Erste Königssee-Umrundung 2015 – So früh wie noch nie!

Was wäre eine Saison ohne die Königssee-Umrundung.
Viele Runde führen um den See, aber aufgrund der Schneesituation macht eine Umrundung auf den höheren Trails noch keinen Sinn. Stiergraben und Hochgschirr haben garantiert noch genügend Schnee. Der Winter war sehr ergiebig dort oben.
Dafür sind weiter unten die Temperaturen schon fast ein bisschen sommerlich und die alten Ufertrails, entlang der verfallenen Steige müssten eigentlich gut laufbar sein.
Meine bisher früheste Königssee-Umrundung habe ich am 30. April 2012 unternommen, wenn es also heute klappt, dann gibt es einen neuen Rekord.
Den frühesten Versuch, vom 30. März 2013, musste ich damals leider in St Bartholomä beenden. Heute dürften mir aber keine Lawinen in die Quere kommen.

Schon nach dem ersten Kilometer, am Malerwinkel wird klar, dass das heute ein ziemlich genialer Tag werden wird.
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Bilderbuchwetter, angenehme Temperaturen und schneefreie Trails…was will man mehr?
Um kurz nach neun legen auch die ersten Boote ab und so herrscht nach ein paar Minuten schon reger Schiffsverkehr auf dem See.
Bestimmt erzählt einer der Kapitäne wieder, dass man den See nur über die Berge umrunden kann und es mehrere Tage dauert; und dann schauen die Leute aus dem Fenster und sehen einen Typen mit neongelbem Shirt durch den Wald laufen.

Die Blicke auf den See sind auf diesen Trails immer wieder etwas Besonderes. So anders und ungewohnt. Blickwinkel wie man sie nur selten hat, gepaart mit einsamen Trails an diesem genialen See. Ein perfekter Tag.
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Der Zufall meint es gut mit mir und gerade in dem Moment als ich mich gegenüber der Echowand befinde, ist auch ein Schiff auf dieser Höhe und das berühmte Echo vom Königssee erklingt über den See und schalt von den umliegenden Bergwänden zurück.
Ich habe das ganze mal auf Video festgehalten. So bekommt man auch einen kleinen Eindruck von der Gegend hier.
Die Boxen ruhig voll aufdrehen. Keine Angst, ich erschrecke euch nicht!

Nach dem Echo geht es weiter.
Der Orkan Niklas hat hier Ende März, Anfang April, ganze Arbeit geleistet. Viele Bäume sind umgestürzt, liegen auf dem ohnehin schon schwer zu erkennenden Trail.
Riesige Baumwurzeln liegen neben dem Weg und haben ihn an einigen Stellen komplett zerstört.
Die Ufertrails sind ohnehin schon schwer laufbar und so verwandeln die Bäume den Trail an vielen Stellen in einen Klettergarten.
Da man hier im Nationalpark die Natur sich selbst überlässt und die Ufertrails ohnehin nicht gewartet werden, kann man davon ausgehen, dass sie nie wieder so laufbar sein werden wie im letzten Jahr.

An der Bedarfshaltestelle Kessel angekommen gönne ich mir eine kurze Pause und genieße den Blick über den See, hinüber nach St- Bartholomä am Fuße der Watzmann-Ostwand.
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Danach geht es auf das nächste Teilstück.
Wieder hinein in den Wald und wieder geht es auf schmalen Trails, mal mehr, mal weniger, Meter über dem See, weiter Richtung Wildtierfütterung am Reitl.
Die Wildtierfütterung befindet sich genau gegenüber von St. Bartholomä und von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Halbinsel.
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Jetzt kommt das kniffligste Stück der Königssee-Umrundung, denn in dem Abschnitt zwischen Reitl und Salet versteige ich mich gerne mal.
Heute treffe ich auf diesem Abschnitt sogar zwei Wanderer/Läufer; welch Zufall.
Kaum habe ich sie überholt steige ich auch schon wieder über Bäume, durchs Dickicht, durch Dornbüsche, unter Bäume und siehe da…mal wieder versteigen.
Einige Meter weiter oben sehe ich die zwei gehen und so schlage ich mich querfeldein, leicht schräg, in ihre Richtung und treffe auf den Kaunersteig…passt perfekt.

Nächstes Ziel Salet und dort angekommen bin ich quasi in Little-Asia.
Am Königssee sind immer viele Asiaten unterwegs, aber im Normalfall sind es nie mehr als 50% der Touristen.
Heute sind es gefühlt 90% Asiaten die die Gelegenheit nutzen, am ersten Tag des Sommerfahrplans, bis zur Endstation nach Salet zu fahren.
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Mit einem Schlag bin ich wieder drin in der Zivilisation, also wird es Zeit, wieder auf einsamere Pfade abzubiegen.
Also kurz Richtung Obersee, die Erste rechts abbiegen und dann immer am See entlang.
Wieder ergibt sich ein toller Blick, den man nicht alle Tage hat wenn man am Königssee unterwegs ist; und noch dazu ein tolles Wolkenspiel.
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Jetzt geht es über den Neiger weiter Richtung St. Bartholomä.
Auf diesem alten Viehtriebsteig habe ich mich auch schon mal verstiegen und ich hoffe, dass Niklas hier nicht so stark gewütet hat und die Wegfindung halbwegs gut läuft.
Zu meiner Überraschung hat der Orkan hier kaum gewütet und ich finde die Trails auf Anhieb und komme flott voran.
Kurz vor dem Normalweg zwischen St. Bartholomä und Saugasse kommt mir eine größere Wandergruppe entgegen.
Einer fragt mich, ob es hier nach Salem geht. Ich erkläre ihm, dass es Salet heißt, es hier lang geht, aber sehr steil wird.
Ein Anderer aus der Gruppe fragt mich, ob sie dieser Weg zum Ziel führt.
Wenn man bedenkt, dass jeder Weg irgendwo hin führt, ich nicht weiß wo ihr Ziel ist, sage ich einfach mal:“Ja!“
Er fügt an: „Nix für Anfänger oder?“
Ich erwidere: „Nein und es wird noch ganz schön steil!“
Die Jungs haben sicher noch Spaß, aber irgendwie haben sie diesen Weg ja gefunden und wussten auch wo es lang geht. Die werden schon wissen was sie machen, denn einfach so biegt man auf den Viehtriebsteig nicht ein.

Nach diesem kurzen Kontakt zur Zivilisation genieße ich die letzten Minuten auf dem Abstieg nach St. Bartholomä, bevor mich dort wieder die Realität einholt.
Meine Lieblings-180-Grad-Kurve auf der Königssee-Umrundung
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und dann bin ich auch schon am Seeufer.
Heute erspare ich mir mal das Bad im See, denn der wird garantiert noch ein kleines bisschen zu kalt sein. Wir wollen es mal nicht übertreiben.

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Auch wenn St. Bartholomä das totale Gegenteil zu dem ist, was ich bisher auf diesem Lauf erlebt habe, so ist es doch immer wieder schön hier zu sein, denn jetzt gibt es die obligatorische Spezi, bevor es über den Scharfrichter die letzten 800 Höhenmeter nach oben geht.

Dieser Rinnkendlsteig!
Ich weiß jetzt schon, dass er mich wieder in die Knie zwingen wird.
Ich weiß aber auch, dass er mich für die Strapazen belohnen wird.
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Das fängt schon nach den ersten Höhenmetern an, wenn man in einem lichten Teilstück zum ersten Mal nach unten auf den See blicken kann.

Es wird besser, wenn man weiter aufsteigt und der See immer kleiner wird.
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Die Berge türmen sich immer mehr auf und mit der Sonne im Nacken und dem herrlichen See zu Füßen, kommt schon ein bisschen karibisches Feeling auf.

Als wollte er diesen finalen Anstieg nicht verschenken, baut sich dieser Steig zum Ende hin immer wieder aufs neue sehr steil auf.
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Von unten betrachtet frage ich mich immer, wie man dort hoch kommen soll und wenn ich dann hier stehe, dann ist es ja eigentlich ganz einfach.

Die Aussicht mitten im Steig ist schon gigantisch.
Mit einem Mal kommt man sich so klein und verlassen vor.
Hilflos!
Verschluckt von den Bergen!
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Dann rückt der Aussichtspunkt Archenkanzel in greifbare Nähe und belohnt mit einer Bank zum ausruhen und einer ganz netten Aussicht.
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Jetzt kommt nur noch die Querung rüber nach Kühroint, zur Kühroint-Alm und dann geht es nur noch bergab.
Auf dieser letzten Querung komme ich auch noch mal mit diesem weißen Zeug, das alle Schnee nennen, in Kontakt.
Wahnsinn wie viel hier oben noch liegt. Es sind eben die schattigen Plätze an denen sich der Schnee noch einige Zeit halten wird.
An der Kühroint-Alm angekommen gibt es noch ein letztes Bild der Königssee-Umrundung.
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Ein letztes Bild vom Watzmann bevor es über den Klingerweg, auf einer steilen Forststraße, nach unten geht.

Eine tolle Runde, meine früheste Königssee-Umrundung ever, aber leider hat der Orkan die Trails stark in Mitleidenschaft gezogen.
Der Wald hat sehr gelitten und besonders flowig lies sich die Runde bis Salet nicht laufen.
Aber gut, mal schauen was die Natur aus dieser Situation macht.

Hier geht es zum heutigen Move-of-Awesomeness!

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