Es wird mal wieder Zeit für eine Königssee-Umrundung

Die letzte Königssee-Umrundung liegt schon wieder über ein Jahr hinter mir…Zeit wird’s für eine neue Tour. Die erste in 2016 und natürlich wieder am Vatertag.
Die Runde um den See am Vatertag hat sich schon fest etabliert und nach 2012 und 2014, wollen wir heute mal schauen wie es etwas weiter oben ausschaut. Also keine klassischen Ufertrails, sondern etwas mehr. Vielleicht klappt es ja, wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm, denn umdrehen können wir ja immer und der See läuft zum Glück auch nicht weg.
Zu siebt starten wir um 9:00 Uhr am Parkplatz am Königssee unsere Tour. Mit von der Partie sind die WUSAs, Markus und Laetitia aus Österreich, sowie Andi und Benni aus München. Ein ausgewogenes Deutsch-Österreichisches-Verhältnis von 3,5 zu 3,5.

Auf dem Weg zum Bootsanleger schlängeln wir uns durch die ersten Touristen. Es geht zum Malerwinkel und dann rauf auf die Ufertrails.
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Jetzt ist klar, ab hier werden wir so schnell keine Menschenmassen mehr treffen. Jetzt gehören die Trails uns.
Im stetigen bergauf und bergab geht es, immer leicht oberhalb des Sees hinüber zur Bedarfshaltestelle Kessel.
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Gegenüber der Echowand bleiben wir kurz stehen und lauschen dem berühmten Echo vom Königssee, das gerade gegenüber aus dem Boot, mit einem Flügelhorn gegen die Wand geblasen wird.
Ja, auch wenn wir abseits der Touristenmassen unterwegs sind, dann will ich meinen Gästen natürlich ein kleines Rahmenprogramm bieten.
Am Kessel angekommen gibt es eine kurze Pause und natürlich den obligatorischen Fotostopp.
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Da ich den Selbstauslöser der Kamera zu kurz einstelle schaffe ich es leider auf keines der 10 Bilder…stellt euch einfach vor ich würde links irgendwo stehen.

Jetzt beginnt der Aufstieg zur Gotzenalm. Ein knackiger Anstieg mit 1200 Höhenmetern, in dessen Verlauf wir sicher im oberen Bereich irgendwo auf Schnee treffen werden.
Aber zunächst geht es durch den Bergwald, Stück für Stück nach oben und der Königssee liegt uns immer mehr zu Füßen.
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Das Wort dieser Tour ist übrigens „ballern“ (Vielen Dank FLOw für dieses geile Wort). Während es bei Florian bedeutet, dass man einen schnellen Lauf absolviert und dabei ordentlich Gas gibt, nutzen wir dieses Wort heute für alles und jeden, denn „ballern“ kann man viel und immer!
Während wir also hier auf dem Trail nach oben ballern, ballern gegenüber in der Watzmann-Ostwand die Lawinen nach unten.
Ein Grollen und Krachen liegt über dem Königssee und je wärmer es wird, desto länger und häufiger ist es zu hören.
Der Sommer kommt mit großen Schritten und wir laufen ihm entgegen.
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An der Gotzentalalm wechselt der Trail und von nun an geht es eine Forststraße nach oben. Die Radlfahrer kennen diese Straße sehr gut und auch ich weiß was auf uns zukommt. Kontinuierliche Steigung mit vielen Serpentinen…mag ich überhaupt nicht. Noch dazu gesellt sich ab ca. 1400m der Schnee zu uns und erschwert uns das Vorwärtskommen ein wenig.
Dafür bietet er aber auch etwas Abwechslung, denn alles was es braucht um erwachsene Männer glücklich zu machen, ist ein schneebedeckter Hang.
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Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass wir heute perfektes Wetter haben? Strahlend blauer Himmel (mit wenigen Wolken) und Temperaturen, die ausreichen um in kurzer Hose zu laufen.
Waren es bei der Fahrt an den Königssee noch stellenweise 2,5 Grad, so ist es jetzt natürlich deutlich wärmer und die Sonne wird, zusammen mit der geschlossenen Schneedecke, für den ersten Sonnenbrand der Saison sorgen.
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Dann endlich sind wir oben auf dem Sattel und blicken auf die verschneite Alm und die umliegenden weißen Gipfel.
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Ein gigantisches Panorama! Das Tüpfelchen auf i, gibt es nur wenige Minuten später, nachdem wir hinüber zum Aussichtspunkt Feuerpalfen gespurt haben.
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Der unverwechselbare Tiefblick auf den Königssee und St. Bartholomä. Da geht es heute noch hin!
Aber zunächst ist Spurarbeit angesagt, denn jetzt müssen wir erst mal über die Alm queren und dann schauen, dass wir irgendwie rüber zur Regenalm kommen.
Hier oben liegt doch noch etwas mehr Schnee als vermutet. Der Wintereinbruch letzte Woche, hat doch noch einiges von diesem weißen Zeug geliefert. Da werden die anschließenden Kilometer etwas anstrengender.
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Vorbei an der Gotzenalm ist nun etwas Orientierungssinn gefragt. Wegweiser gibt es hier kaum und die Markierungen liegen alle unter einer 60cm hohen Schneedecke.
Mit etwas Gespür für die Umgebung und einer ganz leicht erkennbaren Spur, die vermutlich vor den letzten großen Schneefällen gelegt wurde (Danke Andi), schlängeln wir uns über die Hochebene. Die Füße werden mit jedem Schritt kälter und immer dann, wenn man mal auf einen harten, schneefreien Untergrund trifft, dann fühlt es sich an, als würde man auf rohen Eiern laufen.
Ab und an erblicken wir eine Markierung an den Bäumen, so dass wir Gewissheit haben, noch auf dem richtigen Weg zu sein, während wenige Meter neben uns, eine Skitourengeherin durch den verschneiten Wald aufsteigt.
Dann endlich, die Regenalm, und die Hoffnung, dass der Schnee nun ganz schnell weniger wird und die Füße wieder ein warmes Umfeld bekommen.
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Vorbei an der Regenalm geht es nun Richtung Kaunersteig und tatsächlich, wir verlassen den Schnee und haben kurz nach der Alm wieder einen ordentlich Trail unter den Schuhen.
Jetzt dauert es erst einmal 10 Minuten, bis jeder wieder seine Füße spürt und halbwegs rund und gefühlvoll laufen kann.
Wie die ersten Menschen eiern wir anfangs auf dem Trail herum; von ballern keine Spur.
Dafür wird es mit jedem Schritt besser und auch die Umgebung wird mit jedem Schritt spektakulärer.
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Der eigentlich Kaunersteig ist komplett Schneefrei und weißt kaum Winterschäden auf. Über ihn geht es wieder hinunter an den Königssee, an die Haltestelle Salet, am Ende des Sees.
Dort angekommen befinden wir uns mit einem Schlag wieder mitten im Touristenrummel, dem wir jetzt wieder so schnell entgehen möchten, wir er über uns herein gebrochen ist.
Also nichts wie rüber ans Ufer und rauf auf den Viehtriebsteig.
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Dieser ist heute auch erstaunlich stark frequentiert. Jetzt bin ich diesen Steig auch schon einige Male gelaufen, aber so viele Leute wie heute, sind mir in der ganzen Zeit hier nicht begegnet. Scheint so, als würde dieser Steig am Neiger immer beliebter werden.
Nach einem ordentlich knackigen Schlussanstieg, spuckt uns der Trail wieder auf den eigentlichen Wanderweg und wir lassen es auf dem Weg hinunter an den Königssee locker rollen.
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In einem kleinen und kompakten Siebener-Pulk rollen wir nach St. Bartholomä und ziehen einige verwunderte Blicke der Touristen auf uns.
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In St. Bartholomä angekommen trennen sich leider unsere Wege. Durch das Spuren im Schnee haben wir zu viel Zeit verloren. Die WUSAs wollen morgen noch auf den Großglockner und Laetitia und Markus müssen nicht nur arbeiten, sondern auch noch 2 1/2 Stunden nach Hause fahren. Somit entschließen sich die vier das Boot zurück zu nehmen und noch einmal wieder zu kommen, um dann ohne Schnee, die Runde zu komplettieren.

Markus und Laetitia sind die Runde im letzten Jahr schon einmal gelaufen, kamen aber sehr spät in St. Bartholomä an und hatten eigentlich beschlossen mit dem Boot zurück zu fahren. Da sie keine Stirnlampe dabei hatten und nicht wussten was am Rinnkendlsteig auf sie wartet, war das Boot für sie die beste Wahl. Allerdings stand dort eine nicht mehr enden wollende Schlange von Touristen und warten wollten wie beiden nicht. Also verpackten sie ihre Sache wasserdicht, sprangen in den See, schwammen hinüber zum anderen Ufer und sind über die Ufertrails nach vorne gelaufen.
Sicherlich eine der abgefahrensten Aktionen die der See bisher gesehen hat!

Nach einer kleinen Stärkung beim Fischer vom Königssee geht es für Andi, Benni und mich weiter. Jetzt kommt der Scharfrichter, der Rinnkendlsteig. Die folgenden 800 Höhenmeter werden uns noch einmal schön auspressen.
Ich denke, dass wenn einer von uns gesagt hätte, wir fahren auch mit dem Boot zurück, dass wir alle gefahren wären, aber irgendwie hat sich glaube ich niemand getraut. Böse wäre ich nicht drum gewesen, denn dieser Rinnkendlsteig kann schon grausam sein.
Der einzige Vorteil: Wir sind spät dran und so ist die Sonne schon hinter den Bergen verschwunden und es ist sehr angenehm im Steig.
Das ist aber auch der einzige Vorteil den ich entdecken kann…abgesehen von der Aussicht.
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Es ist immer wieder überraschend, dass man diesen Steig von unten oder von der gegenüberliegenden Seite nicht erkennen kann. Wenn man auf die Wand schaut, dann weiß man nie wo man dort hochkommen soll, aber wenn man dann einmal drin ist, dann ist es klar.
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Dann endlich, die Archenkanzel. Nachdem ich im letzten Stück schon Krämpfe in den Oberschenkeln bekommen habe, ist es nun vorbei mit dem Aufstieg…perfektes Timing.
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Wir queren rüber zur Kühroint-Alm und anschließend geht es über den steilen Klingerweg hinunter zur Bob- und Rodelbahn und dann weiter zum Parkplatz.
Lustiegerweise gehen wir nach der Kühroint-Alm erst mal ein gutes Stück nebeneinander. Man merkt, wie jeder von uns dreien eigentlich laufen könnte, aber keiner will. Jeder genießt die Situation und so warten wir bis es bergab geht und wir quasi nicht mehr anders können als zu laufen.

Glücklich, zufrieden und gut geschafft kommen wir am Parkplatz an.
Eine geniale Runde geht zu Ende.
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Jungs und Mädels, ich sage vielen Dank fürs mitkommen. Ich hoffe ihr hattet genauso viel Spaß wie ich.
Vielen Dank das ihr die lange Anreise auf euch genommen habt. Ich hoffe ihr habt noch alle Zehen an euren Füßen und habt nicht all zu viele Zecken mit nach Hause genommen.
Wir sehen uns beim nächsten Mal.

Hier geht es zum Bericht der WUSAs!

Hier geht es zum Move der ersten Königssee-Umrundung in 2016!

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