Kitzbühels 1. Gamstrail

Mit dem Gamstrail hat Kitzbühel nun auch seine erste Trailrunningveranstaltung. Der weltbekannte Wintersportort, in den sich eventhungrige Trailrunner bis jetzt maximal zum Streif Vertical Up verirrt haben, lädt also nun auch auf die schneefreien Trails ein.
Irgendwie wurde es ja auch Zeit, denn in der Nachbarschaft tut sich in diesem Bereich schon etwas mehr und da war es die logische Konsequenz, dass sich der Kitzbühel Tourismus mit der Bergbahn AG zusammentut und man mit ein paar Local Heroes dieses Event auf die Beine stellt.
Beim Gamstrail gibt es insgesamt drei Strecken (Vertical mit 6k, 20k und 32k) und am Ende war das Event mit insgesamt 300 Starterinnen und Startern ausverkauft.

Auf geht’s zum 1. Gamstrail

Das verpflichtende Briefing um 9:30 Uhr war äußerst knapp und auf das Nötigste beschränkt…so muss es sein.
Es ist der erste echte Herbstmorgen und der Regen der vergangenen Nacht hat die Temperaturen auf knapp 10 Grad hier unten und um die 5 Grad am Berg abkühlen lassen. Aber kurz vor dem Start reist es langsam auf, sogar die Sonne schafft es durch den Himmel und so kann ich zumindest die Jacke ausziehen.

Mit einem Massenstart werden um 10:00 Uhr alle 300 Mann/Frau an der Talstation der Hornbahn auf die Strecke gelassen.
Die kurzen Nadelöhr-Passagen gleich zu Beginn sind nicht weiter schlimm und verlangsamen das Feld nicht sonderlich. Danach ist die Strecke fast immer so breit, dass man gut überholen kann.
Der Nachteil des Massenstarts liegt darin, dass die schnellen Bergläufer, für die nach 6 Kilometer am Alpenhaus schon Schluss ist, das Feld enorm beschleunigen. Die steile Strecke, die nicht mal annähernd 10 flache Meter zum Einlaufen lässt, sorgt dann für ordentlich dicke Oberschenkel.

Das führt dazu, dass ich nach 30 Minuten schon 578 Höhenmetern in den Beinen habe. Für nen Vertical K wäre das in Ordnung, aber für ein 32k-Rennen ist es vielleicht eine Nummer zu schnell. Aber gut, ich schwimme im Feld mit, werde auch immer mal wieder überholt, und bahne mir den Weg hinauf Richtung Alpenhaus.
Unterhalb des Alpenhauses zweigt für uns und die 20k-Aspiranten der Trail nach rechts ab. Auf knapp 5 Kilometern haben wir die ersten 900 Höhenmeter hinter uns gebracht; also die Hälfte des gesamten Anstiegs. Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass es ein ziemlich schnelles Rennen werden wird.
Nun geht es auf einem herrlichen Singletrail in wunderbar kupierten und abwechslungsreichen Gelände hinüber zur Bichlalm.

Einem knackigen Anstieg folgt ein verspielter Downhill. Mal geht es auf einem schmalen Singletrail und mal auf einem alten Fahrweg dahin. Das Gelände ist abwechslungsreich und der Untergrund ziemlich schnell.
Die Markierungen sind auch sehr gut zu sehen und das Logo des Rennens wechselt sich mit gelben Salomonflatterband ab.

An der Bichlalm ist die zweite Verpflegungsstation eingerichtet und kurze Zeit später trennen sich die 32k und 20k Läufer.
Ab jetzt sind wir alleine unterwegs, aber so ganze finde ich noch nicht ins Rennen. Ist mir alles irgendwie zu schnell…und am Ende vielleicht auch 20k zu „kurz“. Aber was sollst, das gehört dazu und wenn man hier ein bisschen Gas gibt, dann bringt es ja einen auch auf den langen Kanten weiter.
Hier geht es auf jeden Fall weiter mit dem nächsten Anstieg, der immer wieder von kürzeren Flachstücken oder Downhills unterbrochen wird, bevor ein langer Downhill kommt. Es geht hinunter zur Labestation an der Hochwildalm und dann weiter bergab. Kerzengerade nach unten, immer die Forststraße querend…Hauptasche maximaler Trailanteil.
Am Ende bleibt uns dann aber doch nur die Forststraße die aber im Umkehrschluss wieder für ordentlich Geschwindigkeit sorgt, bevor kurz vor dem Wildpark Aurach der nächste Anstieg wartet, kurz gefolgt von der vierten und letzten Verpflegungsstation.
Ein kurzes Stück durch den Wald und über Wiesen kommt nun das längste Asphaltstück des gesamten Laufs; durch Oberaurach. Ein langer Downhill bevor es wieder mit etwas auf und ab in den nächsten Anstieg geht, der wiederum in einen äußerst schmalen Trail mündet, der steil quer durch den Wald schießt und uns vor den finalen Anstieg spuckt, der gefühlt wie eine senkrechte Wand daherkommt.
Die letzten 100 Höhenmeter bergauf, bevor es in den finalen 300-Höhenmeter-Downhill geht, der nochmal schön technisch und äußerst matschig durch den Wald führt.
Hier hole ich nochmal alles raus was geht und schaffe sogar den letzten Kilometer unter 4 Minuten bevor ich kurze Zeit später, nach knapp über 3 1/2 Stunden, ins Ziel an der Talstation der Bergbahn einlaufe.

Da ist er auch schon zu Ende, der 1. Gamstrail. Von mir aus hätte es ruhig noch etwas länger sein können. 😉
Ein sehr kurzweiliges Rennen, mit einer tollen Streckenführung und herrlichen Trails. Die Asphaltstücke sind absolut verkraftbar und es sind bei weitem keine 27% so wie es in der Ausschreibung steht; eher unter 20%.
Ein tolles Event wurde hier auf die Beine gestellt und ich denke, es hat definitiv das Zeug zu einer festen Größe im herbstlichen Rennkalender zu werden (Save the Date: 21.09.2019!).

Ein paar Verbesserungsmöglichkeiten gibt es aber auch noch:
1. Die Getränkeauswahl an den Labestationen war äußerst mau. Wasser und Holundersaft, mehr leider nicht. Cola oder RedBull wäre echt super gewesen; oder zumindest irgendwas mit ordentlich Zucker.
Die Essensauswahl kann ich leider nicht beurteilen, da ich mich klassisch nur von meinen Smoothies ernährt habe.
2. Die Markierungen waren sehr gut, aber auf längeren Passagen kam ich schon zwei/drei Mal ins zweifeln, ob ich noch richtig bin. Hier wären ein paar zusätzliche Markierungen für das „gute Gefühl“ nicht schlecht gewesen.

Ansonsten fällt mir jetzt nichts ein, was man anders hätte machen können/sollen/müssen.

Danke für das tolle Event…wir sehen uns 2019!

Hier geht es zum Gamstrail-Move!

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