das was mich jeden Tag wie von selbst motiviert. Und dann stelle ich immer wieder fest das was du da erlebst ist alleine für dich. Das kann dir keiner nehmen. Auch ein Foto kann das nicht so wiedergeben wie man es selbst sieht. Also komme ich immer wieder auf das Ergebnis das ich das für mich tue. Frei sein und genießen! Der geilste Sport der Welt eben 🙂

    1. Treffend, perfekt, auf den Punkt gebracht.
      Das was du schreibst merkt mein dir auch bei deinen Postings und Bildern auf Facebook an.

      keep the spirit and the passion alive!

  6. Tja, mangels nicht gelaufener Rennen kann ich eigentlich nicht mitreden.

    Für mich ist ein Lauf in heimatlichen Wäldern Entspannung pur. Ein morgendlicher Lauf im nebelverhangenen Wald macht den Kopf frei und ist einfach nur toll.

    Nächstes Jahr nehme ich dann doch mal an einem Event teil (Wings for Life World Run). Und wenn der Arzt sein OK gibt vielleicht einen Marathon.

    Wenn ich mal Abwechslung brauche, fahre ich halt mal in ein anderes Laufrevier.

    Ein paar Schnappschüsse unterwegs gemacht, in Strava dem Lauf zugeordnet und schon bin ich zufrieden.

    — Edwin

  7. Gefällt mir!
    Und ich laufe stets nur für mich. Für mein Seelenheil, meine Wampe und den Hunger danach.
    Bisher habe ich auch noch niemanden gefunden für den ich laufen dürfte. 😉
    Wenn der Spaß am laufen mal nicht mehr da sein sollte, oder ich merke das ich kämpfen muss um mich zu motivieren, dann sollte ich aufhören.
    Aber zum Glück ist dieser Zustand noch nicht da. Und ich hoffe er lässt sich nie blicken.
    Danke für den Beitrag!

  8. Puh, man hat das Gefühl, das alles musste raus aus Deinem Kopf…aber ich gebe Dir Recht. Denn als Event-Vermeider werde ich immer wieder angesprochen, dass ich doch nichts vorzuweisen hätte und keiner sich für die Distanzen oder Touren interessiert, die ich gelaufen bin.

    Mitnichten, denn es interessiert MICH!! Und das ist das geilste daran. Ich laufe für mich, ich muss mich nicht über Zeiten, Distanzen oder Teilnahme an lärmenden kollektiven Massenrennen (und leider sind viele der Trail-Wettbewerbe inzwischen genau das!) profilieren.

    Deshalb kann ich Dich sehr gut verstehen !!!

    Salut

    1. Absolut!
      Es muss niemanden interessieren, so lange es dich interessiert…
      …der Rest ist Wurscht!

      Mach einfach weiter so Christian…aber da mache ich mir bei dir auch keine Sorgen

      Viele Grüße

      Steve

  9. Auf den Punkt! Danke!

    Ich habe meinen Fokus und meine Leidenschaft auch verloren. Sie ist irgendwo auf der Strecke geblieben bei all den harten Wettkämpfen und den ganzen Druck in meinem Kopf. Was sind schon 50 Kilometer? Das ist ja gerade einmal mehr als ein Marathon. Unter 70 Kilometer gehe ich gar nicht an den Start. Ja ich fühlte mich zum Teil schon schlecht, weil ich nur 50 Kilometer Rennen gelaufen bin. Habe den Spaß verloren, weil mir viele um mich herum vermittelten, dass das ja ohnehin nur ein Kinderlauf gewesen sei. Aber die Sichtweisen haben sich extrem verschoben! Wenn ich meiner Mutter sage ich laufe 50 Kilometer, dann fällt sie ungläubig in Ohnmacht, weil sie über selbst gelaufene fünf Kilometer mehr als Stolz ist. Und verfolge ich die Entwicklungen im Online Social Media, dann sollte ich besser nicht einmal darüber reden…denn ich bin zu langsam, zu schlecht und 50 Kilometer laufen andere um warm zu werden. Es ist schon Wahnsinn – manchmal fällt es mir schwer zu glauben, dass alle noch aus Leidenschaft laufen, sondern eher weil es eine Sucht nach Anerkennung und Profilierung ist oder zum Schluss die Flucht vor einem Selbst.

    Wie dem auch sei…ich würde mich freuen, wieder mehr lachende und fröhliche Bilder von Trailrunnern während Rennen zu sehen…und würde mich ebenso freuen, meine Leidenschaft und Motivation selbst wieder zu finden.

    Danke für DEINEN Beitrag Steve! LG Sabrina

    1. Hey Sabrina…danke dir!

      1. Wir müssten mal wieder eine gemeinsame Runde drehen!
      2. Lass dir den Spaß nicht von Anderen nehmen! Du hast Spaß beim Laufen, das weiß ich, weil ich es gesehen habe! Was Andere sagen ist sowas von scheißegal!
      3. Ich kenne solche 0-Bock-Phasen, aber die gehen auch wieder. Allerdings darf man sich keinen Druck machen und versuchen sie möglichst schnell zu beenden, denn dann dauert es länger. Einfach abwarten und dann kribbeln die Füße schon wieder von ganz alleine.
      4. Du bist bestimmt nicht langsam und bestimmt nicht schlecht! „Lasse reden“
      5. Wir müssten mal wieder eine gemeinsame Runde drehen!
      6. Wann laufen wir mal wieder zusammen? 😉

      Liebe Grüße aus dem Nachbarland

      Steve

  10. Danke, schöner Beitrag. Auch wenn ich kein Trail-Läufer bin und auch mal gerne einen Wettkampf mitnehme, alles irgendwie ganz in meinem Sinne.
    Immer weiter laufen … einfach weil ich Spaß daran habe.

  11. Moin Steve,

    ich war schon gespannt auf Deinen Post. Du beschreibst es etwas ausführlicher als ich, aber der Tenor ist der gleiche.

    Laufen aus Leidenschaft, Laufen um des Laufens Willen. Laufen für Dich, für mich, jeder für sich. Das sollte fürs eigene Ego doch eigentlich reichen.

    In aller Bescheidenheit, mir reicht es auf jeden Fall!

    VGV

  12. Moin Moin,

    Mir liegt seit dem Tod meines Vaters meine Gesundheit doch mehr am Herzen als davor und ich möchte einfach wieder mehr für mich und somit natürlich auch für meine Familie tun. Das Laufen tut mir gut auch wenn ick erst vor nem guten halben Jahr nach sehr sehr langer Pasue so richtig mit Leidenschaft damit begonnen habe. Außerdem habe ick fest gestellt das ich dadurch wieder viel mehr Zeit an der Luft und somit in der Natur verbringe. Ein weiterer Grund ist natürlich auch das Abnehmen um gesünder leben zu können.

    1. Danke für deinen Kommentar Gregor
      Ja, es gibt viele gute Gründe fürs Laufen und auch viele positive „Nebenwirkungen“.

      So lange es Spaß macht ist’s die Hauptsache!

  13. Servus – viel Wahres & cool geschrieben… wobei`s die „Verbissenen“ überall gibt… Geländelauf, Trail-, Triathlon, Radrennen, Würfeln inna Kneipe…
    Einfach ALLES abklopfen, obs` bockt und wesentlich bleiben – Wenn`s den Spaß kostet, ist es eh kacke! 😉

    Bleib` geil & Gruß – der Maazel

    1. Hihi…das stimmt natürlich!
      Danke für deinen Kommentar Maazel!

      Etwas Verbissenheit gehört ja auch immer irgendwo dazu, nur übertreiben sollte man es nicht, dann das bringt einen nicht weiter!

      Viele Grüße aus den Bergen

      Steve

  14. Hi Steve, wirklich ein toller Artikel und er bringt vieles auch auf den Punkt. Ich laufe auch viel bei Wettbewerben mit, natürlich auch um zu finnischen..aber in erster Linie auch weil es da immer ein treffen mit alten Bekannten oder neuen Bekanntschaften gibt. Allerdings liebe ich es auch morgens um 4-5 auf den Berg zu rennen..Sonnenaufgang sehen und alleine die Natur, den Trail, einfach alles um einen rum zu genießen..das laufen aus Spaß Willen, weil es einfach frei macht, du alles andere vergisst. Laufen um dich glücklich zu machen, nicht andere das auf das wichtige

  15. Schöner Post, Steve, danke! Wir wissen schon, warum wir Dich mit ins Boot für unser gemeinsames Buchprojekt genommen haben 😉 Das ist genau unser Gefühl. Übrigens nicht nur beim Laufen, sondern auch beim Bergsteigen …
    Wir laufen ja, wie Du weisst, kaum Events. Unsere Trainingsläufe im Wallis im vergangenen Sommer für den Swissalpine K42, den ich zu Weihnachten meinem Schatz geschenkt hatte, waren einfach nur Fun, nur Genuss. Wir hatten uns außer dem Finishen praktisch kein Ziel gesetzt (sind ja auch schon etwas älter 😉 , sind gegangen, wenn uns nach Gehen zumute war, und »gebrettert«, wenn uns nach Brettern zumute war. Haben fotografiert, in Bergseen gebadet, sind in Almen eingekehrt – und dazwischen halt einfach wieder gelaufen. War toll!
    Der Marathon dann war ein schönes Erlebnis, auch da haben wir uns Zeit gelassen, die Landschaft genossen – und sind dann, nach einem traumhaften Tag, letztlich bei Regen und Gewitter in Davos ins Stadion eingelaufen, nass wie die Pudel.
    Nun laufen wir wieder gemächlicher durch Wald und Berge, und wenn’s zu steil oder zu felsig wird, gehen wir einfach. So easy is running for us 🙂 Wenn auch auf einem anderen Niveau, sicher in Deinem Sinne!
    Grüße aus Barcelona, wo wir unserem 2 1/2 Wochen »alten« ersten Enkel gerade den ihm zustehenden »Antrittsbesuch« abstatten und seinen Eltern ein bisschen bei der Bewältigung der ersten Schwierigkeiten helfen, die auf viele von Euch ja wohl noch zukommen 😉

    LG Michael und Brigitte

    1. Danke für euren Kommentar ihr zwei 🙂

      Ihr habt genau die nötige Gelassenheit für sowas…vielleicht kommt das mit dem Alter und der Erfahrung! 😉

      Ohja, da steht uns auch noch einiges bevor…
      …es bleibt spannend!

      Liebe Grüße aus Marzoll

  16. Ach Steve,
    warum soll Laufen denn eigentlich Spaß machen? Mir macht es keinen Spaß, mir macht es Freude!(!!)
    Naja, sagen wir mal, in den vergangenen 11 Monaten stand ich immer mal wieder sehr auf Kriegsfuß mit dem Laufen, da lief es ja im wahrsten Sinne des Wortes gar nicht. Das war einfach scheiße. Aber was sollte ich machen? Mittlerweile geht es wieder, an die 10km habe ich mich aber noch nicht wieder herangetraut. Dafür bin ich gefühlt zu wenig gelaufen, halte die Belastung für meinen Körper also niedriger. Und ja, ich vermisse meine 20+ km im Siebengebirge, was für tolle Erinnerungen habe ich an die Läufe im letzten Jahr! Hoch und runter, Meist allein unterwegs, ein Fuchs, eine Aussicht, Waldweg oder Trampelpfad, alles dabei. Da gibt es noch etwas zu tun, wohl aber nicht mehr in diesem Kalenderjahr, das wäre wohl Zuviel des Guten. Ein eigenes Projekt, nur für mich.
    Zumal das Laufen bei mir auch eine Art Mittel zum Zweck ist, Stichworte Alpinismus und Bergsteigen.
    Und Wettkämpfe? Ja, der Herbstwaldlauf 2015 war cool (Bericht im Blog), der Halbmarathon in Remscheid im gleichen Jahr war auch cool (nein, kein Bericht), allerdings bekam ich danach Probleme, die mich die 11 Monate kosteten. Zuviel zu schnell? Das war zumindest mein Fazit aus dem Erlebten.

    Was tun? Laufen gehen. Oder Fahrradfahren. Oder Klettern. Oder einfach nur mit den Hunden raus. Oder auch mal auf der Couch oder im Bett was lesen. Oder mal wieder Fotografieren! Hauptsache man macht sich selbst eine Freude.

    Viele Grüße, Bernd

    1. Servus Bernd,

      ja, übertreiben darf man es auch nicht. Passiert immer wieder und dann hat man erst mal nix davon wenn der Körper Ruhe braucht.
      Das kenne ich auch; gerade vom Klettersteiggehen wo ich es zu Beginn extrem übertrieben habe und dann dafür die Quittung bekam.
      Wenn man dann aber wieder zurück findet, dann weiß man was es zu vermeiden gilt und auch wenn du Umfänge vielleicht geringer werden,
      das Erlebte wird es meist nicht.
      Die richtige Mischung machts!

      Viele Grüße aus dem Süden

      Steve

  17. Hi Steve, finde ich ja spannend, dass wir „alten Hasen“ gerade beide Potenzial zum Schimpfen sehen. Ich glaube, dass genau Du als einer der ältesten Blogs der Branche das Recht hast, so deutlich zu werden.

    Interessant finde ich einen Punkt: Das Schönreden von „Misserfolg“. Ich kenne das von mir, wo ich mir nicht sicher bin, ob es „Schönreden“ oder „das Gute sehen“ ist. Wenn bei mir was nicht klappt, versuche ich das Gute zu sehen, freue mich über kleine Momente oder Mut, den ich an einer Stelle bewiesen habe. Damit wird für mich oft ein Misserfolg eine Art Erfolg, ich rede es mir letzlich schön. Und das ist gut so, denn nur das Schlechte zu sehen -mieses Wetter, miese Versorgung, miese Verhältnisse – wäre doch schade. Aber ich glaube, von so etwas sprichst du gar nicht, oder? Ich lese bis auf Deinen (und Jörns) keinerlei Laufblogs, ich kann also nicht mitreden. Aber das würde ich gerne verstehen. Wer weiß, vielleicht wird Klettergunde ja doch irgendwann noch Laufgunde 😀

    Beste Grüße bis dahin und Danke für den Mut der offenen Worte!

    Erika
    von ulligunde.com

    1. Hihi…alte Hasen! 😉
      Danke für die Blumen

      Ich denke zwischen „Schön reden“ und „Das Gute sehen“ gibt es Unterschiede.
      Beim einen sucht man verzweifelt und findet vielleicht nicht, redet es aber trotzdem schön.
      Beim anderen sucht man, findet und zieht positive Schlüsse.

      Du siehst das Gute bei deinen Touren und darauf kommt es an.

      Klettergunde ist doch schon mal fleißig gelaufen…
      …wird Zeit die Leidenschaft neu zu entfachen! 😉

      Liebe Grüße aus dem anderen Eck von Bayern

      Steve

  18. Hi Steve,
    ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und du sprichst mir aus der Seele. Der Berg oder die Natur ist was tolles, was zum erleben. Egal ob MTB, Trailrunner oder Wanderer es sollte wieder mehr darum gehen nicht mit dem Strom zu schwimmen, sondern den Nebenfluss zu entdecken. Ich bin schon mehrmals über die Alpen, ob per MTB oder RR, oder heuer per pedis. Aber jedesmal war es ein Erlebnis für mich.
    Und wenn ich ernsthaft zuhause danach gefragt wurde, habe ich all die Erlebnisse erzählt, Nicht die KM, HM, usw… .
    Leider rennen sie alle Los, und laufen den gleichen Weg wie 1000 andere auch, hauptsache grüne Bibel oder rote Bibel München Venecia, die Geschichten mit den Einheimischen bleiben dabei häufig auf der Strecke.
    Hauptsache „Das Ziel“ ist erreicht.
    Ich hab diesesmal mit meinem Vater nach 6 Tagen abgebrochen. Und anstelle das geplante Ziel Gardasee haben wir tolle Erlebnisse an den drei Zinnen gehabt.

    Weniger Hamsterrad, mehr Zeit für sich.
    oder in den Worten meines Vaters:
    “ Wenn der Wahnsinn uns treibt und das Ziel ist erreicht, dann hat sich der Weg gelohnt.“

    Vielen dank für den Blogeintrag

    Grüße Markus

    1. Danke für deinen Kommentar und willkommen auf meinem Blog Markus.

      „Wenn der Wahnsinn uns treibt und das Ziel ist erreicht, dann hat sich der Weg gelohnt.“
      Dieses Zitat merke ich mir und auch die Sache mit den Nebenflüssen.
      Das bringt es auf den Punkt

      Viele Grüße

      Steve

  19. Mit 13 Jahren habe ich angefangen Mittelstrecke zu laufen und war in der Jugend richtig gut. Danach blieb ich dabei, hab mir immer wieder (für mich) ambitionierte Ziele gesetzt und kann jetzt auf über 30 Jahre Leistungssport zurückblicken. Laufmarathons, 12h-Radmarathon, LD-Triathlons und eben seit ein paar Jahren auch Ultratrails. Der Saisonschwerpunkt wechselt dabei immer wieder mal.

    Die angesprochene Verbissenheit unter den Trailläufern gibt es genauso, wie bei den Triathleten. Vielleicht entsteht der Eindruck bei den Triathleten dadurch, dass der Trainingsaufwand einfach wesentlich höher ist, um einen Wettkampf zu bestehen.

    Sicherlich gehöre ich nicht zu denen, die jede Trainingseinheit auf FB postet, wenngleich ich nach einem nenneswerten Wettkampf dann doch einen Bericht schreibe. Aufgefallen ist mir aber eines: Die Anzahl der Selbstdarsteller ist imho unter den Trailläufern wesentlich höher als in anderen Sportarten, die Selbstbeweihräucherung, was man für ein toller Held ist, teilweise gigantisch. Das stelle ich im Triathlon nicht so extrem fest. Dort sind die Stars der Szene auch nahbarer und weniger abgehoben.

    Was mich an Trailveranstaltungen aber am meisten stört ist, dass man teilweise belächelt wird, wenn man nur eine der kurzen Strecken läuft. Die Natur genießen kann man eh nicht, weil man bergau entweder am Pulsanschlag ist oder bergab aufpassen muss nicht zu stürzen. Flache Zwischenstücke, vielleicht sogar noch auf Forststraßen sind ja verpönt. Letztes Jahr beim UTLW musste ich in den Berichten lesen, dass sich über das einzige flache 4 km Zwischenstück beschwerte wurde, weil es eine Forststraße war und eben kein Singletrail. Es zählt eben bei vielen nur: noch weiter, noch höher, noch technischer, noch verrückter. Kannst du da nicht mithalten, bleib eben daheim (Bekam meine Freundin übrigens genau so schon mal gesagt).

    Zum Thema Trainingswettkampf. Sowas kommt eben aus der allgemeinen Trainingslehre. Wenn ich mir ein Saisonziel gesetzt habe, dann ist das Training darauf ausgerichtet. Bei mir war es heuer Roth und da waren die Trias in Weiden und Kallmünz vorher eben Trainingswettkämpfe. Man möchte unter Wettkampfbedingungen eben trainieren, schauen ob die Ausrüstung passt, wie die Wechsel unter Stress klappen usw. Beim Traillauf ist es doch genauso. Wenn ich den TAR laufe, dann ist der ZUT halt vielleicht nur Vorbereitung. Klar habe ich eine Startnummer, aber das Ergebnis ist mir selbst dann eher egal. Die Rechtfertigung im Blog kommt ja eher, weil die anderen sich fragen, warum man vielleicht so schlecht war.

    1. Danke dir für deinen Kommentar Tom.
      Mit der Anzahl an „Selbstdarstellern“ könntest du durchaus Recht haben. Jetzt wo du es erwähnst, ist mir das bei anderen Sportarten bisher noch nicht so stark aufgefallen. Gut, Tennis und Fußball eigenen sich da vielleicht nicht ganz so gut dafür, aber von den Straßenläufern und Triathleten ließt man weniger. Vielleicht sortiert das Facebook bei mir aber auch raus.
      Definitiv würde ich sagen gibt es weniger Blog im Trai- oder Straßenlauf-Bereich.

      Die Trainingswettkämpfe beim Triathlon leuchten mir ja noch ein. Das Equipment muss getestet werden und auch die Bedingungen (Gedränge beim Schwimmen, Wechselzone, etc.) kann man eben nur im Wettkampf trainieren.
      Beim Laufen braucht es aber keine Trainingswettkämpfe, dann da kann man, meiner Meinung nach, alles im Training simulieren.

      Das Belächeln von Leuten die nicht die „lange Strecke“ laufen ist mir noch nicht aufgefallen, aber ich habe schon oft davon gehört.
      Sowas geht garnicht!
      Wer sowas macht, wird aber irgendwann die Quittung dafür bekommen…da bin ich mir sicher!

      Viele Grüße

      Steve

  20. Meine beste Entscheidung, die ich für mich dieses Jahr im Sommer getroffen habe: Keine Wettkämpfe, Veranstaltungen oder dergleichen mehr. Zumindest nicht die, wo man sich schon Monate und Wochen vorher festlegen muss. Spontan bin ich zu jeder Schandtat bereit, aber nur, wenn sie mir in meinen Kram passt und ich gerade Lust darauf habe oder das Leidenschaftsfeuer entfacht wurde. Genau das ist mir nämlich – aus verschiedenen Gründen – im Laufe diesen Jahres abhanden gekommen. So will und kann ich nicht mehr weiter laufen. Deshalb gönne ich mir nun sämtliche Freiheiten und lasse mir alles offen. Komischerweise nehme ich seitdem wieder mehr das „Um mich herum“ beim Laufen war als vorher. Eigentlich Blödsinn, ist aber so 😉 Und ich laufe mit mehr Freude und Spaß und Liebe am Laufen.

    Wo mich das Ganze hinführt – ich lass es mal einfach auf mich zukommen.

    Distanzen jenseits der 40k zu laufen macht zwar großen Spaß – jedoch ist es jedesmal eine Herausforderung für mich, danach und vor allem davor die Füße still zu halten. Lieber laufe ich kürzer und spare mir wochenlanges Tapering und wochenlange Regeneration, denn: Ich will Laufen!

    Letztendlich kann ja jeder Tun und Lassen was er will. Auch die Art und Weise der Selbstdarstellung (ob laut oder leise), das „abklappern“ von Wettkämpfen, das sich „verweigern“ von Wettkämpfen, sich selbst klein machen (Ich lauf ja „nur“ xxkm…) oder sich klein machen lassen, von denen, die ihre ach so tollen Leistungen überall und laut verkünden – bleibt jedem selbst überlassen. Auch wem ich zuhöre oder wen ich lese. Ob ich bei facebook bin oder nicht. So hat doch jeder sein eigenes Schicksal in der Hand. Und wenn einem mal alles zu laut wird gibt es doch ein gutes Rezept: Laufschuhe schnüren und ab auf die Trails dieser Welt – ganz für sich und ganz alleine mit der eigenen Leidenschaft 🙂

    MIr persönlich geht ja ein wenig diese „Gutmensch“, „political correctness“, „Friede, Freude, Eierkuchen“ und „dieses Jahr feierte ich Ultrapremiere – nächstes Jahr laufe ich meinen ersten Hunderter“ – Trailcommunitywelt auf den Zeiger. Viel zu wenige, die ihre Ecken und Kanten zeigen. Viel zu wenige, die sich Zeit lassen und sich in Geduld üben. Nein, es ist nicht immer alles gut. Und kein Mensch hat für alles und jeden Verständnis.

    Grüße Simone

    1. Danke für deinen Beitrag Simone!
      Wahre Worte die sich jeder mal in Ruhe zu Gemüte führen sollte.

      Du hast Recht: Jeder ist seines Glückes Schmied!

      Viele Grüße

      Steve

  21. Hallo Steve!

    Super Bericht!!
    Heutzutage zählt in den meisten Fällen nur der Wettkampf. Nach dem Motto ich muss Vorne dabei sein. Der Letzte der bei einem Bewerb ins Ziel kommt , dem wird eigentlich nie Beachtung geschenkt, obwohl er wahrscheinlich den Lauf seines Lebens hatte. Ich Laufe aus Spaß und freue mich in der Natur unterwegs zu sein.
    Bei einem Bewerb weiß meistens nicht einmal die Platzierung. Ich habe für mich gewonnen.
    Viele verstehen das nicht, ein Produkt unserer Leistungsgesellschaft.
    LG

  22. Ich möchte dir für diesen Eintrag danken.
    Ich habe mich erst vor kurzem entschieden, mehr in die Natur und die Berge zu laufen, also irgendwann zum Trailläufer zu werden (hoffentlich)
    Ich habe bis dato bei meiner Lektüre und bei meiner Suche im Internet sehr oft die von dir angesprochenen Läufer gefunden, und wurde dadurch doch auch etwas abgeschreckt, da man oft auch an den Trainings“leistungen“ gemessen wird.
    Dieser Post, den du verfasst hast, der hat mir als Anfänger Mut gemacht, dass es eben auch mal um das Bier nach dem Lauf geht (wie es die Herren in Amerika in ihren Youtube Videos zeigen) und darum, einen Lauf zu erleben, nicht darum nur schnell zu sein (sicher auch, aber nicht ausschließlich), sondern auch die Umgebung zu genießen.

    Vielen Dank

    1. Hallo Florian,

      danke dir. Freut mich, dass dir dieser Beitrag „geholfen“ hat.
      Mach einfach das, was dir Spaß macht und lass dich nicht von Anderen negativ beeinflussen.
      Du wirst sehen, es ist ein toller Sport, der einem sehr viel gibt.

      Viele Grüße aus Bad Reichenhall

      Steve

  23. Danke Steve für deinen tollen Beitrag.

    Ich laufe weil es mir ein Gefühl von Freiheit gibt, zu verschmelzen mit der Natur und
    es macht mich einfach glücklich, zufrieden und ausgeglichen!
    Trails lauf ich seit 1,5 Jahren und erst seit dieser Zeit laufe ich ausschließlich für mich.
    Weg von irgendeiner tollen pace oder persöhnlichen Rekorden. Immer nach Gefühl
    mal mehr mal weniger, mal schneller mal langsamer aber immer mit Höhenmetern 😉

    Bitte versorge uns weiterhin mit deinen Eindrücken und Erlebnissen!
    Dickes Dankeschön
    Steffen

  24. Ich bin jetzt ca 2-3 Wochen fast nicht gelaufen – weil ich einfach kein Bock hatte …
    mal kurz zwei drei mal,
    einfach nur so fürs ❤️
    Das tat richtig gut !
    alles hat eben seine Zeit 😉

  25. Hallo Steve,

    irgendwie fühle ich mich gerade als ob ich unter einem Stein lebe hier in den USA. Ich sehe nichts von alledem, alle laufen so wie sie mögen und DFL ist ein Ehrenpreis.
    Ich mache ja viele ‚Trainingswettkämpfe‘ – ganz einfach darum weil es mir die Wasserlogistik extrem erleichtert Das heisst aber nicht, dass ich weil ich eine Nummer trage und von den Verpflegungsstationen profitiere unbedingt so schnell wie möglich laufen möchte. Manchmal schon, manchmal nicht und ich finde auch nicht dass das irgendjemand irgendwas angeht.
    Herzliche Grüsse – bei einem so tollen ‚backyard‘ braucht es ja auch wirklich keine Events!

    1. Danke dir für deinen Kommentar.
      Ich denke in Amerika ist der Spirit da ein bisschen anders; zumindest so wie ich es wahrnehme.
      Ihr habt da eine andere Herangehensweise an die ganze Sache, aber um das genauer zu ergründen stecke ich leider nicht tief genug in der Szene drin und bekomme zu wenig mit.
      Da muss ich wohl doch noch auswandern. 😉

      Das mit dem DFL (did finish last) habe ich schon des Öfteren mitbekommen. Ich erinnere mich da immer an Western States 2015…das war schon ziemlich genial als Video und vor Ort war es bestimmt noch ein Stück besser.

      Viele Grüße von der anderen Seite des großen Teichs 😉

  26. Servus Steve,

    genau meine Meinung, ich bin zwar jetzt nicht der ober über Trailläufer, aber mein Motto ist sowieso Spaß haben, egal ob beim Training oder bei einem Kräftemessen mit Laufkollegen :-)!
    Während des laufen`s, lache bzw. grinse ich eigentlich immer, jeder der mir unterkommt schaut mich verwirrt an, nach dem Motto wie kann man bitte beim Laufen lachen.

    Schöne Grüße vom Bayern aus Salzburg, Schorsch

    1. Hihi…danke für deine Kommentar Schorsch!

      Da ist die richtige Einstellung…immer schön lachen, egal wie besch*** es ist 😉

      Viele Grüße aus Marzoll

      Steve

  27. Schöner Beitrag!
    Nur das mit dem Trainingswettkampf sehe ich etwas anders. Der hat meiner Meinung nach durchaus seine Daseinsberechtigung. Aber eben nur, wenn man den verkorksten Lauf nicht im Nachhinein als Ausrede so nennt. In der Vorbereitung auf einen Marathon laufe ich z.B. ca. 4 Wochen zuvor gerne einen Halbmarathon irgendwo zwischen M-Tempo und HM-PB. Sicher kann man das auch im Training machen, doch ich möchte gerne unter Wettkampfbedingungen testen. Laufen in der Masse, ungewohnte Strecke, Versorgung, Taktik,.. Das ist quasi wie eine Art Generalprobe für mich und gibt mir einfach ein gutes Gefühl. Übrigens, ich liebe Wettkämpfe (http://www.brennr.de/2011/02/17/ich-liebe-wettkaempfe-lauft-wie-ihr-wollt/). Aber ich genieße es auch einfach so im Wald oder auf Trails zu laufen. Die Mischung macht es bei mir. Etwas Druck ist manchmal gut, aber ein Zwang sollte es nie sein. Es soll ja vor allem Spaß machen.

    1. Danke für deinen Kommentar Christian

      Als gezielten Vorbereitungslauf lasse ich den Trainingswettkampf gerne gelten, aber nicht so, wie du schon geschrieben hast, als zweite Ausrede nach einem schlechten Tag.
      Aber du hast Recht…Hauptsache es macht Spaß!

      Viele Grüße aus den Bergen

      Steve

  28. Hi Steve,
    durch den Podcast mit den Fatboys bin ich gestern nochmal auf den Post aufmerksam gemacht worden und haben ihn mir heute in Ruhe zu Gemüte geführt. 🙂
    Grundsätzlich teile ich deine Ansicht und laufe selbst am liebsten ganz alleine. Ich laufe aber auch gerne Wettkämpfe. Einfach wegen der Atmosphäre und dem Wettkampf mit mir selbst. Ob ich nun 100ter, 150ter oder gar 2000ter werde, ist letztendlich völlig egal.
    Ich glaube, dass durch den Trend hin zum Trailrunning , mehr und mehr Leute in den Sport drängen, die sich versuchen zu profilieren, mit allen Effekten die so dazu gehören.
    Es ist eben für den ein oder anderen sehr schwer sich selbst einzugestehen, das es nicht so gut gelaufen ist.
    Ich glaube aber dennoch das es eine Menge Leute gibt, die so denken wie du. In der Regel findet man die aber etwas schwerer, da sie nicht so „laut“sind.
    Insofern find ich den TrailRaid super, weil er ein Zeichen in die richtige Richtung ist…
    Ich freue mich schon tierisch darauf.
    VG Alex

  29. Danke! Dieses Rechtfertigen wenn es einfach mal scheiße gelaufen ist, hängt mir auch zum Hals raus! Genau wie: Ich bin leider „nur“ dritter geworden! Ahhhhh! Oder: „beim nächsten Mal ist ein Sieg schon drin!“

    Entweder man gewinnt oder man gewinnt nicht… aus!

    Danke! Sabrina

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