Garmin fenix 3

Also begeisterter Besitzer einer Suunto Ambit 1 stehe ich vor einer Neuanschaffung. Altersbedingt zeigen die Knöpfe erste Schwächen und nun war die Frage, eine günstige Ambit 2 im Abverkauf oder doch eine Ambit 3.
Der Umstieg von 2 auf 3 hätte sich nicht gelohnt, aber von 1 auf 3 ist schon ein großer Schritt, wobei man von 1 auf 2 auch nicht viel verkehrt machen kann.
Auf der ISPO kam ich dann zum ersten Mal in Kontakt mit der fenix 3 von Garmin und sofort war klar, dass ein drittes Produkt in die Kaufentscheidung mit eingreift.
Da schlage ich die Möglichkeit die fenix 3 vorab zu testen natürlich nicht aus und nutze die Chance das gute Stück in der Praxis etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Für einen ausführlichen Bericht empfehle ich den bekannten Blog von DC Rainmaker mit seinem umfassenden Bericht zur fenix 3.
Auf trailgierig.wordpress.com gibt es auch sehr ausführliche Tests und Vergleiche mit anderen Uhren.

Ich beschränke mich bei meinen Test auf ein kleineres Spektrum.
Ich schwimme nicht, ich bin kein Multisportler.
Hauptsächlich nutze ich die Uhr zum Laufen. Dafür brauche ich keine Apps und auch keine Kopplung mit dem Smartphone.
Ich brauche eine Uhr die ich immer tragen kann, die alltagstauglich ist und die sofort einsatzbereit ist wenn ich laufen möchte.
Für die Auswertung während des Laufs gibt es ein paar essentielle Daten auf die ich zugreifen möchte und diese müssen so genau wie möglich sein.
Zur Auswertung wünsche ich mir ein übersichtliches und verständliches Portal.

Das hat mich bei der fenix 3 überzeugt

Der Sprung von der fenix 2 zur fenix 3 soll schon ziemlich groß sein. Ich kenne das Vorgängermodell nicht, von daher gehe ich da relativ unbelastet an die Sache heran. Mir bleibt als Vergleich lediglich die Ambit 1.
Das GPS-Signal findet die fenix 3 schnell und ohne das man quer durch den Hof laufen muss. Während des Laufs gab es keine Abbrüche und extreme Ausreißer in der Aufzeichnung.
Die Uhr lässt sich komplett ohne PC konfigurieren. Man braucht weder den Rechner noch eine Internetverbindung. Alles läuft direkt an der Uhr. Das benötigt am Anfang etwas Zeit, aber wenn man sich mal durch das Menü gewuselt hat, die Menüführung ist leicht verständlich, dann geht es relativ schnell und man weiß wo man welche Einstellungen ändern kann.
Das Display lässt sich unterschiedlich konfigurieren und man kann sich bis zu vier Werte gleichzeitig anzeigen lassen. Zwischen den einzelnen Bildschirmen kann man vor und zurück schalten. Ein großer Vorteil gegenüber der Ambit, wo man nur immer in eine Richtung durchschalten kann.
Genial ist auch das Farbdisplay mit einer wesentlich größeren Auflösung als bei Suunto.
Der Brustgurt trägt sich angenehmer und ist etwas geschmeidiger. Über ihn werden auch Daten wie Bodenkontaktzeit und vertikale Rumpfbewegung ermittelt.
Die Werte die an der Uhr ausgelesen werden sind ebenfalls sehr vielfältig und gerade im Bezug auf Durchschnittswerte ist die Auswahl größer als bei der Ambit.
Die Akkulaufzeit bei einem Aufzeichnungsintervall von 1s wird mit 16 Stunden angegeben. Dieser Wert erscheint nach den ersten Tests realistisch.
Das Laden des Akkus funktioniert sehr schnell über das mitgelieferte USB-Kabel.

Das ist schön, aber für mich nicht relevant

Die fenix 3 lässt sich über Bluetooth mit dem Handy koppeln. Zusätzlich lassen sich auf der Uhr Apps installieren die eine Vielzahl an Spielereien ermöglichen.
Ein Schrittzähler ist integriert der die Aktivitäten tagsüber misst. Zusätzlich kann man auch den Schlaf analysieren lassen.
Man hat die Möglichkeit einen Lauf auf die Uhr zu laden und dann gegen diesen anzutreten. Angenommen man läuft Montags von A nach B, dann kann man Mittwochs gegen diesen Lauf antreten und schauen ob man schneller ist.
Nach jeder Aktivität werden eventuelle Rekorde angezeigt: Längster Lauf, schnellster Kilometer, schnellste 5 Kilometer…
Insgesamt ist die fenix 3 eine Uhr die mehr mit dem Nutzer kommuniziert und interagiert. Die Fitnesskomponente ist sehr stark ausgeprägt.

Das hat mich nicht überzeugt

Das Armband der Uhr sagt mir nicht zu. Ist mir persönlich zu „wabbelig“.
Leider kann man sich nur die durchschnittliche vertikale Geschwindigkeit anzeigen lassen, nicht aber die aktuelle. Der Durchschnittswert ist leider überhaupt nicht aussagekräftig.
Das Display bietet zwar eine höhere Auflösung, aber der Kontrast ist wesentlich geringer als bei der Ambit.
Ich bin zwar ein Fan von Zahlen, aber die Online-Plattform von Garmin, Garmin connect, ist mir zu überfrachtet und unübersichtlich. Hinzu kommt, dass auch hier die Angabe der vertikalen Geschwindigkeit fehlt.

Der wesentliche Kritikpunkt ist allerdings der GPS-Empfang. Im Vergleich zur Ambit 1 zeigen sich hier deutliche Unterschiede.
Ich kann natürlich mit den GPS-bedingten Abweichungen leben, aber man erkennt deutliche Unterschiede zwischen Ambit 1 und fenix 3. Hinzu kommt, dass die Pace der fenix 3 sehr träge ist. Zwar ist diese Angabe für einen Trailrunner nicht sonderlich wichtig, aber es gibt Momente da will ich meine aktuelle Pace wissen (auch ich laufe mal flach ;-)) und dann muss dieser Wert stimmen.
Hier ist die fenix 3 teilweise sehr langsam und träge. Sprints werden spät erkannt und wenn das GPS-Signal mal etwas schwächer ist, dann leidet die Pace darunter.
Ich habe einen direkten Vergleich mit Ambit und fenix gemacht und die Anzeigen der beiden Uhren haben mein Gefühl bestätigt. Dabei habe ich beide Uhren am gleichen Arm getragen. Die Abweichungen kamen sowohl bei ruhendem Arm, als auch in der Bewegung zu Stande. Auf den Beschleunigungssensor lässt es sich also nicht zurückführen.
Verbunden mit den Abweichungen in der Aufzeichnung, lässt es darauf schließen, dass der GPS-Empfänger einfach nicht so leistungsstark ist, wie der der Ambit.

Und nun?

Nun werde ich mir doch eine Ambit 3 holen.
Sicherlich könnte man noch warten und schauen, ob mit weiteren Updates das GPS verbessert wird.
Fakt ist aber auch, beide Uhren spielen im gleichen Preissegment. Garmin wusste, dass der GPS-Empfänger der fenix 2 nicht unbedingt von den Nutzern gelobt wurde und Suunto schon immer einen Schritt voraus war, also muss eigentlich genau hier angesetzt werden, wenn man ein neues Produkt auf den Markt bringt.
Selbst wenn der GPS-Empfang verbessert wird, dann lande ich nach dem Abwägen von Pro und Contra trotzdem bei der Ambit. Noch dazu wurde gerade mit einem Update die Akkulaufzeit der Ambit fast verdoppelt.
Sicherlich könnte man das ein oder andere Contra mit Apps in den Griff bekommen, aber ich kaufe mir kein Gerät, dass ich danach mit vielen „Kniffen“ und Modifikationen erst an meine Bedürfnisse anpassen muss; und schon gar nicht, wenn es alternativ ein Gerät gibt, dass genau diese Ansprüche erfüllt.

Sicherlich kann man jetzt sagen, hättest du vorher anstatt einer Ambit einen Forerunner oder eine ältere Fenix gehabt, dann wäre das alles nicht so schlimm.
Das mag sein. Das ist wie bei Apple und Samsung oder Canon und Nikon.
Hat man sich einmal daran gewöhnt, dann will man nichts anderes mehr.
Für eine „Umgewöhnung“ muss dann erst Recht alles passen…
…und das tut es bei der fenix 3 leider nicht.

Dennoch werde ich die Produkte von Garmin nicht aus den Augen verlieren und auch weiterhin die Entwicklung der fenix 3 beobachten.

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